Platte der Zukunft: Fachtagung zieht Bilanz zum Smarten Quartier in Jena-Lobeda

  • Zukunft des Wohnens: Experten diskutierten Ergebnisse des Modellprojekts in Jena-Lobeda.
  • Technik trifft Alltag: Wie Smart-Home-Lösungen und Telemedizin das Leben im Plattenbau verbessern.
  • Blaupause für Thüringen: Die Erkenntnisse sollen als Vorbild für die Sanierung weiterer Großwohnsiedlungen dienen.

Jena (17.01.2026) – Wie sieht das Wohnen der Zukunft aus – und muss es dafür immer der schicke Neubau sein? Diese Frage stand am gestrigen Freitag im Mittelpunkt einer bedeutenden Fachtagung in Jena. Unter dem Titel "Platte der Zukunft" zogen Stadtplaner, Techniker und Vertreter der Wohnungswirtschaft eine detaillierte Bilanz zum Modellprojekt "Smartes Quartier Jena-Lobeda". Das Ergebnis ist eindeutig: Der klassische Plattenbau ist alles andere als ein Auslaufmodell, wenn man ihn intelligent vernetzt.

Vom Betonblock zum High-Tech-Wohnraum

Das Projekt, das in den vergangenen Jahren bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt hat, verbindet die klassische Bestandssanierung mit modernster Digitalisierung. In Jena-Lobeda, dem größten Stadtteil Jenas, wurde demonstriert, wie sich Bestandsgebäude aus DDR-Zeiten in smarte Wohnkomplexe verwandeln lassen. Auf der Fachtagung wurde hervorgehoben, dass es dabei nicht nur um Spielereien geht, sondern um handfeste Lösungen für den demografischen Wandel.

Im Fokus der Diskussionen standen die praktischen Erfahrungen der Mieter. Intelligente Assistenzsysteme, sogenannte AAL-Lösungen (Ambient Assisted Living), ermöglichen es Senioren, länger selbstbestimmt in den eigenen vier Wänden zu leben. Dazu gehören Herdsicherungen, automatische Lichtsteuerungen und direkte Verbindungen zu Pflegedienstleistern über Tablets, die in die Wohnungen integriert wurden. Die Bilanz der Fachtagung zeigt: Die Akzeptanz dieser Technologien ist höher als ursprünglich erwartet, wenn der konkrete Nutzen im Alltag spürbar ist.

Jena als Vorreiter für die Smart City

Für die Stadt Jena ist das Projekt ein weiterer Baustein in ihrer Strategie, sich als führende "Smart City" in Mitteldeutschland zu etablieren. Die Kooperation zwischen den Stadtwerken Jena, der Wohnungsgesellschaft jenawohnen und diversen Technologiepartnern gilt als Musterbeispiel für ganzheitliche Stadtentwicklung. Ein wichtiger Aspekt der Tagung war auch die Energieeffizienz. Durch smarte Heizungssteuerungen und modernes Energiemonitoring konnte der CO2-Fußabdruck der sanierten Gebäude signifikant gesenkt werden – ein entscheidender Faktor angesichts der ambitionierten Klimaziele der Stadt Jena.

Lobeda, oft zu Unrecht auf seine graue Vergangenheit reduziert, zeigt sich hier als Innovationslabor. Die dichte Bebauung und die vorhandene Infrastruktur bieten ideale Voraussetzungen für die Erprobung von E-Mobilitäts-Konzepten und Quartiers-Apps, die das soziale Miteinander fördern sollen. Die Experten betonten, dass die "Platte" aufgrund ihrer standardisierten Bauweise paradoxerweise oft leichter zu digitalisieren ist als verwinkelte Altbauten.

Ausblick: Skalierung der Erkenntnisse

Zum Abschluss der Veranstaltung richtete sich der Blick in die Zukunft. Die Pilotphase mag abgeschlossen oder weit fortgeschritten sein, doch die Arbeit fängt jetzt erst richtig an. Die in Jena gesammelten Daten und Erfahrungen sollen nun genutzt werden, um ähnliche Konzepte kosteneffizienter auf andere Quartiere in Thüringen und darüber hinaus zu übertragen. Die "Platte der Zukunft" ist somit mehr als ein lokales Phänomen; sie ist eine Antwort auf die drängenden Fragen des Wohnungsmarktes: Wie schaffen wir bezahlbaren, nachhaltigen und altersgerechten Wohnraum?

Wir bleiben für Sie an den Entwicklungen in Lobeda dran und berichten, sobald weitere Bauabschnitte oder neue digitale Services für die Mieter angekündigt werden.


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