Jahrhundertprojekt in Jena: Richtfest für neuen Zeiss-Hightech-Standort gefeiert

Jena (14. Mai 2025) – Es ist ein Tag, der in die Geschichtsbücher der Lichtstadt eingehen dürfte: Über der Großbaustelle des neuen Zeiss-Hightech-Standorts weht seit dem heutigen Mittwoch der Richtkranz. Mit dem feierlichen Richtfest hat das Traditionsunternehmen einen entscheidenden Meilenstein bei der Realisierung eines der ambitioniertesten Bauprojekte in der jüngeren Geschichte Jenas erreicht. Das Vorhaben wird nicht nur lokal, sondern auch überregional als „Projekt von nationaler Strahlkraft“ gewürdigt.

Ein Bekenntnis zum Standort Jena

Wer in den letzten Monaten durch Jena gefahren ist, konnte das Wachsen der imposanten Gebäudestrukturen kaum übersehen. Der neue Hightech-Campus, der die Innovationskraft des Optik-Konzerns bündeln soll, verändert die Skyline der Stadt nachhaltig. Das Richtfest markiert nun den Abschluss der Rohbauarbeiten und läutet die nächste Phase der Fertigstellung ein. Für Jena ist dies weit mehr als nur ein baulicher Fortschritt; es ist ein massives Bekenntnis der Carl Zeiss AG zu ihren historischen Wurzeln.

In einer Zeit, in der viele globale Konzerne Investitionen überdenken, setzt Zeiss in Thüringen ein klares Zeichen. Der Neubau soll künftig moderne Arbeitswelten bieten und Forschung, Entwicklung sowie Produktion an einem Ort noch enger vernetzen. Experten werten dies als wichtigen Schritt, um die Wettbewerbsfähigkeit der Region im internationalen Vergleich der Photonik-Branche zu sichern.

Impulse für die gesamte Region

Die Bedeutung des Projekts reicht weit über die Werkszäune hinaus. Lokale Beobachter und Wirtschaftsvertreter betonen die Signalwirkung für Ostthüringen:

  • Stärkung des Arbeitsmarktes: Der Standort sichert hochqualifizierte Arbeitsplätze in der Region.
  • Anziehungskraft: Ein moderner Campus erhöht die Attraktivität Jenas für Fachkräfte aus dem In- und Ausland.
  • Stadtentwicklung: Das Areal wird städtebaulich neu integriert und modernisiert Teile der Infrastruktur.

Tradition trifft Moderne

Jena und Zeiss – diese Verbindung besteht seit dem 19. Jahrhundert. Mit dem aktuellen Großprojekt knüpft das Unternehmen an die visionäre Kraft seiner Gründerväter Carl Zeiss und Ernst Abbe an, übersetzt diese jedoch in die Anforderungen des 21. Jahrhunderts. Während der Polier bei seiner Rede traditionell das Glas zerschmetterte, um dem Bauwerk Glück zu wünschen, richten sich die Blicke bereits auf die Zukunft: In den kommenden Monaten wird der Innenausbau vorangetrieben, damit hier bald Technologien entstehen können, die weltweit Anwendung finden.

Für die Bewohner Jenas bedeutet der Baufortschritt auch, dass sich eines der größten Puzzleteile der aktuellen Stadtentwicklung langsam schließt. Wenn der Hightech-Standort seinen Betrieb aufnimmt, wird er das Herz der „Lichtstadt“ neu definieren und ihren Ruf als Zentrum für Wissenschaft und Technologie weiter festigen.