- Veranstaltung abgesagt: Die Friedrich-Schiller-Universität zieht Einladung zurück.
- Kontroverse Personalie: Publizist Wieland Hoban steht wegen politischer Positionen in der Kritik.
- Berichterstattung: Fall sorgt überregional für Aufsehen, u.a. in der Jüdischen Allgemeinen.
Jena (14.01.2026) – Es ist eine Entscheidung, die derzeit für Diskussionsstoff an den Fakultäten und darüber hinaus sorgt: Die Friedrich-Schiller-Universität (FSU) Jena hat eine Einladung an den Publizisten und Übersetzer Wieland Hoban zurückgezogen. Dies berichtet unter anderem die Jüdische Allgemeine unter Berufung auf aktuelle Entwicklungen.
Hintergrund der Ausladung
Die Universität Jena sieht sich, wie viele akademische Einrichtungen in Deutschland, zunehmend mit der Herausforderung konfrontiert, den Spagat zwischen wissenschaftlicher Diskursfreiheit und gesellschaftlicher Verantwortung zu meistern. Im Fall von Wieland Hoban scheint diese Abwägung nun zu Ungunsten des Gastes ausgefallen zu sein.
Hoban, der als Vorsitzender der Organisation „Jüdische Stimme für gerechten Frieden in Nahost“ fungiert, ist im öffentlichen Diskurs keine unbekannte Figur. Seine Positionen und die seines Vereins zum Nahostkonflikt stoßen in Deutschland regelmäßig auf scharfe Kritik und werden von verschiedenen Stellen, darunter auch Antisemitismusbeauftragten, kritisch beäugt. Die genauen Gründe, die die Universitätsleitung final zu diesem Schritt bewogen haben, beziehen sich dem Vernehmen nach auf die Sorge, dass die geplante Veranstaltung zu einer Plattform für einseitige politische Agitation werden könnte, die dem wissenschaftlichen Anspruch der Hochschule widerspricht.
Einordnung: Unis im Spannungsfeld
Der Vorfall in Jena ist kein Einzelfall, sondern reiht sich ein in eine deutschlandweite Debatte darüber, wem an öffentlichen Hochschulen eine Bühne geboten werden soll. Gerade seit der Eskalation im Nahen Osten stehen Universitäten unter besonderer Beobachtung. Sie müssen gewährleisten, dass der Campus ein sicherer Ort für alle Studierenden – unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion – bleibt. Kritiker von Hobans Organisation werfen dieser vor, Grenzen legitimer Israelkritik zu überschreiten.
Für die Friedrich-Schiller-Universität, die sich in ihrem Leitbild Weltoffenheit und Toleranz auf die Fahnen geschrieben hat, sind solche Entscheidungen stets eine Gratwanderung. Einerseits gilt die Freiheit der Lehre als hohes Gut, andererseits darf die Universität nicht den Eindruck erwecken, Positionen zu legitimieren, die von weiten Teilen der Gesellschaft und Politik als problematisch oder gar antisemitisch eingestuft werden.
Reaktionen erwartet
Die Ausladung dürfte in den kommenden Tagen sowohl innerhalb der Studierendenschaft als auch in der lokalen Politik noch für Gesprächsstoff sorgen. Während Befürworter der Entscheidung das klare Kante-Zeigen der Universitätsleitung gegen umstrittene Akteure begrüßen dürften, ist von Seiten der Unterstützer Hobans mit Vorwürfen der Zensur zu rechnen.
Wir werden die weitere Entwicklung an der FSU beobachten und berichten, sobald sich die Universitätsleitung oder der Betroffene selbst detaillierter zu den Vorgängen äußern.
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