- Juristisches Nachspiel: Ein weiteres Verfahren gegen mutmaßliche Mitglieder der linksextremen Gruppierung um Lina E. hat begonnen.
- Schwere Vorwürfe: Die Anklage der Bundesanwaltschaft umfasst unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung und gefährliche Körperverletzung.
- Regionaler Bezug: Der Fall hat auch für Jena weiterhin Relevanz, da die Strukturen der Szene eng mit Thüringen und Sachsen verknüpft sind.
Jena/Dresden (14.01.2026) – Die juristische Aufarbeitung eines der brisantesten Kriminalfälle der jüngeren ostdeutschen Geschichte geht in die nächste Runde. Wie der MDR berichtet, hat ein weiterer Prozess gegen mutmaßliche Mitglieder der sogenannten „Hammerbande“ begonnen. Damit rücken erneut die gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen militanten Linksextremen und der Neonazi-Szene in den Fokus der Öffentlichkeit, die auch in Jena über Jahre hinweg für hitzige Debatten gesorgt haben.
Anklagebank erneut gefüllt
Nach dem aufsehenerregenden Urteil gegen die Leipziger Studentin Lina E. und drei Mitangeklagte im Jahr 2023 war es nur eine Frage der Zeit, bis die Justiz weitere Verfahren eröffnen würde. Die Bundesanwaltschaft lässt in ihren Ermittlungen nicht locker. In dem nun gestarteten Prozess geht es um Personen, die dem erweiterten Umfeld der Gruppierung zugerechnet werden. Ihnen wird vorgeworfen, Teil einer kriminellen Vereinigung gewesen zu sein, die systematisch Jagd auf Rechtsextremisten gemacht haben soll.
Die Vorwürfe wiegen schwer: Es geht um gut geplante Überfälle, bei denen die Opfer oft in ihrem privaten Umfeld abgepasst und mit Schlagwerkzeugen – darunter die namensgebenden Hämmer – schwer verletzt wurden. Die Justizbehörden werten diese Taten als Angriffe auf den Rechtsstaat, da hier das staatliche Gewaltmonopol durch Selbstjustiz untergraben wurde. Der Prozess findet unter strengen Sicherheitsvorkehrungen statt, was die Nervosität der Behörden angesichts der nach wie vor mobilisierungsfähigen Unterstützerszene widerspiegelt.
Hintergründe: Das Erbe des „Antifa-Ost“-Verfahrens
Um die Tragweite dieses neuen Prozesses zu verstehen, lohnt ein Blick zurück. Der Fall „Lina E.“ gilt als Zäsur im Umgang mit militanter linker Gewalt in Deutschland. Während Unterstützer, auch aus der Jenaer Szene, das Vorgehen der Behörden oft als unverhältnismäßig und politisch motiviert kritisierten („Free Lina“), sahen Ermittler darin den Beweis für eine neue Qualität terroristischer Strukturen im linken Spektrum.
Für Jena ist dieser Komplex besonders sensibel. Zwar lag der geografische Schwerpunkt der Taten oft in Sachsen (Leipzig, Wurzen, Dresden), doch die Netzwerke machten an der Landesgrenze zu Thüringen nicht halt. Die hiesige linke Szene ist traditionell stark vernetzt und solidarisch. In der Vergangenheit gab es immer wieder Solidaritätskundgebungen in der Saalestadt. Gleichzeitig fürchten Sicherheitsbehörden, dass eine Radikalisierung im Untergrund weiter voranschreiten könnte, solange flüchtige Mitglieder der Gruppe noch nicht gefasst sind oder neue Prozesse das Feindbild „Staat“ bestätigen.
Ausblick und gesellschaftliche Debatte
Der neue Prozess wird voraussichtlich mehrere Monate andauern und erneut die Frage aufwerfen, wie wehrhaft der Rechtsstaat gegen Extremismus von beiden Seiten ist. Kritiker der linken Szene erwarten harte Urteile als Abschreckungssignal. Prozessbeobachter aus dem linken Spektrum hingegen werden genau prüfen, ob es sich um eine faire Beweisführung handelt oder um Indizienprozesse, die auf Aussagen von Kronzeugen basieren.
Für die Bürger in Jena und Umgebung bleibt die Hoffnung, dass die juristische Aufklärung zur Befriedung beiträgt und nicht zu einer erneuten Eskalation auf den Straßen führt. Gewalt – egal aus welcher politischen Motivation – darf kein Mittel der Auseinandersetzung sein.
Wir werden den Fortgang des Prozesses weiter für Sie beobachten und über relevante Entwicklungen berichten.
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