- Eskalation: Bereits der zweite Warnstreik am UKJ innerhalb von nur sieben Tagen.
- Patienten-Info: Notfallversorgung ist gesichert, doch es kann zu Wartezeiten und Verschiebungen kommen.
- Hintergrund: Der Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst und Gesundheitswesen verschärft sich.
Jena (30.01.2026) – Der Ton im aktuellen Tarifkonflikt wird rauer: Am heutigen Freitag haben Beschäftigte des Universitätsklinikums Jena (UKJ) erneut die Arbeit niedergelegt. Es ist bereits der zweite Warnstreik innerhalb einer einzigen Woche, was auf verhärtete Fronten zwischen den Arbeitgebervertretern und der Gewerkschaftsseite hindeutet. Das größte Krankenhaus Thüringens im Stadtteil Lobeda läuft damit abermals im Notbetrieb.
Auswirkungen auf den Klinikbetrieb
Für Patienten und Angehörige bedeutet der Ausstand vor allem Ungewissheit und Geduldsproben. Wie bei vorangegangenen Arbeitskampfmaßnahmen üblich, liegt der Fokus der Klinikleitung auf der Aufrechterhaltung der akuten Notfallversorgung. Lebensnotwendige Operationen und die Versorgung auf den Intensivstationen sind durch sogenannte Notdienstvereinbarungen abgesichert. Wer als Notfall in die Zentrale Notaufnahme (ZNA) kommt, wird behandelt.
Anders sieht es jedoch im regulären Stationsalltag und bei geplanten Eingriffen aus. Elektive Operationen – also Eingriffe, die medizinisch vertretbar verschoben werden können – müssen an Streiktagen häufig abgesagt werden. Auch in den Ambulanzen und bei der telefonischen Erreichbarkeit ist mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen. Das UKJ bittet in solchen Phasen üblicherweise um Verständnis, dass nicht akute Termine neu angesetzt werden müssen.
Hintergründe des Konflikts
Dass die Beschäftigten binnen Wochenfrist gleich zweimal in den Ausstand treten, ist ein deutliches Signal. Warnstreiks sind im deutschen Arbeitsrecht das Mittel der Wahl, um in laufenden Tarifverhandlungen den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Offenbar liegt das aktuelle Angebot der Arbeitgeberseite noch weit von den Forderungen der Gewerkschaften entfernt.
Im Kern geht es meist um spürbare Lohnerhöhungen, die die Inflation der letzten Jahre ausgleichen sollen, sowie um bessere Arbeitsbedingungen. Gerade am Uniklinikum, dem größten Arbeitgeber der Region Jena mit tausenden Beschäftigten, ist die Belastungsgrenze in vielen Bereichen ein dauerhaftes Thema. Die hohe Taktung der Streiks lässt vermuten, dass die Geduld der Belegschaft in der Pflege, im Funktionsdienst und in der Verwaltung am Ende ist.
Bedeutung für die Region
Das UKJ ist als einziges Universitätsklinikum in Thüringen ein Eckpfeiler der medizinischen Versorgung im Freistaat. Ein Stillstand hier hat Auswirkungen weit über die Stadtgrenzen von Jena hinaus. Wenn in Lobeda gestreikt wird, spürt das das gesamte Thüringer Gesundheitssystem.
Beobachter gehen davon aus, dass weitere Maßnahmen nicht ausgeschlossen sind, sollten die Verhandlungen in den kommenden Tagen keine signifikanten Fortschritte machen. Patienten, die für die kommende Woche Termine geplant haben, sollten sich proaktiv informieren und die Website des Klinikums im Auge behalten.
Wir halten Sie über die weitere Entwicklung im Tarifstreit auf dem Laufenden.
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