Große Vogelzählung in Jena: NABU bittet am Wochenende um Mithilfe

Jena (08.01.2026) – Ob im Paradiespark, in den Kleingärten am Beutenberg oder auf dem heimischen Balkon in Lobeda: An diesem Wochenende richtet sich der Blick vieler Jenaer wieder ganz bewusst auf die gefiederten Nachbarn. Der Naturschutzbund (NABU) ruft bundesweit und damit auch in der Saalestadt zur traditionellen „Stunde der Wintervögel“ auf. Es ist eine der größten wissenschaftlichen Mitmach-Aktionen Deutschlands, bei der Bürgerinnen und Bürger zu Hobbyforschern werden, um wertvolle Daten über den Zustand der heimischen Vogelwelt zu sammeln.

Jeder kann mitmachen – vom Kernberg bis zur Aue

Das Prinzip der Aktion ist denkbar einfach und erfordert keine ornithologische Expertenausbildung. In einem Zeitraum von einer Stunde sollen Teilnehmer von einem ruhigen Beobachtungsplatz aus Vögel zählen. Dabei gilt: Notiert wird von jeder Art die höchste Anzahl, die zu einem einzigen Zeitpunkt gleichzeitig gesehen wurde. Dies verhindert, dass einzelne Tiere, die zum Futterhaus fliegen und wiederkehren, doppelt gezählt werden.

Gerade in einer grünen Stadt wie Jena, die durch ihre Lage im Saaletal und die umliegenden Muschelkalkhänge über eine vergleichsweise hohe Biodiversität verfügt, sind die Ergebnisse jedes Jahr mit Spannung erwartet. „Die Daten helfen uns enorm, Trends zu erkennen“, heißt es oft von Seiten der Naturschützer. So lässt sich über die Jahre nachvollziehen, wie sich der Klimawandel oder Veränderungen in der Stadtplanung auf Bestände von Haussperling, Kohlmeise oder dem selteneren Eichelhäher auswirken.

Worauf bei der Zählung zu achten ist

Die Aktion findet am kommenden Wochenende statt. Wer teilnehmen möchte, kann sich eine beliebige Stunde aussuchen. Wichtig ist dabei die korrekte Übermittlung der Daten. Der NABU stellt hierfür Online-Formulare und eine App bereit, um die Erfassung so unkompliziert wie möglich zu gestalten. Auch per Telefon können die Ergebnisse oft gemeldet werden.

Beobachter sollten folgende Tipps beherzigen:

  • Der richtige Ort: Ein Platz mit guter Sicht auf Futterstellen oder Sträucher ist ideal. In Jena eignen sich auch öffentliche Parks wie die Oberaue, sofern man dort eine ruhige Bank findet.
  • Geduld bewahren: Auch wenn in den ersten zehn Minuten wenig passiert – oft kommen Vögel in Schwärmen.
  • Bestimmungshilfe: Wer sich unsicher ist, ob er gerade eine Blaumeise oder eine Tannenmeise sieht, sollte einen Bestimmungsführer oder eine entsprechende App zur Hand haben.

Ein Indikator für den Umweltschutz

Die „Stunde der Wintervögel“ ist mehr als nur ein Zeitvertreib. In den vergangenen Jahren zeichneten sich bundesweit teilweise besorgniserregende Trends ab, etwa Rückgänge bei bestimmten Arten, die auf Insektenmangel im Sommer oder fehlende Nistplätze zurückzuführen sind. Jenaer Daten fließen in diese Bundesstatistik ein und ermöglichen es lokalen Akteuren, gezielter Schutzmaßnahmen zu ergreifen – etwa durch das Anpflanzen vogelfreundlicher Gehölze oder den Erhalt alter Baumbestände.

Für Familien bietet das Wochenende zudem eine hervorragende Gelegenheit, Kinder spielerisch an die Natur heranzuführen. Ein Spaziergang entlang der Saale oder der Blick aus dem Fenster in Winzerla kann so zur spannenden Entdeckungsreise werden. Die Ergebnisse der Zählung werden in der Regel wenige Tage nach Aktionsende vom NABU veröffentlicht und dürften auch in diesem Jahr wieder Aufschluss darüber geben, wie gut die Jenaer Vogelwelt durch den bisherigen Winter gekommen ist.


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