Das Wichtigste im Überblick
- Ort: Zeiss-Planetarium Jena
- Status: Wegen Sanierung geschlossen seit 01.01.2026
- Maßnahmen: Erneuerung der Technik (8K, Sound), Dämmung, Freilegung der historischen Kuppel
- Wiedereröffnung: Geplant für den 18. Juli 2026
- Investition: Rund 7,5 Millionen Euro
- Besonderheit: Dienstältestes Projektionsplanetarium der Welt feiert 100 Jahre
Jena. Wer derzeit einen Blick in das Innere des Zeiss-Planetariums werfen darf, erkennt das Wahrzeichen Jenas kaum wieder. Wo sonst Besucher in bequemen Sesseln in die Tiefen des Alls reisen, dominieren aktuell Stahlgerüste, Baustrahler und Handwerker in Schutzanzügen das Bild. Das dienstälteste Planetarium der Welt unterzieht sich einer grundlegenden Verjüngungskur – pünktlich zum großen Jubiläum im Sommer.
Ein Blick hinter die Kulissen der Großbaustelle
Das Herzstück des Hauses, der berühmte Sternenprojektor, ist verschwunden. Er befindet sich derzeit zur Generalüberholung bei Zeiss. Doch das ist nur der Anfang der umfangreichen Maßnahmen, die seit Jahresbeginn laufen. Bauarbeiter agieren in bis zu 25 Metern Höhe direkt unter der Kuppelspitze. Die gewohnte weiße Projektionsfläche wurde vollständig demontiert.
Für die beteiligten Handwerker ist dies keine Routinearbeit. Die Baustelle ist dunkel, fensterlos und erfordert höchste Präzision in schwindelerregender Höhe. Dabei werden auch Altlasten beseitigt: Säcke voller alter Glaswolle zeugen von der Entfernung der Akustikdämmung aus den 1950er-Jahren. Auch Einbauten aus den 80er-Jahren, wie Lochbleche, werden rückgebaut, um die ursprüngliche Substanz freizulegen.
Ingenieurskunst von Walter Bauersfeld wieder sichtbar
Durch die Entkernung tritt derzeit ein Stück Architekturgeschichte zutage, das sonst verborgen bleibt: das historische Netzwerk aus gleichseitigen Dreiecken, das die nur wenige Zentimeter dicke Betonkuppel stabilisiert. Diese geodätische Bauweise, entwickelt vor über 100 Jahren vom Ingenieur und Physiker Walter Bauersfeld, war seinerzeit revolutionär.
Bauersfelds Prinzip ermöglichte es, die rund 900 Quadratmeter große Kuppelfläche ohne störende Stützen zu überspannen. Diese Konstruktionsweise diente später weltweit als Vorbild für Kuppelbauten und moderne Zelte. Aktuell ist das stabilisierende Gerüst, das als Bewehrung in der Betonkuppel liegt, sowie eine vorgelagerte Gitterkonstruktion sichtbar. Letztere bleibt erhalten und wird künftig die neue Dämmung tragen. Davor werden passgenaue Bleche montiert, die eine absolut fugenfreie Projektionsfläche für die neue Ära des Planetariums bilden sollen.
Technologischer Quantensprung: 8K und 3D-Sound
Ziel der 7,5 Millionen Euro teuren Sanierung ist nicht nur der Erhalt der Bausubstanz, sondern eine massive technische Aufrüstung. Wenn das Planetarium im Juli wieder öffnet, wird die Bildauflösung vervierfacht: Neue Laserprojektoren sollen Videoinhalte in gestochen scharfem 8K an die Kuppel werfen. Dies verspricht eine Bildqualität, die selbst kleinste Details des Sternenhimmels sichtbar macht.
Ein weiteres Highlight ist das neue Soundsystem. Installiert wird eine immersive Audio-Lösung der Berliner Firma Holoplot. Das Besondere daran: Egal wo man im Rund sitzt, das Klangerlebnis soll überall identisch sein. Die Technik ermöglicht es zudem, Soundeffekte frei im Raum zu platzieren oder verschiedene Sitzbereiche sogar in unterschiedlichen Sprachen zu beschallen. Nach Angaben der Ernst-Abbe-Stiftung ist diese Kombination aus modernster Bild- und Tontechnik in einem Planetarium europaweit bislang einmalig. Vergleichbare Systeme finden sich sonst in spezialisierten Entertainment-Arenen wie der „Sphere“ in Las Vegas.
Wiedereröffnung zum 100. Geburtstag
Der Zeitplan für die Arbeiten ist sportlich, aber fest getaktet. Bis zum Sommer müssen Gerüste weichen, Technik installiert und Sessel montiert sein. Am 18. Juli 2026 soll der Vorhang für die Öffentlichkeit fallen. Das Datum ist mit Bedacht gewählt: Es markiert das 100-jährige Jubiläum des Hauses.
Jena bekräftigt mit dieser Investition seinen Ruf als Zentrum der Optik und Astronomie. Das Planetarium wird nach der Wiedereröffnung nicht nur ein technisches Schaufenster sein, sondern weiterhin ein Ort der Bildung, an dem – wie es in der Tradition des Hauses steht – Technik und die Magie des Sternenhimmels verschmelzen.
Wir bleiben für Sie dran und berichten, sobald es erste Bilder der fertiggestellten Innenkuppel gibt.
Quellen:
Original
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.