Die wichtigsten Fakten zum Streik-Montag
- Zeitraum: Montag, 02.02.2026, von Betriebsbeginn bis Betriebsende (teilweise bis Dienstagmorgen, 4 Uhr).
- Betroffene Unternehmen: Jenaer Nahverkehr, JES Verkehrsgesellschaft, diverse Stadtwerke in Thüringen.
- Auswirkungen Jena: Kein regulärer Straßenbahn- und Busverkehr im Stadtgebiet.
- Schülerverkehr: Massive Ausfälle, Eltern müssen Alternativen organisieren.
- Zusatz-Streik: Warnstreik am Universitätsklinikum Jena (nichtärztliches Personal).
- Alternativen: Eisenbahn-Regionalverkehr fährt regulär.
Jena. Der Start in die neue Woche verlangt den Menschen in Jena und dem Umland starke Nerven ab. Wie die Gewerkschaft Verdi angekündigt hat, legen Beschäftigte im kommunalen Nahverkehr am heutigen Montag, den 2. Februar 2026, ihre Arbeit nieder. In der Saalestadt stehen Räder und Schienen weitestgehend still. Doch nicht nur Pendler sind betroffen: Parallel dazu findet auch am Universitätsklinikum Jena (UKJ) ein Warnstreik statt.
Stillstand im Stadtverkehr und Saale-Holzland-Kreis
Wer heute Morgen in Jena auf die Straßenbahn oder den Bus wartet, wird an den Haltestellen vergeblich Ausschau halten. Der Jenaer Nahverkehr und die JES Verkehrsgesellschaft hatten bereits im Vorfeld gewarnt, dass ein regulärer Linienbetrieb im Stadtgebiet voraussichtlich nicht möglich sein wird. Der Warnstreik ist Teil der laufenden Tarifverhandlungen, mit denen die Gewerkschaft Verdi den Druck auf die Arbeitgeber für bessere Arbeitsbedingungen und Löhne erhöhen will.
Die Auswirkungen sind im gesamten Stadtgebiet zu spüren – von Lobeda bis Jena-Nord. Besonders kritisch ist die Situation für den Schülerverkehr. Da auch die Schulbusse vom Streik betroffen sind, waren Eltern heute Morgen gezwungen, Fahrgemeinschaften zu bilden oder ihre Kinder selbst zur Schule zu bringen. Die Schulen in der Region waren laut Angaben der Verkehrsbetriebe vorab informiert worden.
Verkehrschaos auf den Straßen erwartet
Da der öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) als Alternative wegfällt, sind viele Pendler zwangsläufig auf das eigene Auto umgestiegen. Dies führte bereits in den frühen Morgenstunden zu einem deutlich erhöhten Verkehrsaufkommen auf den Hauptverkehrsadern Jenas. Insbesondere auf der B7 und der B88 sowie den Einfallstraßen aus dem Umland müssen Autofahrer mit Verzögerungen rechnen. Ein MDR-Reporter berichtete bereits von längeren Fahrzeiten für Pendler zwischen Weimar und Erfurt, ein Bild, das sich auch in Jena widerspiegelt.
Während im Saale-Holzland-Kreis laut Berichten ein Notfahrplan eingerichtet wurde, sieht es im Jenaer Kernstadtgebiet schlechter aus. Hier könnten laut den Verkehrsbetrieben lediglich die in den Fahrplänen ausgewiesenen Anruf-Sammel-Taxi-Fahrten (AST) angeboten werden. Fahrgäste werden dringend gebeten, sich über die App „MeinJena“ oder die Routenplaner im Internet über etwaige verbliebene Verbindungen zu informieren. Wichtig zu wissen: Der regionale Bahnverkehr (z.B. Abellio, Deutsche Bahn) wird nicht bestreikt und fährt nach Plan. Wer also die Möglichkeit hat, innerhalb der Stadt oder des Umlands auf die S-Bahn oder Regionalzüge (z.B. Bahnhof Göschwitz, Westbahnhof, Paradies) auszuweichen, sollte diese Option nutzen.
Doppelbelastung: Warnstreik am Uniklinikum
Neben dem Verkehrschaos kommt eine weitere Herausforderung auf die Stadt zu. Auch am Universitätsklinikum Jena (UKJ) in Lobeda wird gestreikt. Im Rahmen der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder hat Verdi das nichtärztliche Personal zu Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Rund 300 Mitarbeiter sind bereits in den Ausstand getreten. Der Streik am Klinikum ist auf zwei Tage angesetzt, also für heute und morgen.
Das Klinikum teilte mit, dass Patienten sich auf Einschränkungen einstellen müssen. Geplante Untersuchungen oder Behandlungen könnten verschoben werden müssen; betroffene Patienten werden informiert. Die Notfallversorgung sowie lebenswichtige Behandlungen seien jedoch über eine Notdienstvereinbarung sichergestellt. Niemand muss also Sorge haben, in einem medizinischen Notfall keine Hilfe zu erhalten.
Hintergrund und Ausblick
Die Streikwelle rollt derzeit durch ganz Thüringen. Neben Jena sind auch Erfurt, Gera, Weimar, Gotha und diverse Landkreise betroffen. In der Landeshauptstadt Erfurt kommt der Verkehr der EVAG sogar komplett zum Erliegen. Die Gewerkschaft Verdi fordert in den Tarifkonflikten spürbare Verbesserungen für die Beschäftigten, um die Attraktivität der Berufe im ÖPNV und im öffentlichen Dienst zu sichern und dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken.
Für die Jenaer bedeutet dies heute vor allem Geduld. Es wird erwartet, dass sich der Verkehr erst am Dienstagmorgen wieder normalisiert. Bis dahin bleibt das Fahrrad oder der Fußweg für kurze Strecken wohl die verlässlichste Option.
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