35 Jahre Stadtwerke Energie Jena-Pößneck: Vom Kleinbetrieb zum regionalen Versorger

Jena, 23. April 2026 – Auf den Tag genau vor 35 Jahren wurde die Gründungsurkunde der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck unterzeichnet. Aus einem kleinen Betrieb hat sich seitdem ein moderner regionaler Versorger für Strom, Gas und Fernwärme entwickelt, der heute rund 100.000 Kundinnen und Kunden betreut.

  • Ereignis: 35-jähriges Jubiläum der Stadtwerke Energie Jena-Pößneck
  • Gründungsdatum: 23. April 1991
  • Entwicklung: Von 4 auf rund 420 Mitarbeitende (inkl. Tochtergesellschaft)
  • Versorgungsgebiet: Etwa 370 Quadratkilometer in 22 Städten und Gemeinden
  • Webseite: stadtwerke-jena.de

Von der Neubauwohnung zum Großunternehmen

Die Anfänge des kommunalen Versorgers gestalteten sich herausfordernd: Nach einem Streit mit der Treuhandanstalt um die Rückführung der Energieanlagen in kommunale Hand startete der Betrieb in einer Neubauwohnung im Stadtteil Winzerla. Damals zählten die Stadtwerke lediglich vier Mitarbeitende und 128 Fernwärmekundinnen und -kunden.

Heute liegt der gemeinsame Jahresumsatz der Stadtwerke Energie und der Netztochter Stadtwerke Jena Netze bei rund 336 Millionen Euro. Die Geschäftsführung liegt aktuell in den Händen von André Sack und Claudia Budich.

Fokus auf Energiewende und Infrastruktur

Längst stehen neben der klassischen Versorgung auch Dienstleistungen rund um Photovoltaik, Elektromobilität und Wärmelösungen im Vordergrund. Bereits im Jahr 2013 wurde die Versorgung der Haushaltskunden vollständig auf Strom aus erneuerbaren Energien umgestellt. Die Elektromobilität in Jena und Umgebung wird aktiv ausgebaut – mittlerweile betreibt das Unternehmen mehr als 100 öffentliche Ladepunkte, darunter auch Ladesäulen, die direkt in Straßenlaternen integriert sind.

Ein wesentlicher Schwerpunkt für die Zukunft ist die Fernwärmeversorgung. Im Rahmen einer geförderten Transformationsplanung arbeiten die Stadtwerke an Modernisierung, Digitalisierung und Effizienzsteigerung. Ein konkretes Großprojekt trägt den Namen „ANIKA“ (Abwärmenutzung mittels integrierter Kläranlage): Voraussichtlich ab 2030 soll damit eine neue, nachhaltige Wärmequelle für den Bereich Jena-Nord in Betrieb gehen.

Lokales Engagement für die Region

Als kommunales Unternehmen engagieren sich die Stadtwerke auch abseits der Energiepolitik für die Gesellschaft. Mit einer Fördersumme von rund 15.000 Euro im Jahr werden etwa 30 regionale Vereine aus den Sparten Sport, Kultur, Umwelt und Soziales unterstützt. Darüber hinaus pflegt das Unternehmen Partnerschaften mit ansässigen Sportvereinen und kulturellen Veranstaltungen.

Hintergrund: Die Rekommunalisierung in den 90er Jahren
Die Umstrukturierung der Energiewirtschaft in den neuen Bundesländern nach der politischen Wende war für ostdeutsche Kommunen ein Kraftakt. Jena gehörte zu den Vorreitern bei der erfolgreichen Rekommunalisierung der Netze und Anlagen. Dass der erste Sitz im Neubaugebiet Winzerla lag, war kein Zufall: Die ab den späten 1960er Jahren errichteten Wohnblöcke waren von Beginn an prädestiniert für die Fernwärmeversorgung, die bis heute ein wichtiges Standbein des Unternehmens darstellt.

Quelle:

Gründung vor 35 Jahren – stadt+werk online | stadt+werk – Kommunale Klimaschutz- und Energiepolitik


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