Erfurt/Jena, 04.04.2026. In einem denkwürdigen Halbfinale des Thüringenpokals besiegte der FC Carl Zeiss Jena den ewigen Rivalen Rot-Weiß Erfurt mit 9:7 nach Elfmeterschießen. Die rasante Partie bot zehn Tore aus dem Spiel heraus, verzögerte sich vor Anpfiff und wurde von intensiven Fan-Choreografien sowie massiver Pyrotechnik begleitet.
- Wettbewerb: Thüringenpokal, Halbfinale
- Partie: FC Rot-Weiß Erfurt vs. FC Carl Zeiss Jena
- Ergebnis: 9:7 n.E. (4:4 nach regulärer Spielzeit, 5:5 nach Verlängerung) für Jena
- Zuschauer: über 15.000
- Besonderheiten: Verzögerter Anpfiff, angemeldeter Fanmarsch, großflächiger Einsatz von Pyrotechnik in beiden Blöcken
Spektakulärer Spielverlauf auf dem Rasen
Das Aufeinandertreffen der beiden Thüringer Traditionsvereine hielt, was die Brisanz im Vorfeld versprach. Vor über 15.000 Zuschauern entwickelte sich das oft als „vorgezogenes Finale“ betitelte Spiel schnell zu einem echten Torfestival. Bereits nach elf Minuten führte der FC Carl Zeiss Jena in einer turbulenten Anfangsphase mit 2:1. Die Führung wechselte im weiteren Verlauf mehrfach. Nach 90 Minuten stand es 4:4, bevor beide Teams in der Verlängerung jeweils ein weiteres Tor zum 5:5-Zwischenstand erzielten. Die Entscheidung fiel erst im anschließenden Elfmeterschießen, bei dem die Gäste aus Jena die besseren Nerven behielten und das Ticket für das Finale lösten.
Fanmarsch und farbenfrohe Kurven
Die Brisanz des Derbys spiegelte sich auch auf den Rängen wider. Der Spieltag begann für die Anhänger des FC Carl Zeiss Jena mit einem großen Fanmarsch, der zuvor offiziell als Demonstration angemeldet worden war. Nach der Anreise mit dem Zug zogen die Fans vom Erfurter Stadtpark aus in Richtung Stadion. Im Gästeblock präsentierten sich die Jena-Anhänger optisch geschlossen in blauen Beuteljacken. Vor Anpfiff zeigten sie eine Choreografie mit vier gelben Streifenbahnen und dem Schriftzug „FORZA“, flankiert von einem großen Transparent mit der Aufschrift „FC CARL ZEISS JENA e.V.“.
Provokationen und Pyrotechnik
Die Heimkurve der Erfurter nutzte ihre Choreografie für eine direkte Provokation: Ein vermummter RWE-Fan hielt symbolisch den Kopf eines Clowns in der Hand – eine klare Anspielung auf eine Jenaer Choreografie aus der vergangenen Rückrunde, bei der der Gästeblock als „Zirkusmanege“ dargestellt wurde. Untermalt wurde die Aktion von einem „Ohne Gnade“-Banner und dichtem roten Rauch. Der Anpfiff der Partie musste derweil verschoben werden, da die Zugänge (Mundlöcher) im Gästebereich zunächst von Bannern blockiert waren und erst freigemacht werden mussten. Während der gesamten 120 Minuten brannten in beiden Fanlagern immer wieder bengalische Fackeln, insbesondere zur Feier der zahlreichen Treffer.
Hintergrund: Das Thüringenderby
Das Aufeinandertreffen zwischen dem FC Carl Zeiss Jena und dem FC Rot-Weiß Erfurt gilt als eines der traditionsreichsten und brisantesten Derbys im ostdeutschen Fußball. Die Rivalität geht bis in die Zeiten der DDR-Oberliga zurück. Spiele zwischen den beiden Landeshauptstadt- und Universitätsstadt-Clubs erfordern regelmäßig die höchste Sicherheitsstufe und ein massives Polizeiaufgebot, um die strikte Trennung der stark verfeindeten Fanlager auf den Anreisewegen und im Stadion zu gewährleisten. Dass Derbys mit derart vielen Toren enden, ist historisch betrachtet eine absolute Seltenheit, was dieses Pokalhalbfinale zu einem besonderen Eintrag in den Geschichtsbüchern beider Vereine macht.
Quelle:
Geschichtsträchtiges Thüringenderby – Torfestival, verzögerter Anpfiff, Choreos und allerhand Pyro – Faszination Fankurve
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