- Entscheidung: Der FC Carl Zeiss Jena und Mittelfeldspieler Kay Seidemann haben den Vertrag einvernehmlich aufgelöst.
- Hintergrund: Massive Fan-Proteste aufgrund seiner Erfurter Vergangenheit und negative Äußerungen über den FCC belasteten das Verhältnis.
- Sportliche Gründe: Mangelnde Fitness, verpasste Trainingslager und wiederholte Fehlzeiten gaben den finalen Ausschlag.
- Zukunft: Ein Wechsel zu einem Liga-Konkurrenten steht im Raum.
Jena (02.02.2026) – Es ist der Schlussstrich unter ein Kapitel, das von Anfang an unter keinem guten Stern stand. Der FC Carl Zeiss Jena hat nun auch offiziell bestätigt, was sich in den letzten Wochen bereits abgezeichnet hatte: Die Zusammenarbeit mit Offensivspieler Kay Seidemann ist beendet. Damit zieht der Traditionsverein von den Kernbergen die Konsequenzen aus einer rund anderthalbjährigen Phase, die mehr von Nebengeräuschen als von sportlichem Glanz geprägt war.
Ein Missverständnis mit Ansage
Als der heute 25-jährige Kay Seidemann im Sommer 2024 nach Jena wechselte, war die Skepsis im Umfeld bereits greifbar. Der Transfer, damals eingefädelt von Ex-Sportchef Stefan Böger, stieß bei großen Teilen der organisierten Fanszene auf massive Ablehnung. Der Grund hierfür lag nicht primär in seinen sportlichen Fähigkeiten, sondern in seiner Biografie: Seidemann hatte zuvor für den Erzrivalen Rot-Weiß Erfurt gespielt.
Im emotional aufgeladenen Umfeld des Thüringer Fußballs wiegen Wechsel zwischen den beiden großen Rivalen ohnehin schwer. Doch Seidemann hatte sich in seiner Zeit bei den Erfurtern zudem negativ über den FC Carl Zeiss Jena geäußert – Sätze, die das Gedächtnis der Südkurve nicht löschte. Die Konsequenzen waren für Außenstehende oft bizarr anzusehen: Während die Mannschaft nach Siegen vor der Kurve feierte, musste Seidemann fernbleiben. Ein Riss, der durch das gesamte Mannschaftsgefüge ging und eine dauerhafte Belastungsprobe darstellte.
Vom Hoffnungsträger zum Sorgenkind
Trotz der widrigen Umstände startete Seidemann sportlich zunächst durchaus vielversprechend. In seiner Debütsaison kam er auf 24 Einsätze, erzielte zehn Tore und bereitete fünf weitere vor. Zahlen, die eigentlich für eine erfolgreiche Integration sprechen würden. Doch die emotionale Kluft zu den Fans ließ sich durch Leistung allein nicht überbrücken.
Ab dem Sommer wendete sich jedoch auch das sportliche Blatt. Berichten zufolge ließen Disziplin und Fitness zunehmend nach. Der Verein versuchte lange, den Spieler zu stützen. Sportdirektor Miroslav Jovic griff zu ungewöhnlichen Maßnahmen und holte den Spieler teilweise persönlich von zu Hause ab, um dessen Teilnahme am Training sicherzustellen. Doch die Bemühungen fruchteten offenbar nicht nachhaltig.
Das Ende der Geduld
Der finale Bruch zeichnete sich zu Beginn dieses Jahres ab. Das Wintertrainingslager in der Türkei fand ohne Seidemann statt – offizielle Begründung: fehlende Fitness. Stattdessen verordnete das Trainerteam um Volkan Uluc ein individuelles Aufbauprogramm in Jena. Doch auch diese letzte Chance zur Wende blieb ungenutzt.
Anfang der Woche meldete sich der Spieler erneut krank, beim Testspiel gegen Plauen fehlte er im Aufgebot. Für die Verantwortlichen des Regionalligisten war damit der Punkt erreicht, die Reißleine zu ziehen. Der Vertrag wurde einvernehmlich aufgelöst, um Ruhe in den Verein zu bringen und den Fokus wieder voll auf die sportlichen Herausforderungen der Rückrunde in der Regionalliga Nordost zu lenken.
Wie geht es weiter?
Während der FC Carl Zeiss Jena nun ohne den Unruheherd in die kommenden Aufgaben startet, scheint auch Kay Seidemann bereits eine neue sportliche Heimat im Blick zu haben. Gerüchten zufolge, die unter anderem die „Bild“ aufgriff, steht der 25-Jährige kurz vor einer Einigung mit einem Liga-Rivalen. Chemie Leipzig wird als potenzieller neuer Arbeitgeber gehandelt. Ob er dort an seine sportlichen Leistungen der ersten Jena-Saison anknüpfen kann, bleibt abzuwarten. Für den FCC endet damit eine Episode, die als Lehrstück über die Bedeutung der Identifikation und Fan-Nähe in die Vereinschronik eingehen dürfte.
Wir wünschen dem Verein und den Fans nun eine ruhigere Rückrunde und den vollen Fokus auf das Geschehen auf dem Rasen.
Quellen:
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