Das Wichtigste in Kürze
- Projekt: „Tante Zukunft“ – ein vollautomatischer Roboter-Supermarkt.
- Standort: Holzmarkt 6, 07743 Jena (Innenstadt).
- Konzept: 24/7-Einkaufsmöglichkeit ohne Personal.
- Investition: Rund 120.000 Euro für die Robotik-Einheit.
- Gründer: Willy Götze (Jenaer Student).
Jena (22.02.2026) – Die Schaufenster am Holzmarkt 6 sind noch verklebt, doch dahinter arbeitet bereits die Zukunft des Einzelhandels. Mitten im Herzen von Jena, an einem der belebtesten Knotenpunkte der Stadt, entsteht derzeit ein Ladenkonzept, das ohne klassisches Personal auskommt. Statt freundlicher Verkäufer erwartet die Kunden hier bald präzise Technik: Ein Hochleistungsroboter soll die Nahversorgung in der Lichtstadt revolutionieren.
Der „Tante-Emma-Roboter“ zieht ein
Hinter dem Projekt steht der junge Unternehmer und Student Willy Götze mit seiner „Tante Zukunft GmbH“. Seine Vision: Ein Supermarkt, der niemals schläft. Während herkömmliche Spätis oder Supermärkte an Öffnungszeiten gebunden sind, soll der neue Store rund um die Uhr, sieben Tage die Woche, verfügbar sein. Das Herzstück des Ladens ist ein Roboter der vierten Generation, dessen Anschaffungskosten sich auf rund 120.000 Euro belaufen.
Anders als bei begehbaren Automaten-Kiosken, wo Kunden oft nur eine begrenzte Auswahl vorfinden, ermöglicht die moderne Robotik-Lösung ein breiteres Sortiment. Der Roboter greift die gewählten Produkte aus dem Lager im Hintergrund und gibt sie aus – inklusive Tiefkühlware. Dies ist besonders für die Sommermonate relevant, wenn die Nachfrage nach Eis oder gekühlten Getränken in der Innenstadt steigt.
Vom Studenten-Problem zur Geschäftsidee
Die Motivation für das gewagte Projekt entspringt einer klassischen Alltagserfahrung vieler Jenaer Studenten. „Die Idee hatte ich eigentlich, seit ich in Jena studiere“, erklärt Götze. Die fehlende 24/7-Verfügbarkeit von Lebensmitteln und Dingen des täglichen Bedarfs war der Auslöser. Während in ländlichen Regionen Fleisch- und Milchautomaten boomen und in Großstädten wie München oder Berlin „Smart Stores“ bereits zum Stadtbild gehören, hinkte Jena in diesem Bereich hinterher.
Als Ende 2024 die Gewerbeeinheit am Holzmarkt 6 durch einen Bekannten verfügbar wurde, ergriff Götze die Chance. Die zentrale Lage direkt am Knotenpunkt für Bus und Bahn sowie die Nähe zur Universität und zum Stadtzentrum bieten ideale Voraussetzungen für Laufkundschaft und Nachteulen.
Trendwende im Einzelhandel
Jena folgt mit diesem Projekt einem bundesweiten Trend. Automatisierte Stores, oft als „Smart Stores“ oder „Grab-and-Go“-Läden bezeichnet, sind eine Antwort auf zwei drängende Probleme des Einzelhandels: den Fachkräftemangel und das veränderte Konsumverhalten. Personal ist teuer und schwer zu finden, während Kunden maximale Flexibilität erwarten.
Die Technik, die Götze einsetzt, ist dabei keine Spielerei, sondern eine logistische Notwendigkeit, um auf begrenztem Raum in der Innenstadt ein möglichst großes Warenangebot vorhalten zu können. Die Finanzierung eines solchen High-Tech-Unterfangens war für den Gründer kein Selbstläufer. Realisiert wurde das Projekt durch Kredite, abgesichert durch die Thüringer Bürgschaftsbank.
Eröffnung in Sicht
Aktuell laufen die letzten Arbeiten am Holzmarkt. Der Schriftzug lässt bereits erahnen, was Passanten erwartet. Wann genau sich die Türen – oder besser gesagt die Ausgabeschleusen – das erste Mal für die Kunden öffnen, steht kurz bevor. Für Jena bedeutet die Eröffnung von „Tante Zukunft“ nicht nur eine neue Einkaufsquelle, sondern auch ein Experimentierfeld dafür, wie viel Technologie die Thüringer beim täglichen Einkauf akzeptieren.
Es bleibt abzuwarten, wie der Roboter am Holzmarkt von den Jenaern angenommen wird und ob er sich gegen die klassischen Spätis und Supermärkte behaupten kann.
Quelle:
Thüringer holt den 120.000-Euro-Roboter in den Freistaat! Er will den Supermarkt der Zukunft
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.