Das Wichtigste in Kürze
- Standort: Steubenstraße, Jena-Nord (ehemalige Universitätsgebäude).
- Vorhaben: Kauf und Sanierung durch eine private Initiative.
- Zielgruppe: Eine bunte Mischung aus Familien und Einzelpersonen.
- Konzept: Selbstverwaltung und dauerhaftes Mietmodell statt klassischem Eigentum.
Jena-Nord, 09.02.2026 – Auf dem angespannten Jenaer Wohnungsmarkt ist jede Initiative willkommen, die neuen Wohnraum schafft oder bestehende Bausubstanz vor dem Verfall rettet. In Jena-Nord richtet sich der Blick nun auf zwei leerstehende Gebäude in der Steubenstraße. Wo früher studiert und gearbeitet wurde, soll bald ein lebendiges, selbstverwaltetes Wohnquartier entstehen.
Aus Leerstand wird Lebensraum
Die zwei ehemaligen Gebäude der Friedrich-Schiller-Universität in der Steubenstraße stehen aktuell leer. Für eine Gruppe engagierter Bürger – bestehend aus Familien, Paaren und Einzelpersonen – stellt dies eine einmalige Gelegenheit dar. Sie haben sich zusammengeschlossen, um die Immobilien zu erwerben und grundlegend zu sanieren. Das Ziel ist ambitioniert: In einer Stadt, in der bezahlbarer Wohnraum Mangelware ist, wollen sie ihren Traum vom gemeinsamen Wohnen verwirklichen.
Gerade in Jena-Nord, einem Stadtteil, der durch seine gute Anbindung und die Nähe zum Zentrum sowie ins Grüne besticht, sind solche Immobilien rar. Die Umnutzung von Zweckgebäuden zu Wohnraum ist dabei städtebaulich oft eine sinnvolle Maßnahme, um Flächenversiegelung zu vermeiden und bestehende Quartiere zu beleben.
Das Modell: Kaufen, um Mieter zu bleiben
Das Besondere an dem Vorhaben ist das angestrebte Nutzungsmodell. Die Gruppe plant nicht den klassischen Erwerb von Eigentumswohnungen zur individuellen Vermögensbildung. Stattdessen lautet die Devise: Das Haus kaufen, um darin zur Miete zu wohnen. Solche Modelle, oft organisiert als Genossenschaften oder im Verbund des Mietshäuser Syndikats, zielen darauf ab, Immobilien dem spekulativen Markt zu entziehen.
Indem das Haus im Besitz einer Gesellschaft bleibt, die von den Bewohnern selbst verwaltet wird, können Mieten langfristig stabil gehalten werden. Mieterhöhungen dienen dann nicht der Rendite externer Investoren, sondern lediglich der Instandhaltung und der Tilgung von Krediten. Für viele Jenaer ist dies auf dem aktuellen Markt die einzige Chance, langfristig sicher und selbstbestimmt zu wohnen.
Kreative Finanzierung gegen hohe Kosten
Die Sanierung alter Universitätsgebäude ist jedoch kein leichtes Unterfangen. Neben den Kaufpreisen schlagen vor allem die Baukosten zu Buche. Um die Mieten später tatsächlich günstig halten zu können, setzt die Gruppe auf ein besonderes Finanzierungskonzept. Oftmals spielen hierbei Direktkredite von Unterstützern, viel Eigenleistung bei der Renovierung und eine solidarische Ökonomie eine Rolle.
Gelingt das Vorhaben, könnte in der Steubenstraße ein Leuchtturmprojekt für alternatives Wohnen in Jena entstehen. Es zeigt, dass Bürgerinitiativen eine Antwort auf die Wohnraumkrise sein können – mit Kreativität, Gemeinschaftssinn und dem Mut, alte Mauern mit neuem Leben zu füllen.
Ausblick
Noch steht das Projekt am Anfang. Die Sanierung wird Zeit und Kraft kosten, doch der gesellschaftliche Mehrwert für den Stadtteil Jena-Nord ist schon jetzt absehbar. Wenn aus leeren Fluren Wohnzimmer werden, gewinnt die ganze Stadt.
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