Jena, 01.03.2026 – Ein Forschungskonsortium mit starker Jenaer Beteiligung hat erfolgreich abhörsichere Quantenkommunikation über bestehende Glasfasernetze getestet. Das Universitätsklinikum Jena erprobte dabei den verschlüsselten Datentransfer für die Telemedizin der Zukunft.
- Projekt: Erfolgreicher Test des Quantennetzes „Q-net-Q“ auf einer Strecke von insgesamt 680 Kilometern.
- Jenaer Beteiligung: Fraunhofer IOF und Universitätsklinikum Jena (UKJ).
- Anwendung: Telemedizinische Datenübertragung (Puls, Sauerstoffsättigung) aus Nordhausen an das UKJ.
- Besonderheit: Nutzung klassischer Glasfaserleitungen für hochsichere Quantenschlüssel.
Quanten-Telemedizin am Universitätsklinikum Jena
Um medizinisch sensible Daten künftig vor Wirtschaftsspionage und Hackerangriffen zu schützen, setzt die Forschung zunehmend auf die Gesetze der Quantenphysik. Im Rahmen des bundesweiten Projekts „Q-net-Q“ wurde nun eine 150 Kilometer lange regionale Teststrecke zwischen einem sogenannten Gesundheitskiosk im nordthüringischen Sundhausen (Nordhausen) und der Saalestadt etabliert. Über diese Leitung wurden die Vitalwerte eines Patienten, darunter Puls und Sauerstoffsättigung, quantenverschlüsselt übertragen.
Am Universitätsklinikum Jena wertete Oberarzt Dr. Albrecht Günther die eintreffenden Daten auf einem Tablet aus. Der Testlauf demonstrierte erfolgreich, wie hochsichere Telemedizin praktikabel funktionieren und künftig auch ländliche Räume sicher an medizinische Zentren anbinden kann.
Jena als Knotenpunkt im bundesweiten Quantennetz
Die Lichtstadt Jena fungierte bei dem Großprojekt zudem als wichtige Zwischenstation. Eine 680 Kilometer lange, quantengesicherte Glasfaserverbindung spannte sich vom Heinrich-Hertz-Institut (HHI) in Berlin über Erfurt und Jena bis zum deutschen Internetknoten DE-CIX in Frankfurt am Main. Bemerkenswert daran ist die Tatsache, dass für die Verteilung der sogenannten Quantenschlüssel („QKD“) bestehende, klassische Glasfasernetze genutzt werden konnten.
Neben dem Fraunhofer-Institut für Angewandte Optik und Feinmechanik (IOF) steuerte auch die Hochschule Nordhausen maßgeblich zum Erfolg bei. Das vom Bundesforschungsministerium und der EU mit 11,8 Millionen Euro geförderte Projekt „Q-net-Q“ liefert damit eine Blaupause für eine zukünftige, abhörsichere europäische Quanten-Infrastruktur.
Jena hat sich in den vergangenen Jahren zu einem europäischen Vorreiter für Quantenkommunikation entwickelt. Forschungseinrichtungen wie das Fraunhofer IOF auf dem Beutenberg-Campus arbeiten intensiv an Technologien, die mithilfe von verschränkten Lichtteilchen (Photonen) absolute Abhörsicherheit garantieren. Jeder Lauschangriff auf eine solche Verbindung verändert den physikalischen Zustand der Teilchen und wird durch das System sofort registriert. Für das Universitätsklinikum im Stadtteil Lobeda, das als zentraler medizinischer Maximalversorger für ganz Thüringen fungiert, eröffnen derartig gesicherte Verbindungen völlig neue, rechtssichere Wege in der ferndiagnostischen Patientenbetreuung.
Quelle:
Quantenschlüssel gegen Lauscher quer durch Deutschland
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