- Datum: Dienstag, 10. Februar 2026
- Betroffene Bereiche: Schulen, Horte, Universitäten, Hochschulen, Kitas des Studierendenwerks, Universitätsklinikum Jena (UKJ)
- Aktion: Zentrale Kundgebung und Demonstration in Jena
- Forderungen: 7 % mehr Gehalt (mind. 300 Euro), Tarifvertrag für studentische Beschäftigte
Jena. Der kommende Dienstag, der 10. Februar 2026, wird für viele Bürgerinnen und Bürger in Jena sowie Pendler aus dem Umland zur Geduldsprobe werden. Mitten in der heißen Phase der Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst der Länder haben die Gewerkschaften den Druck massiv erhöht. Die Saalestadt wird dabei zum zentralen Schauplatz des thüringenweiten Protests.
Bildungsbetrieb im Ausnahmezustand
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) hat zu einem umfassenden Warnstreik aufgerufen, der weite Teile des Bildungssektors in Thüringen treffen wird. Besonders spürbar werden die Auswirkungen in Jena sein, wo eine zentrale Kundgebung geplant ist. Aufgerufen sind Tarifbeschäftigte an Schulen, Horten, der Friedrich-Schiller-Universität sowie der Ernst-Abbe-Hochschule.
Für Eltern bedeutet dies, dass sie sich kurzfristig auf Betreuungsengpässe einstellen müssen. Auch wenn verbeamtete Lehrer nicht streiken dürfen, führt der Ausfall der angestellten Lehrkräfte und des pädagogischen Personals im Hortbereich oft zu Unterrichtsausfällen oder Notbetreuungsplänen. Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf den Kindergärten des Studierendenwerks, deren Mitarbeiter ebenfalls die Arbeit niederlegen sollen. Eltern, deren Kinder städtische oder kirchliche Einrichtungen besuchen, sind nach aktuellem Stand nicht direkt von diesem spezifischen Tarifkonflikt betroffen, da dort meist andere Tarifverträge gelten.
Auch das Uniklinikum streikt wieder
Neben dem Bildungssektor ist auch das Gesundheitswesen betroffen. Die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di hat erneut Beschäftigte des Universitätsklinikums Jena (UKJ) zum Warnstreik aufgerufen. Da das UKJ eine Landesanstalt ist, fallen die Mitarbeiter unter den Tarifvertrag der Länder (TV-L).
Hier gibt es jedoch eine wichtige Nachricht für Patienten und Angehörige: Die Notfallversorgung bleibt gesichert. Wie bereits bei vergangenen Arbeitsniederlegungen wurde kommuniziert, dass Notdienste abgedeckt seien. Geplante, nicht lebensnotwendige Operationen oder Routinetermine könnten jedoch Verschiebungen unterliegen.
Hintergrund: Druck vor der dritten Runde
Der Zeitpunkt der Arbeitsniederlegungen ist bewusst gewählt. Seit Anfang Dezember laufen die Verhandlungen für die rund 2,6 Millionen Beschäftigten im öffentlichen Dienst der Länder. Die zweite Runde Mitte Januar in Potsdam endete ergebnislos, was die Fronten verhärtet hat.
Die Gewerkschaften fordern spürbare Verbesserungen, um die Inflation und die gestiegenen Lebenshaltungskosten auszugleichen. Konkret verlangen sie:
- 7 Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch einen Festbetrag von 300 Euro monatlich.
- Für Auszubildende und Praktikanten eine Erhöhung um 200 Euro.
- Erstmals einen verbindlichen Tarifvertrag für die studentischen Beschäftigten an den Hochschulen.
Die Arbeitgeberseite der Länder hatte diese Forderungen bisher als überzogen und angesichts der knappen Länderhaushalte als nicht finanzierbar zurückgewiesen.
Ausblick und Verkehrslage
Da die Streikenden zu einer zentralen Demonstration in Jena zusammenkommen sollen, ist am Dienstag im Stadtgebiet auch mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen. Insbesondere im Bereich des Zentrums könnten Demonstrationszüge den Verkehrsfluss zeitweise unterbrechen. Autofahrer sollten, wenn möglich, den Innenstadtbereich umfahren.
Dieser Warnstreik ist das letzte große Signal vor der dritten und möglicherweise entscheidenden Verhandlungsrunde, die ab dem 11. Februar in Potsdam angesetzt ist. Sollte es dort zu keiner Einigung kommen, könnten Urabstimmungen und unbefristete Erzwingungsstreiks die nächste Stufe der Eskalation sein.
Wir halten Sie über die aktuellen Entwicklungen und die Verkehrslage am Dienstag auf dem Laufenden.
Quellen:
Original
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.