- Mission: Artemis II (erste bemannte Mondmission seit Apollo)
- Beitrag aus Jena: Navigationssystem (Sternsensor) von Jena-Optronik
- Startfenster: Frühestens 6. März 2026
- Technik: Sensoren erkennen Sternbilder zur Orientierung im All
- Besonderheit: Das Modul verglüht bei der Rückkehr und ist nicht wiederverwendbar
Jena (03.02.2026) – Wenn im kommenden Monat die Augen der Weltöffentlichkeit auf das Kennedy Space Center in Florida gerichtet sind, schlägt ein kleines, aber entscheidendes Herz der Mission im Saaletal. Die NASA plant mit Artemis II Großes: Erstmals seit über einem halben Jahrhundert sollen wieder Menschen den Mond umrunden. Doch damit das Orion-Raumschiff sein Ziel in den Tiefen des Alls findet und sicher zur Erde zurückkehrt, vertraut die US-Raumfahrtbehörde auf Präzisionsarbeit aus Thüringen.
Ein Navi für die Unendlichkeit
Die Dimensionen der Mission sind gewaltig. Die vierköpfige Besatzung – darunter die erste Frau und der erste Nicht-US-Bürger, der Kanadier Jeremy Hansen – wird sich weiter von der Erde entfernen als jeder Mensch zuvor. In dieser lebensfeindlichen Umgebung ist Orientierung überlebenswichtig. Hier kommt die Jena-Optronik GmbH ins Spiel.
An Bord des Raumschiffs befindet sich ein sogenannter Sternsensor aus Jenaer Fertigung. Andreas Deter, Projektmanager bei Jena-Optronik, vergleicht die Funktionsweise mit einem hochkomplexen Navigationssystem, das jedoch nicht auf Satelliten, sondern auf Fixsterne angewiesen ist. „Ein Sternensensor nutzt das, was im Weltraum sehr viel vorhanden ist: die Sterne“, erklärt Deter. Das Gerät greift auf einen internen Sternkatalog zurück, scannt die Umgebung, erkennt Sternbilder und berechnet daraus blitzschnell die exakte Position und Ausrichtung des Raumschiffs.
Redundanz sorgt für Sicherheit im All
Die Raumfahrt verzeiht keine Fehler. Ein technischer Ausfall fernab der Erde könnte fatale Folgen haben. Was passiert also, wenn das Raumschiff von Mikrometeoriten oder Weltraumschrott getroffen wird? Auch hierauf haben die Ingenieure aus Jena Antworten gefunden.
Der Sensor ist im Grunde eine hochspezialisierte Kamera. Würde sie mechanisch beschädigt, wäre die Funktion beeinträchtigt. Um dieses Risiko zu minimieren, setzt die Mission auf Redundanz: Es sind zwei baugleiche Sternsensoren verbaut. Selbst wenn beide ausfallen würden – was Experten als äußerst unwahrscheinlich einstufen – gäbe es noch notfallmäßige Systeme zur groben Orientierung. Zudem benötigt das Jenaer System für die Erstorientierung lediglich sieben Sterne, für das laufende Tracking sogar nur vier. Da dafür die hellsten und bekanntesten Himmelskörper genutzt werden, ist die Navigation extrem robust gegenüber Störungen.
Ein One-Way-Ticket für Thüringer Technik
Trotz der ingenieurtechnischen Meisterleistung ist das Schicksal der Jenaer Hardware besiegelt. Der Sternsensor ist Teil des Europäischen Servicemoduls (ESM), das den Antrieb und die Versorgung der Kapsel sicherstellt. Kurz vor dem Wiedereintritt in die Erdatmosphäre trennt sich die Mannschaftskapsel vom Servicemodul.
„Es ist schade, aber der Sternsensor verglüht in der Mission“, bestätigt Projektmanager Deter. Für jede neue Artemis-Mission muss daher ein komplett neues Modul samt Sensorik gefertigt werden. Dies sichert dem Standort Jena jedoch auch langfristig Aufträge: Die NASA hat bereits bestätigt, dass sie bis mindestens zur Mission Artemis V auf das Navigationssystem aus Thüringen setzen wird.
Jena als Zentrum der Raumfahrtindustrie
Die Beteiligung an Artemis II unterstreicht einmal mehr die Bedeutung Jenas als globaler Player in der Optik- und Raumfahrtbranche. Was einst mit Carl Zeiss begann, wird heute von Unternehmen wie Jena-Optronik im 21. Jahrhundert fortgeführt. Dass Technologie aus dem Saaletal den Weg für die nächste Generation von Mondfahrern ebnet, ist nicht nur ein wirtschaftlicher Erfolg, sondern auch ein Stück gelebte Industriegeschichte.
Nach aktuellen Informationen der NASA öffnet sich das nächste Startfenster für die Trägerrakete Space Launch System (SLS) am 6. März 2026. Dann wird auch in Jena wieder gebannt auf die Bildschirme geschaut, wenn das „Navi made in Thüringen“ seine Reise zum Erdtrabanten antritt.
Wir wünschen der Crew und den beteiligten Ingenieuren einen erfolgreichen Flug.
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