Das Wichtigste im Überblick
- Wann: Montag, 2. Februar 2026, ganztägig.
- Wo: Jena, Saale-Holzland-Kreis, Erfurt, Gera, Weimar und weitere Landkreise.
- Auswirkung: Kein regulärer Bus- und Straßenbahnverkehr in Jena.
- Betroffen: Auch der Schülerverkehr und Berufsverkehr.
Jena (30.01.2026) – Ein harter Start in die kommende Woche steht Pendlern, Schülern und Eltern in Jena bevor. Die Gewerkschaft Ver.di macht ernst und ruft für den kommenden Montag, den 2. Februar, zu einem umfassenden Warnstreik im kommunalen Nahverkehr auf. In der Saalestadt wird dies faktisch den Stillstand des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) bedeuten.
Keine Busse, keine Bahnen: Nichts geht mehr
Nachdem die erste Runde der Tarifverhandlungen für die Beschäftigten im kommunalen Nahverkehr ohne Ergebnis geblieben ist, erhöht die Gewerkschaft den Druck massiv. Wie die Stadtwerke Jena bereits gesondert informierten, müssen sich Fahrgäste darauf einstellen, dass am Montag im gesamten Stadtgebiet sowie im Saale-Holzland-Kreis kein regulärer Bus- und Straßenbahnbetrieb möglich sein wird. Es ist davon auszugehen, dass alle Linienfahrten entfallen.
Dies trifft den Berufsverkehr in der morgendlichen Rushhour ebenso hart wie den Schulweg vieler Kinder und Jugendlichen. Da auch der Schülerverkehr von den Ausfällen betroffen ist, sind Eltern gefordert, kurzfristig Alternativen zu organisieren. Neben Jena sind auch die Verkehrsbetriebe in Erfurt, Gera, Weimar, Gotha sowie in den Landkreisen Unstrut-Hainich, Kyffhäuser und Weimarer Land zum Streik aufgerufen. Thüringen steuert damit auf einen verkehrstechnischen Ausnahmezustand zu.
Verhärtete Fronten im Tarifstreit
Hintergrund der Arbeitsniederlegung ist ein sich zuspitzender Konflikt zwischen Ver.di und dem Kommunalen Arbeitgeberverband (KAV). Laut Gewerkschaftsangaben verlief der Auftakt der Verhandlungen nicht nur ergebnislos, sondern sorgte für erhebliche Empörung auf Arbeitnehmerseite. Ver.di wirft den Arbeitgebern vor, statt auf Entlastung auf eine Verschlechterung der Arbeitsbedingungen zu setzen.
Paul Schmidt, Verhandlungsführer bei Ver.di, fand deutliche Worte für das Angebot der Arbeitgeberseite: „Das Verhalten der Arbeitgeber ist empörend.“ Die Beschäftigten würden seit Jahren unter einer enormen Belastung leiden, die durch asymmetrische Schichtarbeit und Personalmangel verstärkt werde. Die Gegenseite habe jedoch Forderungen nach längeren Arbeitszeiten sowie Kürzungen bei Jahressonderzahlungen und Zulagen ins Spiel gebracht. Zudem würde die angebotene Entgelterhöhung real zu einem sinkenden Stundenlohn führen, so die Kritik der Gewerkschaft.
Die Arbeitgeberseite, so der Vorwurf von Ver.di, verweigere sich derzeit konstruktiven Gesprächen über eine Entlastung der Fahrerinnen und Fahrer. „Die Arbeitgeber setzen auf Eskalation“, so Schmidt weiter. Dies sei eine Kampfansage, die nun mit dem Warnstreik beantwortet werde.
Verkehrskollaps droht: Das müssen Sie jetzt wissen
Für den Montag ist auf den Straßen in und um Jena mit einem erheblich erhöhten Verkehrsaufkommen zu rechnen. Da Tausende Pendler, die normalerweise den Jenaer Nahverkehr nutzen, auf das eigene Auto ausweichen müssen, sind Staus auf den Hauptverkehrsachsen (B7, B88, Stadtrodaer Straße) vorprogrammiert. Wer die Möglichkeit hat, sollte am Montag im Homeoffice arbeiten oder Fahrgemeinschaften bilden. Auch das Fahrrad könnte – wetterabhängig – eine sinnvolle Alternative sein, um dem drohenden Stauchaos zu entgehen.
Wichtig zur Unterscheidung: Der Streik betrifft den kommunalen Nahverkehr. Der regionale Bahnverkehr (Deutsche Bahn, Abellio) wird, sofern nicht gesondert bestreikt, voraussichtlich fahren. Allerdings dürfte die Anreise zu den Bahnhöfen ohne Bus und Tram für viele zur Herausforderung werden. Fahrgäste werden gebeten, sich rechtzeitig über Apps und Webseiten der Verkehrsunternehmen zu informieren, auch wenn die Prognose für den Montag eindeutig „Stillstand“ lautet.
Wir halten Sie über die weitere Entwicklung und mögliche neue Verhandlungstermine auf dem Laufenden.
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