Sensation in der Atacama-Wüste: Jenaer Forscher entdecken uralte Fossilien

Kurz & Kompakt: Der Fund im Überblick

  • Wer: Forschungsteam unter Leitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
  • Was: Entdeckung einer ungewöhnlich reichen Fossillagerstätte.
  • Wo: Atacama-Wüste, Nord-Chile.
  • Alter: Trias (ca. 252 bis 201 Millionen Jahre alt).
  • Bedeutung: Seltener Einblick in die Erholung von Ökosystemen nach einem Massenaussterben.

Jena/Chile (07.02.2026) – Es ist eine wissenschaftliche Nachricht, die weit über die Grenzen Thüringens hinaus für Aufsehen sorgt und erneut den exzellenten Ruf Jenas als internationale Forschungsstadt unterstreicht. Einem Team unter der Leitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist im Norden Chiles, genauer gesagt in der trockenen Weite der Atacama-Wüste, ein spektakulärer Fund gelungen.

Die Wissenschaftler haben eine Fossillagerstätte freigelegt, die aufgrund ihrer Vielfalt und ihres Erhaltungszustands als „kleine Sensation“ eingestuft wird. Sie gewährt einen detaillierten Blick in eine längst vergangene Welt – eine Zeit, als die Kontinente noch im Superkontinent Gondwana vereint waren.

Ein Fenster in die Zeit der Trias

Unter der Federführung von Diego Volosky vom Institut für Geowissenschaften der Uni Jena untersuchte die internationale Gruppe – bestehend aus Forschern aus Deutschland, Chile und Argentinien – Gesteinsschichten aus der Trias. Diese erdgeschichtliche Periode, die vor etwa 252 bis 201 Millionen Jahren datiert wird, ist für die Wissenschaft von enormer Bedeutung. Sie markiert die Phase, in der sich das Leben auf der Erde von dem größten bekannten Massenaussterben am Ende des Paläozoikums zu erholen begann.

Was die Forscher fanden, übertraf die Erwartungen: Ein ganzes Spektrum an versteinertem Leben kam zum Vorschein. Die Fundliste liest sich wie ein Inventar eines prähistorischen Ökosystems: Pflanzen, Insekten, Süßwasserkrebse, Weichtiere sowie Fische und sogar Haie wurden entdeckt. Laut Diego Volosky sind solch vollständige und vielfältige Fossilgemeinschaften äußerst selten, insbesondere wenn man das hohe Alter der Funde in Betracht zieht.

Exzellente Erhaltung dank sauerstoffarmer Bedingungen

Besonders bemerkenswert ist nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität der Fossilien. Die Wissenschaftler berichten von einem „außergewöhnlich gut erhaltenen Zustand“. Dies ist auf die speziellen geologischen Bedingungen zurückzuführen, die im damaligen Süßwassersee herrschten. In den tieferen Bereichen des Gewässers gab es kaum Sauerstoff, und feinkörnige Sedimente bedeckten die toten Organismen schnell.

Diese lebensfeindliche Umgebung am Seegrund erwies sich als Glücksfall für die heutige Wissenschaft: Sie schützte die empfindlichen Überreste vor Aasfressern und dem natürlichen Zerfall. Das Ergebnis sind Fossilien von atemberaubender Detailtreue. So blieben nicht nur harte Knochen erhalten, sondern auch filigrane Insekten, Fischskelette mit sichtbaren Hautabdrücken und sogar die Fortpflanzungsorgane von Landpflanzen. Diese Details ermöglichen es den Paläontologen, das Nahrungsnetz und die Umweltbedingungen jener Zeit präzise zu rekonstruieren.

Jenaer Expertise im internationalen Einsatz

Der Erfolg des Projekts ist eng mit der Expertise aus Thüringen verknüpft. Neben Projektleiter Volosky spielt auch Olga Schmitz eine zentrale Rolle. Die Mikropaläontologin, die an der Universität Jena und am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie forscht, bezeichnete ihre Mitarbeit als „unglaubliche Gelegenheit“. Ihr Spezialgebiet ist die Präparation von Mikrofossilien. Sie konnte unter anderem sogenannte Ostrakoden (Muschelkrebse) aus den Gesteinsproben extrahieren. Diese winzigen Lebewesen, meist kleiner als ein Millimeter, sind wichtige Indikatoren für vergangene Umweltbedingungen.

Peter Frenzel, der die Arbeitsgruppe Paläontologie am Institut für Geowissenschaften der Universität Jena leitet, sieht in der Zusammenarbeit einen Glücksfall. Die jetzt in der Fachzeitschrift „Paleogeography, Paleoclimatology, Paleoecology“ veröffentlichten Ergebnisse seien erst der Anfang. Das Team plant, die Funde weiter zu klassifizieren und die paläoökologischen Rekonstruktionen zu verfeinern.

Bedeutung für die Klimaforschung

Die Relevanz dieser Entdeckung reicht bis in die Gegenwart. Eine der zentralen Forschungsfragen des Teams lautet, wie das Leben damals auf globale Umweltveränderungen reagierte. Da die Trias auf ein massives Artensterben folgte, liefert die Auswertung der Funde in der Atacama-Wüste wichtige Daten darüber, wie sich Ökosysteme langfristig erholen. In Zeiten des aktuellen Klimawandels und des globalen Artensterbens könnte der Blick zurück helfen, Muster der ökologischen Resilienz besser zu verstehen.

Für die Friedrich-Schiller-Universität und den Forschungsstandort Jena ist diese Entdeckung ein weiterer Beleg für die hohe Qualität der geowissenschaftlichen Arbeit, die hier geleistet wird und internationale Anerkennung findet.


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