Großer Warnstreik am Dienstag: Schulen, Unis und Klinikum in Jena betroffen

Das Wichtigste im Überblick

  • Wann: Dienstag, 10. Februar 2026
  • Wo: Stadtgebiet Jena (Zentrale Kundgebung)
  • Wer streikt: Schulen, Horte, Hochschulen, Studierendenwerk-Kitas, Uniklinikum (UKJ)
  • Organisatoren: GEW und ver.di
  • Auswirkungen: Unterrichtsausfall, geschlossene Kitas, Einschränkungen im Klinikbetrieb (Notdienst steht)

Jena (07.02.2026) – Kurz vor der nächsten Verhandlungsrunde im öffentlichen Dienst der Länder wächst der Druck auf die Arbeitgeber. Für den kommenden Dienstag haben die Gewerkschaften zu umfassenden Arbeitsniederlegungen aufgerufen. Jena wird dabei zum zentralen Schauplatz des Protests in Thüringen.

Eltern, Studierende und Patienten in Jena müssen sich am kommenden Dienstag auf erhebliche Einschränkungen einstellen. Wie die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ankündigte, sind Tarifbeschäftigte an Thüringer Bildungseinrichtungen zu einem landesweiten Warnstreik aufgerufen. Ziel der Maßnahmen ist es, den Forderungen in den laufenden Tarifverhandlungen Nachdruck zu verleihen, bevor sich die Parteien am 11. Februar zur möglicherweise entscheidenden dritten Runde in Potsdam treffen.

Zentrale Kundgebung in der Saalestadt

Jena fungiert an diesem Tag als Sammelpunkt für die Streikenden aus dem gesamten Freistaat. Beschäftigte aus Schulen und Horten, von der Friedrich-Schiller-Universität, der Ernst-Abbe-Hochschule sowie aus den Kindergärten des Studierendenwerks sollen zu einer zentralen Kundgebung und Demonstration zusammenkommen.

Für die Einwohner Jenas bedeutet dies zweierlei: Zum einen ist mit Ausfällen in der Betreuung und Lehre zu rechnen. Eltern sollten sich frühzeitig informieren, ob die Schule oder der Hort ihres Kindes bestreikt wird und ob eine Notbetreuung eingerichtet werden kann. Da verbeamtete Lehrer nicht streiken dürfen, angestellte Pädagogen jedoch schon, kann die Situation von Schule zu Schule stark variieren – von komplettem Unterrichtsausfall bis hin zu bloßen Planänderungen.

Zum anderen dürften die Demonstration und die Anreise zahlreicher Streikender aus dem Umland auch Auswirkungen auf den Verkehr in der Jenaer Innenstadt haben. Insbesondere im Bereich des Zentrums und rund um die Universität ist mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen.

Auch das Uniklinikum im Ausstand

Parallel zur GEW hat auch die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di erneut zum Warnstreik aufgerufen. Dies betrifft in Jena vor allem das Universitätsklinikum (UKJ). Es ist nicht die erste Arbeitsniederlegung am einzigen Uniklinikum Thüringens in dieser Tarifrunde. Die Gewerkschaft betonte jedoch, dass Notdienste für den Dienstag abgedeckt seien. Patienten, deren Behandlungen nicht akut lebensnotwendig sind, müssen sich dennoch auf Wartezeiten oder Verschiebungen einstellen.

Hintergrund: Die Forderungen der Beschäftigten

Der Konflikt dreht sich um den Tarifvertrag der Länder (TV-L). Die Gewerkschaften verhandeln für rund 2,6 Millionen Beschäftigte bundesweit. In Thüringen betrifft dies einen signifikanten Teil der Arbeitnehmerschaft, da etwa die Hälfte der Landesbeschäftigten im Bildungsbereich tätig ist.

Die Kernforderungen der Arbeitnehmerseite sind:

  • Einkommenserhöhung: Sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro mehr pro Monat.
  • Nachwuchskräfte: Für Auszubildende und Praktikanten werden monatlich 200 Euro mehr gefordert.
  • Studentische Beschäftigte: Hier drängen die Gewerkschaften auf einen eigenen Tarifvertrag, um die Arbeitsbedingungen an den Hochschulen zu standardisieren.

Die Arbeitgeberseite der Länder hatte diese Forderungen in den bisherigen Runden als überzogen zurückgewiesen und auf die angespannte Haushaltslage der Bundesländer verwiesen. Die Verhandlungen laufen bereits seit Anfang Dezember 2025. Eine zweite Runde Mitte Januar in Potsdam blieb ergebnislos.

Blick nach Potsdam

Der Zeitpunkt des Warnstreiks ist strategisch gewählt: Er findet genau einen Tag vor Beginn der dritten Verhandlungsrunde statt, die ab dem 11. Februar in Potsdam angesetzt ist. Mit den Bildern der Großdemonstration aus Jena wollen die Gewerkschaften den Druck auf die Verhandlungsführer der Länder erhöhen, um ein akzeptables Angebot zu erzwingen. Sollte auch diese Runde scheitern, könnten Urabstimmungen und unbefristete Erzwingungsstreiks als nächste Eskalationsstufe folgen.

Für den kommenden Dienstag gilt in Jena jedoch erst einmal der Ausnahmezustand in Klassenzimmern, Hörsälen und Teilen des Klinikums.


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