Jena (22.06.) – Es ist eine Nachricht, die das Herz eines jeden Thüringers höher schlagen lässt und vermutlich auch weit über die Stadtgrenzen hinaus für Aufsehen sorgt: In der Saalestadt wurde ein neuer Weltrekord aufgestellt. Wie der MDR berichtet, ist der „Jenaer Kloß-Weltrekord“ offiziell gebrochen. Während Jena sonst oft für High-Tech, Photonik und die Forschung auf dem Beutenberg-Campus bekannt ist, rückte an diesem Wochenende die wohl wichtigste kulinarische Tradition des Freistaats in den Mittelpunkt: der Thüringer Kloß.
Ein Sieg für die Tradition
Dass der Thüringer Kloß mehr ist als nur eine Sättigungsbeilage, weiß in der Region jedes Kind. Er ist Kulturgut, Identitätsstifter und der unangefochtene Star des Sonntagsbratens. Der erfolgreiche Rekordversuch in Jena unterstreicht einmal mehr die tiefe Verbundenheit der Einwohner mit ihrer kulinarischen Geschichte. Zwar sind exakte technische Daten des Rekords in der ersten Meldung noch spärlich, doch allein die Tatsache, dass die Bestmarke fiel, sorgte für Jubelstimmung. Solche Aktionen erfordern in der Regel nicht nur logistisches Geschick, sondern auch eine enorme Menge an Kartoffelmasse – traditionell natürlich in der klassischen Mischung aus zwei Dritteln rohen und einem Drittel gekochten Kartoffeln.
Jena auf der kulinarischen Landkarte
Oft wird das Thema „Kloß“ eher mit Orten wie Heichelheim und der dortigen Kloßwelt in Verbindung gebracht. Dass nun Jena diesen Titel für sich beanspruchen kann, ist ein bemerkenswertes Signal. Es zeigt, dass die Universitätsstadt auch in Sachen Brauchtumspflege ganz vorne mitspielen kann. Für die Organisatoren und die vielen Helfer, die an einem solchen Weltrekordversuch beteiligt sind, ist dies der Lohn für monatelange Vorbereitungen. Veranstaltungen dieser Art sind zudem wichtige soziale Ereignisse, die Menschen zusammenbringen – sei es beim gemeinsamen Schälen, Formen oder beim anschließenden Verkosten.
Mehr als nur Kartoffeln
Der Erfolg wirft ein sympathisches Licht auf die Stadt an der Saale. Neben Carl Zeiss und dem FC Carl Zeiss Jena darf sich die Stadt nun wohl auch mit einem Titel schmücken, der im wahrsten Sinne des Wortes „in aller Munde“ ist. Es bleibt abzuwarten, wie lange dieser Rekord Bestand haben wird, denn der Ehrgeiz in anderen Thüringer Städten dürfte nun geweckt sein. Doch für den Moment gilt: Der Kloß-König residiert in Jena.
Für die Einwohner ist dieser Sonntag sicherlich ein ganz besonderer Anlass, den eigenen Sonntagsbraten mit einer extra Portion Stolz zu genießen. Man darf gespannt sein, ob dieser Rekord im kommenden Jahr verteidigt wird oder ob er den Auftakt zu einer neuen Tradition in der Lichtstadt bildet.