Das Wichtigste in Kürze
- Wer: Forschungsteam der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Institut für Biodiversität, Ökologie und Evolution).
- Was: Nachweis des Vogelgrippevirus H5N1 auf King George Island (Antarktis).
- Befund: Hohe Sterblichkeit bei Raubmöwen (Skuas) und Gefahr für Pinguinkolonien.
- Hintergrund: Das Virus wurde erstmals im Oktober 2023 in der Region entdeckt, breitet sich nun aber weiter aus.
Jena / King George Island (06.02.2026). Es sind besorgniserregende Nachrichten, die ein Forschungsteam der Friedrich-Schiller-Universität Jena von seiner jüngsten Expedition mitbringt. Während in Thüringen der Alltag seinen Lauf nimmt, spielt sich rund 13.000 Kilometer entfernt, im ewigen Eis der Antarktis, ein stilles Drama ab. Die Wissenschaftler haben dort deutliche Hinweise auf eine Ausbreitung der gefährlichen Vogelgrippe H5N1 gefunden. Besonders die einzigartige Tierwelt des Südpols könnte, so die Befürchtung der Experten, massiven Schaden nehmen.
Tod im Eis: Was die Jenaer Forscher entdeckten
Christina Braun und Markus Bernhardt-Römermann vom Institut für Biodiversität, Ökologie und Evolution der Universität Jena waren vor Ort, um Daten zu sammeln. Was sie auf King George Island, nahe der Nordküste des antarktischen Festlands, vorfanden, lässt die Alarmglocken schrillen. Während der Forschungsreise zu Beginn des Jahres entdeckte das Team 52 tote Tiere. „Irgendwas passiert dort“, fasst Christina Braun die Situation zusammen.
Zwar seien noch nicht alle Kadaver abschließend getestet und einige Laborergebnisse stünden noch aus, doch bei den untersuchten Proben konnte das H5N1-Virus bereits nachgewiesen werden. Betroffen sind vor allem Skuas – große Raubmöwen, die in der Nahrungskette der Antarktis eine wichtige Rolle spielen. Aber auch südliche Riesensturmvögel und Antarktisseeschwalben wurden tot aufgefunden.
Die Dunkelziffer dürfte indes weitaus höher liegen. „Man kann davon ausgehen, dass sehr viel mehr Individuen betroffen sind, als gefunden worden sind“, erklärt Markus Bernhardt-Römermann. Das liegt an der Natur der Region: Zahlreiche Aasfresser sorgen dafür, dass Tierkadaver oft schnell gefressen oder weggeschleppt werden, bevor Forscher sie registrieren können.
Gefahr für Pinguine: Ein Funke im Pulverfass
Warum versetzt dieser Befund die Wissenschaftswelt so sehr in Aufregung? Das Problem liegt in der Sozialstruktur der antarktischen Bewohner. Pinguine, die Sympathieträger des Südpols, brüten in riesigen Kolonien. Um sich vor der extremen Kälte zu schützen, stehen die Tiere oft dicht an dicht gedrängt. Für ein hoch ansteckendes Virus wie H5N1 sind das ideale Bedingungen.
Die Ansteckung erfolgt, ähnlich wie bei der menschlichen Grippe, über Tröpfcheninfektion oder Speichel. Wenn das Virus in eine solche Kolonie eingetragen wird, könnte es sich rasend schnell verbreiten. „Es kann sein, dass es durchschlägt und eine Population lokal ausstirbt“, warnen die Jenaer Experten. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass einige Raubmöwen bereits eine Immunität entwickelt haben könnten, doch für die Pinguine bleibt das Risiko unkalkulierbar hoch.
Wie das Virus in die Antarktis kommt
Die geografische Isolation der Antarktis schützte sie lange Zeit vor vielen Krankheitserregern. Doch Vögel kennen keine Grenzen. Die Jenaer Forscher gehen davon aus, dass Zugvögel das Virus aus Südamerika einschleppen. Viele Arten überwintern im Norden und kehren zum Brüten in die Antarktis zurück. „Wir gehen davon aus, dass die größten Sterbeereignisse eher an der südamerikanischen Küste ablaufen werden“, so Bernhardt-Römermann. Dort ist die Wahrscheinlichkeit des Kontakts mit dem Virus höher. Dennoch zeigt der aktuelle Nachweis, dass die Barriere gebrochen ist.
Generell brüten Vögel in der Antarktis auf sehr begrenztem Raum, da nur etwa zwei Prozent der Landfläche eisfrei sind. Diese räumliche Konzentration erleichtert die Übertragung von Krankheitserregern zusätzlich.
Fazit und Ausblick
Die Erkenntnisse der Jenaer Universität unterstreichen, wie eng vernetzt unsere globalen Ökosysteme sind. Was in Südamerika oder Europa beginnt, kann fatale Folgen für die entlegensten Winkel der Erde haben. Die Universität Jena leistet mit ihrer Arbeit vor Ort einen entscheidenden Beitrag zum Verständnis dieser Prozesse. Ob und wie sich die Pinguinpopulationen gegen das Virus behaupten können, wird die weitere Beobachtung in den kommenden Monaten zeigen müssen.
Bleiben Sie gesund und informiert.
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