- Leitung: Diego Volosky (Friedrich-Schiller-Universität Jena).
- Fundort: Atacama-Wüste, Nord-Chile.
- Zeitraum: Trias (vor ca. 252 bis 201 Millionen Jahren).
- Entdeckung: Hochkomplexes Ökosystem mit Fischen, Insekten und Pflanzen in exzellentem Erhaltungszustand.
Jena/Chile, 08.02.2026. Es ist ein Fund, von dem Paläontologen oft ein Leben lang träumen: Einem internationalen Forschungsteam unter der Federführung der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist in der chilenischen Atacama-Wüste eine bemerkenswerte Entdeckung gelungen. Die Wissenschaftler legten eine Fossillagerstätte frei, die nicht nur durch ihre Vielfalt, sondern vor allem durch ihren Erhaltungszustand besticht und ein neues Licht auf die Erdgeschichte wirft.
Ein Fenster in die Welt von Gondwana
Unter der Leitung von Diego Volosky vom Institut für Geowissenschaften der Universität Jena untersuchte das Team, bestehend aus Forschern aus Deutschland, Chile und Argentinien, Gesteinsschichten im Norden Chiles. Was heute eine der trockensten Wüsten der Erde ist, war vor über 200 Millionen Jahren – während der geologischen Epoche der Trias – ein lebendiger Süßwassersee auf dem damaligen Superkontinent Gondwana.
Die Ausbeute der Grabungen ist wissenschaftlich von höchster Bedeutung. Gefunden wurden versteinerte Überreste von Pflanzen, Insekten, Süßwasserkrebsen, Weichtieren sowie Fischen und Haien. „Solche vollständigen und vielfältigen Fossilgemeinschaften sind selten, insbesondere angesichts des Alters der Fossilien“, ordnet Diego Volosky den Fund ein. Die Ergebnisse wurden nun in der renommierten Fachzeitschrift „Paleogeography, Paleoclimatology, Paleoecology“ publiziert.
Warum die Funde so gut erhalten sind
Besonders die Qualität der Fossilien versetzt die Fachwelt in Staunen. Normalerweise zersetzen sich weiche Gewebestrukturen schnell oder werden von Aasfressern vernichtet. In diesem Fall jedoch sorgten spezielle geologische Bedingungen für eine Art Zeitkonservierung. Laut den Angaben der Universität Jena herrschten am Grund des damaligen Sees sauerstoffarme Bedingungen vor. Feinkörnige Sedimente bedeckten die sterblichen Überreste rasch und luftdicht.
Das Resultat sind Versteinerungen mit enormer Detailtiefe: Insekten sind vollständig erhalten geblieben, Fischskelette zeigen noch Hautabdrücke und selbst die empfindlichen Fortpflanzungsorgane von Landpflanzen sind erkennbar. Dies ermöglicht den Forschern, nicht nur einzelne Arten zu bestimmen, sondern ein komplexes Nahrungsnetz und das gesamte Paläoökosystem der südlichen Hemisphäre zu rekonstruieren.
Jenaer Expertise im internationalen Team
Die Entdeckung unterstreicht einmal mehr die Bedeutung der Geowissenschaften am Standort Jena. Neben dem Projektleiter Volosky ist auch Olga Schmitz beteiligt, die als Mikropaläontologin an der Uni Jena und am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie forscht. Ihre Expertise war entscheidend, um winzige Muschelkrebse (Ostrakoden) aus den Gesteinsproben zu extrahieren. Diese mikroskopisch kleinen Lebewesen dienen oft als wichtige Indikatoren für damalige Umweltbedingungen.
Peter Frenzel, Leiter der Arbeitsgruppe Paläontologie an der Universität Jena, bezeichnete die Zusammenarbeit und den Fund als „Glücksfall“. Die aktuellen Veröffentlichungen seien dabei erst der Auftakt eines größeren Forschungsprojekts. In weiteren Schritten soll geklärt werden, wie sich das Leben damals von dem massiven Massenaussterben am Ende des Paläozoikums erholte – eine Frage, die auch Rückschlüsse auf heutige Klimaveränderungen und deren Auswirkungen auf Ökosysteme zulassen könnte.
Das Team wird sich nun darauf konzentrieren, die Funde weiter zu katalogisieren und die Rekonstruktion dieses urzeitlichen Lebensraums zu verfeinern.
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