Großdemonstration in Jena: Warnstreik an Schulen und Universität am Dienstag angekündigt

Kurz & Kompakt: Das müssen Sie wissen

  • Wann: Dienstag, 10. Februar 2026
  • Wo: Ganz Thüringen, zentrale Kundgebung in Jena
  • Wer streikt: Beschäftigte an Schulen, Hochschulen, Horten und Kitas des Studierendenwerks
  • Veranstalter: Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW)
  • Grund: Tarifverhandlungen öffentlicher Dienst der Länder (TV-L)

Jena (05.02.2026) – Die Saalestadt steht vor einem unruhigen Dienstag: Mitten in der entscheidenden Phase der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) zu einem umfassenden Warnstreik aufgerufen. Jena wurde dabei als Austragungsort für die zentrale Thüringer Kundgebung auserkoren, was spürbare Auswirkungen auf den Stadtverkehr und den Alltag vieler Familien haben wird.

Bildungseinrichtungen im Ausstand

Wie die Gewerkschaft ankündigte, sollen am kommenden Dienstag, den 10. Februar, die Arbeit in zahlreichen Bildungseinrichtungen niedergelegt werden. Betroffen ist dabei die gesamte Bildungskette: Von den Schulen und Horten über die Universitäten und Hochschulen bis hin zu den Kindertagesstätten, die vom Studierendenwerk betrieben werden.

Für Jena als Bildungs- und Wissenschaftsstandort ist dieser Aufruf besonders bedeutsam. Mit der Friedrich-Schiller-Universität und der Ernst-Abbe-Hochschule sind zwei der größten Arbeitgeber der Region direkt involviert. Es ist davon auszugehen, dass Vorlesungen ausfallen, Bibliotheken geschlossen bleiben oder nur eingeschränkt arbeiten und auch der Mensabetrieb bestreikt wird. Eltern von schulpflichtigen Kindern müssen sich darauf einstellen, dass Unterrichtsstunden entfallen oder eine Notbetreuung organisiert werden muss.

Zentrale Kundgebung in der Innenstadt

Dass die Wahl für die zentrale Demonstration auf Jena gefallen ist, dürfte auch im Straßenverkehr für Behinderungen sorgen. Die Gewerkschaften mobilisieren ihre Mitglieder aus ganz Thüringen, um in Jena zusammenzukommen. Erwartet wird ein Demonstrationszug durch die Innenstadt, der den Druck auf die Arbeitgeberseite vor der dritten Verhandlungsrunde erhöhen soll.

Verkehrsteilnehmer sollten den Bereich der Innenstadt am Dienstagvormittag und -mittag weiträumig umfahren oder auf öffentliche Verkehrsmittel ausweichen – wobei auch hier durch das erhöhte Aufkommen mit Verzögerungen zu rechnen ist. Die genaue Route des Demonstrationszuges wird üblicherweise kurzfristig bekannt gegeben, führt aber traditionell durch zentrale Knotenpunkte wie den Holzmarkt oder den Bereich um den Universitäts-Campus.

Hintergrund: Verhärtete Fronten im Tarifstreit

Hintergrund der Arbeitsniederlegungen ist der laufende Tarifkonflikt im öffentlichen Dienst der Länder. Die Gewerkschaften verhandeln für rund 2,6 Millionen Beschäftigte bundesweit. In Thüringen betrifft dies etwa die Hälfte der Landesbediensteten, die im Bildungsbereich tätig sind.

Die Forderungen der Arbeitnehmervertretung sind deutlich:

  • 7 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro monatlich mehr.
  • 200 Euro mehr für Auszubildende und Praktikanten.
  • Ein eigener Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TV Stud).

Die Tarifgemeinschaft der Länder (TdL) hatte diese Forderungen bisher als finanziell nicht machbar zurückgewiesen und auf die angespannte Haushaltslage der Länder verwiesen. Die ersten zwei Verhandlungsrunden blieben ergebnislos. Die kommende dritte Runde, die vom 11. bis 13. Februar in Potsdam angesetzt ist, gilt als entscheidend. Mit dem Warnstreik in Jena wollen die Beschäftigten ein deutliches Signal nach Potsdam senden, dass sie bereit sind, für ihre Forderungen auf die Straße zu gehen.

Was Eltern und Studierende jetzt tun sollten

Für Eltern in Jena und dem Umland empfiehlt es sich, frühzeitig Kontakt mit der jeweiligen Schule oder dem Hort aufzunehmen, um zu klären, inwieweit der Betrieb am Dienstag aufrechterhalten wird. Auch Studierende sollten Online-Portale ihrer Hochschulen prüfen, um nicht vor verschlossenen Hörsälen zu stehen.

Der Streiktag wird zeigen, wie stark die Mobilisierungskraft der Gewerkschaften in Thüringen aktuell ist. Sollte auch die dritte Verhandlungsrunde scheitern, könnten im Frühjahr unbefristete Erzwingungsstreiks folgen.


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