Rikschas für Senioren: Radeln ohne Alter in Jena zieht Bilanz

Jena (07.01.2026) – Wenn im Paradiespark oder entlang der Saale die auffälligen, meist roten Rikschas vorbeigleiten, huscht vielen Spaziergängern ein Lächeln über das Gesicht. Vorne sitzen Senioren, den Wind in den Haaren, hinten treten engagierte Ehrenamtliche in die Pedale. Die Initiative „Radeln ohne Alter“ hat sich in der Saalestadt längst etabliert und ist zu einem festen Bestandteil des sozialen Miteinanders geworden. Zum Jahresauftakt haben die Verantwortlichen nun eine Bilanz der vergangenen Saison gezogen und blicken auf ein bewegtes Jahr zurück.

Mehr als nur eine Spazierfahrt

Das Konzept, das ursprünglich aus Dänemark stammt und in Jena auf fruchtbaren Boden gefallen ist, besticht durch seine Einfachheit und Menschlichkeit: „Jeder hat ein Recht auf Wind in den Haaren“, lautet das Motto. Für viele ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität ist der Radius im Alltag oft klein geworden. Der Weg hinunter an das Saaleufer oder durch die belebte Innenstadt ist zu Fuß oft beschwerlich oder unmöglich. Hier greifen die sogenannten Piloten – so nennen sich die ehrenamtlichen Fahrer – ein. Sie schenken den Passagieren Zeit, Mobilität und vor allem Lebensfreude.

Die nun vorgelegte Jahresbilanz dürfte nicht nur nackte Zahlen enthalten, sondern vor allem von den zahlreichen Begegnungen erzählen. In den vergangenen Monaten wurden wieder etliche Kilometer auf dem gut ausgebauten Radwegenetz Jenas zurückgelegt. Besonders die flachen Strecken durch die Oberaue und das Paradies bieten sich für die Ausflüge an, da sie landschaftlich reizvoll sind und gleichzeitig den Kontakt zu anderen Bürgern ermöglichen. Es wird gegrüßt, gewinkt und nicht selten entstehen kurze Gespräche am Wegesrand.

Ehrenamt als Motor der Gesellschaft

Der Erfolg des Projekts steht und fällt mit dem Engagement der Freiwilligen. Die Jahresbilanz ist daher auch immer ein Moment, um den vielen Helfern zu danken, die in ihrer Freizeit in die Pedale treten. Die elektrisch unterstützten Rikschas machen die Fahrt zwar körperlich leichter, doch die Verantwortung für die Passagiere und das Navigieren durch den Stadtverkehr erfordern Aufmerksamkeit und Training. In Jena, einer Stadt, die stark vom studentischen Leben, aber auch vom demografischen Wandel geprägt ist, baut „Radeln ohne Alter“ eine wichtige Brücke zwischen den Generationen. Oft sitzen junge Studenten oder Berufstätige im Sattel und chauffieren Hochbetagte – ein Austausch, der im normalen Alltag selten so intensiv stattfindet.

Ausblick auf das Frühjahr

Während die Rikschas in den kältesten Winterwochen witterungsbedingt oft pausieren oder nur eingeschränkt rollen, dient der Jahresbeginn auch der Vorbereitung auf die kommende Saison. Die technische Wartung der Flotte steht ebenso an wie die Akquise neuer Piloten. Denn der Bedarf an Ausfahrten ist erfahrungsgemäß hoch. Viele Seniorenheime und Pflegeeinrichtungen in Jena und Umgebung kooperieren eng mit der Initiative, um ihren Bewohnern Abwechslung vom Heimalltag zu bieten.

Mit dem positiven Rückblick im Rücken dürfte die Motivation groß sein, sobald die ersten warmen Sonnenstrahlen im Frühling wieder auf die Rasenmühleninsel oder in den Volkspark locken, erneut durchzustarten. Für Jena bleibt das Projekt ein leuchtendes Beispiel dafür, wie mit scheinbar kleinen Mitteln große Freude bereitet werden kann.


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