Vogelgrippe in der Antarktis: Jenaer Forscher warnen vor fatalen Folgen für Pinguine

  • Forschungsteam: Institut für Biodiversität, Ökologie und Evolution der Friedrich-Schiller-Universität Jena
  • Fundort: King George Island (Antarktis)
  • Befund: Nachweis des H5N1-Virus (Vogelgrippe)
  • Gefahr: Hohes Infektionsrisiko für eng zusammenlebende Pinguinkolonien

Jena/Antarktis (04.02.2026) – Während in Thüringen der Winter seinen gewohnten Lauf nimmt, blicken Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit großer Sorge ans andere Ende der Welt. Ein Forschungsteam aus der Saalestadt hat alarmierende Erkenntnisse von einer Expedition in die Antarktis mitgebracht. Das gefürchtete Vogelgrippevirus H5N1 breitet sich nun auch in einer der entlegensten Regionen der Erde aus und bedroht dortige Tierpopulationen massiv.

Jenaer Team bestätigt Virus-Nachweis

Lange Zeit galt die Antarktis als einer der letzten fast unberührten Lebensräume, abgeschirmt durch ihre geografische Isolation und das extrem raue Klima. Doch diese Barriere scheint gefallen zu sein. Christina Braun vom Institut für Biodiversität, Ökologie und Evolution der Universität Jena berichtete von bedrückenden Funden auf King George Island, nahe der Nordküste des antarktischen Festlands.

Während einer Forschungsreise zu Beginn dieses Jahres stieß das Team auf eine ungewöhnlich hohe Anzahl verendeter Tiere. Insgesamt wurden 52 Kadaver entdeckt. „Irgendwas passiert dort“, fasste Braun die Situation zusammen. Betroffen waren vor allem Skuas (Raubmöwen), aber auch südliche Riesensturmvögel und Antarktisseeschwalben. Laboruntersuchungen bestätigten inzwischen den Verdacht: Das hochpathogene Vogelgrippevirus H5N1 ist die Ursache.

Warum Pinguine besonders gefährdet sind

Die Entdeckung der Jenaer Biologen hat weitreichende Implikationen für das gesamte Ökosystem der Südpolarregion. Markus Bernhardt-Römermann, Kollege von Christina Braun an der Universität Jena, warnt davor, dass die dokumentierten 52 toten Tiere nur die Spitze des Eisbergs sein könnten. Da viele Aasfresser in der Region aktiv sind, werden Kadaver oft schnell beseitigt, bevor sie von Forschern registriert werden können. „Man kann davon ausgehen, dass sehr viel mehr Individuen betroffen sind“, so der Experte.

Besonders dramatisch könnte die Situation für die Pinguine werden. Diese Vögel sind für ihr ausgeprägtes Sozialverhalten bekannt; sie brüten auf engstem Raum und stehen oft dicht gedrängt, um sich gegenseitig vor der beißenden Kälte zu schützen. Was für das Überleben im Eis essenziell ist, wird bei einer Epidemie zum Verhängnis: Die Nähe begünstigt eine rasante Ausbreitung des Virus, das ähnlich wie die menschliche Grippe über Tröpfcheninfektion und Speichel übertragen wird.

Die Jenaer Forscher befürchten Szenarien, in denen das Virus ganze Kolonien durchseucht und lokale Populationen komplett auslöschen könnte. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass einige Raubmöwen bereits eine Immunität entwickeln, doch für die Pinguine ist die Bedrohung akut und die Folgen sind derzeit kaum abzuschätzen.

Hintergrund: Wie das Virus in den Süden kommt

Die wissenschaftliche Einordnung der Jenaer Universität verdeutlicht, wie global vernetzt Ökosysteme sind. Das Virus entsteht nicht im ewigen Eis, sondern wird eingetragen. Viele der betroffenen Vogelarten sind Zugvögel, die in nördlicheren Gefilden überwintern, oft an den Küsten Südamerikas. Dort kommen sie mit dem Erreger in Kontakt und tragen ihn bei ihrer Rückkehr in die Brutgebiete der Antarktis.

Da in der Antarktis nur etwa zwei Prozent der Fläche eisfrei sind, konzentriert sich das Leben – und damit das Infektionsgeschehen – auf wenige, dicht besiedelte Areale. Dies macht die Arbeit der Jenaer Biodiversitätsforscher so wichtig: Nur durch regelmäßiges Monitoring vor Ort können solche Veränderungen frühzeitig erkannt und verstanden werden, auch wenn direkte Eingriffsmöglichkeiten in der wilden Natur der Antarktis begrenzt bleiben.

Fazit

Die Arbeit der Friedrich-Schiller-Universität unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der Jenaer Forschung im internationalen Kontext. Was als lokale Beobachtung toter Möwen begann, liefert nun wichtige Daten für das weltweite Verständnis der Ausbreitung von Zoonosen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie widerstandsfähig die Pinguinpopulationen gegen diesen unsichtbaren Feind sind.


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