Schwere Böller-Unfälle in Thüringen: Warnung vor der Silvesternacht

Jena/Erfurt (31.12.) – Die Vorfreude auf den Jahreswechsel wird in Thüringen bereits vor dem eigentlichen Start der Silvesternacht von schweren Unfällen überschattet. Wie am heutigen Mittwoch bekannt wurde, haben sich in Thüringen bereits zwei Frauen durch den vorzeitigen oder unsachgemäßen Gebrauch von Pyrotechnik schwere Verletzungen zugezogen. Diese Vorfälle rücken das Thema Sicherheit beim Umgang mit Böllern und Raketen erneut in den Fokus der Öffentlichkeit und alarmieren auch die Rettungskräfte in Jena und dem Umland.

Ernste Warnsignale vor dem Jahreswechsel

Noch bevor in Jena und den umliegenden Gemeinden das große Feuerwerk um Mitternacht den Himmel erleuchten soll, zeigen die aktuellen Meldungen die Schattenseiten der Tradition. Laut Berichten des MDR kam es bereits im Vorfeld des Silvesterabends zu den verhängnisvollen Zwischenfällen. Genaue Details zum Unfallhergang wurden zunächst nicht veröffentlicht, doch das Muster ist den Einsatzkräften der Polizei und der Feuerwehr leider allzu bekannt: Oftmals führen Leichtsinn, Alkoholgenuss oder die Verwendung von nicht zugelassener Pyrotechnik zu verheerenden Folgen.

Für die Notaufnahmen in der Region, darunter auch das Universitätsklinikum Jena, bedeutet die Silvesternacht traditionell Hochkonjunktur. Handverletzungen, Verbrennungen und Gehörschäden gehören zu den häufigsten Diagnosen, die in den frühen Morgenstunden des Neujahrstages gestellt werden müssen. Die aktuellen Fälle der zwei schwer verletzten Frauen dienen dabei als eindringliche Mahnung an alle Feiernden, die Gefahren von Schwarzpulver und Sprengstoff nicht zu unterschätzen.

Sicherheitshinweise der Behörden

Experten von Feuerwehr und Polizei appellieren angesichts der aktuellen Ereignisse nochmals eindringlich an die Bevölkerung, beim Abbrennen von Feuerwerk höchste Vorsicht walten zu lassen. Insbesondere in dicht besiedelten Gebieten wie dem Jenaer Stadtzentrum oder in der Nähe historischer Gebäude ist Achtsamkeit geboten. Auch wenn in diesem Jahr keine flächendeckenden Verbotszonen wie in der Hochphase der Pandemie gelten mögen, so bleibt der gesunde Menschenverstand das wichtigste Schutzinstrument.

Um sicher ins Jahr 2026 zu rutschen, sollten folgende Hinweise beachtet werden:

  • Geprüfte Ware: Verwenden Sie ausschließlich Feuerwerk mit CE-Kennzeichnung und BAM-Zulassung. Sogenannte „Polen-Böller“ haben oft eine unberechenbare Sprengkraft.
  • Sicherheitsabstand: Halten Sie immer genügend Abstand zu anderen Personen, Gebäuden und Fahrzeugen.
  • Nicht in der Hand halten: Zünden Sie Böller niemals in der Hand an und werfen Sie diese sofort weg. Blindgänger sollten auf keinen Fall ein zweites Mal angezündet werden.
  • Rücksichtnahme: Denken Sie an Haustiere sowie ältere und kranke Menschen. In der Nähe von Krankenhäusern, wie dem Klinikum in Lobeda oder den Standorten in der Innenstadt, sowie bei Altenheimen ist das Böllern generell tabu.

Ein friedlicher Start erhofft

Während die Menschen in Jena, vom Damenviertel bis Neulobeda, ihre Sektgläser bereitstellen, bleibt die Hoffnung der Einsatzkräfte, dass es bei diesen frühen Warnsignalen bleibt und die eigentliche Silvesternacht glimpflicher verläuft. Die Polizei wird auch in Jena verstärkt Präsenz zeigen, um bei Ordnungswidrigkeiten oder Gefahrensituationen schnell eingreifen zu können.

Der Jahreswechsel ist ein Fest der Freude und des Neuanfangs. Damit dies so bleibt, ist jeder Einzelne gefordert, Verantwortung zu übernehmen – für die eigene Gesundheit und die der Mitmenschen.