Gemeinsam gegen die Einsamkeit: Paten unterstützen ehemalige Heimkinder in Jena

Jena (02.01.) – Die Vergangenheit lässt sich nicht ungeschehen machen, doch die Gegenwart kann gemeinsam gestaltet werden. In Jena rückt ein besonderes Projekt in den Fokus, das Menschen unterstützt, die in ihrer Kindheit und Jugend oft unsägliches Leid erfahren haben: Ehemalige Heimkinder. Wie bereits im vergangenen Oktober durch einen Bericht des MDR bekannt wurde, engagieren sich in der Saalestadt ehrenamtliche Paten, um Betroffenen im Alltag zur Seite zu stehen und ihnen ein Stück verloren gegangenes Vertrauen zurückzugeben.

Schatten der Vergangenheit bewältigen

Für viele Menschen, die in Kinderheimen – insbesondere zu DDR-Zeiten in Spezialheimen oder Jugendwerkhöfen – aufgewachsen sind, prägen traumatische Erlebnisse bis heute das Leben. Misstrauen gegenüber staatlichen Stellen, Behörden und oft auch gegenüber Mitmenschen sitzt tief. Genau hier setzt die Initiative in Jena an. Es geht nicht um therapeutische Behandlung, sondern um menschliche Nähe. Die ehrenamtlichen Paten fungieren als Brückenbauer. Sie helfen bei Behördengängen, hören zu oder verbringen einfach gemeinsam Zeit mit den Betroffenen, um die oft vorherrschende Isolation zu durchbrechen.

Ehrenamt als Stütze der Gesellschaft

Das Konzept der Patenschaften basiert auf Freiwilligkeit und Vertrauen auf Augenhöhe. In einer Stadt wie Jena, die für ihr starkes zivilgesellschaftliches Engagement bekannt ist, füllt dieses Projekt eine wichtige Lücke im sozialen Netz. Während professionelle Hilfsangebote oft zeitlich begrenzt oder an strenge Voraussetzungen geknüpft sind, bieten die Paten eine niederschwellige und dauerhafte Unterstützung an.

  • Begleitung: Unterstützung bei Terminen und im Alltag.
  • Austausch: Gespräche gegen die Einsamkeit.
  • Vertrauen: Aufbau stabiler sozialer Beziehungen.

Ein Zeichen der Solidarität

Das Projekt zeigt, wie wichtig individuelles Engagement für den sozialen Zusammenhalt in der Kommune ist. Für die ehemaligen Heimkinder bedeutet die Begleitung durch einen Paten oft den ersten Schritt heraus aus der gesellschaftlichen Abseitsfalle. Die Initiative in Jena macht deutlich, dass niemand mit seiner Geschichte allein gelassen werden muss und dass Solidarität im Lokalen beginnt.