Alarmierende Entdeckung: Jenaer Forscher warnen vor Ausbreitung der Vogelgrippe in der Antarktis

Das Wichtigste in Kürze

  • Entdeckung: Jenaer Forschungsteam weist H5N1-Virus auf King George Island nach.
  • Betroffene Tiere: Vorwiegend Raubmöwen (Skuas), aber auch Sturmvögel und Seeschwalben.
  • Gefahr: Hohes Risiko für Pinguin-Kolonien durch enge Sozialstrukturen.
  • Institution: Institut für Biodiversität, Ökologie und Evolution der Uni Jena.

Jena / Antarktis (07.02.2026) – Während in Jena der Alltag seinen gewohnten Gang geht, blickt ein Forschungsteam der Friedrich-Schiller-Universität mit großer Sorge ans andere Ende der Welt. Wissenschaftler aus der Saalestadt haben bei einer Expedition in der Antarktis alarmierende Beobachtungen gemacht: Die als besonders aggressiv geltende Vogelgrippe (H5N1) breitet sich nun auch in den entlegensten Gebieten der Erde aus.

Jenaer Team bestätigt Virus-Nachweis

Die unberührte Natur der Antarktis galt lange als einer der letzten sicheren Rückzugsorte für viele Tierarten. Doch diese Sicherheit scheint zu bröckeln. Christina Braun vom Institut für Biodiversität, Ökologie und Evolution der Universität Jena bestätigte nun, dass das Virus H5N1 erstmals auf King George Island, nahe der Nordküste des antarktischen Festlands, nachgewiesen wurde.

Bereits im Oktober 2023 gab es erste Indizien für das Virus in der antarktischen Region, doch die aktuellen Erkenntnisse der Jenaer Forscher zeigen eine deutliche Verschärfung der Lage. Während ihrer Forschungsreise zu Jahresbeginn entdeckte das Team 52 verendete Tiere. „Irgendwas passiert dort“, fasste Braun die beunruhigende Situation zusammen. Betroffen seien vor allem Skuas (Raubmöwen), aber auch südliche Riesensturmvögel und Antarktisseeschwalben.

Dunkelziffer könnte deutlich höher liegen

Die dokumentierten Funde sind vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Markus Bernhardt-Römermann, Kollege von Braun an der Universität Jena, geht davon aus, dass die tatsächliche Zahl der betroffenen Individuen weitaus höher liegt. Ein großes Problem bei der Erfassung der Sterblichkeit ist das Ökosystem selbst: In der Region gibt es zahlreiche Aasfresser, die Kadaver oft sehr schnell beseitigen oder wegzerren, bevor sie von Forschern registriert oder beprobt werden können.

Nicht alle der gefundenen toten Tiere konnten sofort auf H5N1 getestet werden, und bei einigen Proben stehen die endgültigen Laborergebnisse noch aus. Dennoch ist die beobachtete Sterblichkeit signifikant und deutet auf ein größeres Ausbruchsgeschehen hin.

Große Sorge um Pinguin-Populationen

Besonders dramatisch könnte die Situation für die Pinguine werden. Die Gefahr einer rasanten Ausbreitung ist bei diesen Vögeln biologisch bedingt extrem hoch. Um sich vor der extremen Kälte der Antarktis zu schützen, stehen Pinguine in ihren Kolonien oft dicht an dicht gedrängt. Diese Überlebensstrategie wird im Falle einer Epidemie zum Verhängnis: Wie bei der menschlichen Grippe erfolgt die Ansteckung über Tröpfcheninfektion oder Speichel.

„Es kann sein, dass es durchschlägt und eine Population lokal ausstirbt“, warnt Bernhardt-Römermann. Zwar gebe es Hinweise darauf, dass einige Raubmöwen bereits eine Immunität entwickelt haben, doch die langfristigen ökologischen Folgen sind derzeit kaum abzuschätzen. Da nur etwa zwei Prozent der antarktischen Fläche eisfrei sind, brüten die Vögel auf sehr begrenztem Raum, was die Virusübertragung begünstigt.

Ausblick: Gefahr durch Zugvögel

Die Jenaer Forscher weisen zudem auf die globale Vernetzung der Ökosysteme hin. Viele der betroffenen Arten sind Zugvögel, die im Norden überwintern und dort vermutlich erstmals mit dem Virus in Kontakt gekommen sind. Bernhardt-Römermann prognostiziert, dass die größten Sterbeereignisse wahrscheinlich eher an den südamerikanischen Küsten ablaufen werden, wo die Vögel auf ihren Wanderungen rasten. Dennoch zeigt der Nachweis durch das Jenaer Team, dass selbst die isoliertesten Orte der Welt nicht vor globalen Krankheitserregern gefeit sind.

Die Friedrich-Schiller-Universität leistet mit dieser Arbeit einen essenziellen Beitrag zum Verständnis globaler Biodiversitätsveränderungen. Die weiteren Entwicklungen werden in Jena genau beobachtet und ausgewertet.

Wir bleiben für Sie an diesem Thema dran und berichten, sobald neue Erkenntnisse der Universität vorliegen.


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