- Was: Theaterstück „Hass“ (Bühnenadaption des Films „La Haine“)
- Wo: Theaterhaus Jena
- Hintergrund: Adaption des französischen Kultfilms von 1995
- Quelle: MDR Thüringen Journal (Bericht zur Generalprobe)
Jena (30.01.2026). Es ist ein Stoff, der auch über 30 Jahre nach seiner ursprünglichen Veröffentlichung nichts von seiner explosiven Kraft verloren hat. Das Theaterhaus Jena wagt sich an eine Bühnenadaption des französischen Kultfilms "La Haine" (Hass). Wie der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) berichtet, laufen die Vorbereitungen auf Hochtouren. Ein Kamerateam begleitete kürzlich die Generalprobe und fing die Atmosphäre dieses ambitionierten Projekts ein.
Vom Pariser Banlieue nach Jena
Der MDR-Bericht vom gestrigen Donnerstagabend gewährte erste Einblicke in die Inszenierung, in der sich – analog zur filmischen Vorlage – drei Jugendliche durchbeißen müssen. Die Geschichte, die im Original in den trostlosen Vorstädten von Paris spielt, wird nun in den intimeren Rahmen des Theatersaal übertragen.
Im Zentrum steht die Dynamik zwischen den Protagonisten, die in einem Umfeld aus Langeweile, sozialen Spannungen und drohender Gewalt aufwachsen. Das Theaterhaus Jena stellt sich mit dieser Produktion der Herausforderung, die rohe Energie und die visuelle Wucht des Kinos in theatrale Mittel zu übersetzen. Laut dem Bericht des MDR Thüringen Journals konzentriert sich die Jenaer Fassung stark auf die Interaktion der drei Hauptfiguren und deren Auseinandersetzung mit ihrer Umwelt.
Hintergrund: Ein Meilenstein des politischen Kinos
Um die Tragweite dieser Inszenierung zu verstehen, lohnt ein Blick auf das Originalwerk. Als Mathieu Kassovitz 1995 "La Haine" in die Kinos brachte, schlug der Film wie eine Bombe ein. Gedreht in hartem Schwarz-Weiß, erzählte er 24 Stunden im Leben von drei Freunden – einem Juden, einem Schwarzen und einem Maghrebiner – in den Nachwehen von Straßenschlachten gegen die Polizei.
Der Film ist berühmt für seine parabelhafte Erzählweise, eingeleitet durch den Satz: "Dies ist die Geschichte von einem Mann, der aus dem 50. Stockwerk von einem Hochhaus fällt." Die Kernaussage – dass nicht der Fall das Problem ist, sondern die Landung – dient oft als Metapher für gesellschaftliche Missstände, die lange ignoriert werden, bis sie eskalieren. Dass das Theaterhaus Jena diesen Stoff gerade jetzt aufgreift, zeugt von einem Gespür für zeitlose gesellschaftspolitische Themen. Fragen nach Jugendperspektiven, Polizeigewalt, Rassismus und sozialer Ausgrenzung sind Diskurse, die auch in der deutschen Gegenwartskultur immer wieder neu verhandelt werden müssen.
Theater als Spiegel der Gesellschaft
Das Theaterhaus Jena ist bekannt dafür, sich nicht vor komplexen oder unbequemen Stoffen zu scheuen. Die Transformation eines so bildgewaltigen Films auf die Bühne erfordert mutige inszenatorische Entscheidungen. Während der Film stark von seinen urbanen Außenaufnahmen lebt, muss das Theaterstück die beklemmende Enge und die psychologische Anspannung der Figuren durch Schauspiel und Bühnenbild erzeugen.
Für das Jenaer Publikum bietet diese Adaption die Möglichkeit, einen modernen Klassiker aus einer neuen Perspektive zu erleben. Es ist zu erwarten, dass die Inszenierung nicht nur unterhalten will, sondern – ganz im Sinne des Originals – auch zum Nachdenken über gesellschaftliche Risse anregen soll.
Wer den Bericht im MDR verpasst hat, findet den Beitrag und weitere Informationen in der ARD-Mediathek. Für Theaterfans in Jena dürfte dieses Stück einer der spannenderen Programmpunkte der aktuellen Spielzeit sein.
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