Klare Kante in Winzerla: Ortsteilrat lehnt Neubau des Bürgerbegegnungszentrums ab

Das Wichtigste in Kürze

  • Entscheidung: Der Ortsteilrat Winzerla stimmt gegen den Neubau.
  • Ergebnis: 6 Contra-Stimmen zu 2 Pro-Stimmen.
  • Alternative: Fokus auf Nutzung der bestehenden Goetheschule.
  • Folge: Empfehlung zur erneuten Befassung an den Stadtrat.

Jena-Winzerla (13.02.2026) – In der jüngsten Sitzung des Ortsteilrates Winzerla stand eine für den Stadtteil richtungsweisende Entscheidung auf der Agenda. Es ging um die Zukunft des geplanten Bürgerbegegnungszentrums – ein Projekt, das die soziale Infrastruktur im Viertel maßgeblich prägen soll. Doch statt grünes Licht für die Bagger zu geben, drückte das Gremium am Donnerstagabend auf die Bremse.

Das Votum: Absage an den Neubau

Das Ergebnis der Abstimmung war deutlich: Mit sechs zu zwei Stimmen sprachen sich die Mitglieder des Ortsteilrates gegen die aktuellen Neubaupläne aus. Eine solche Positionierung des lokalen Gremiums hat Gewicht, da der Ortsteilrat als direktes Sprachrohr der Bewohner Winzerlas fungiert und die Interessen des Viertels gegenüber der Stadtverwaltung und dem Stadtrat vertritt.

Der Beschluss ist zwar formal eine Empfehlung, sendet jedoch ein klares politisches Signal in Richtung des Jenaer Stadtrates: Die Pläne, so wie sie aktuell auf dem Tisch liegen, finden vor Ort keine Akzeptanz. Das Gremium fordert, dass sich die politischen Entscheidungsträger der Stadt erneut mit der Thematik befassen müssen.

Rückbesinnung auf den Bestand: Die Option Goetheschule

Die Ablehnung des Neubaus ist jedoch nicht gleichbedeutend mit einer Ablehnung eines Bürgerzentrums an sich. Im Gegenteil: Der Bedarf an Räumlichkeiten für Vereine, Kultur und sozialen Austausch ist in einem so bevölkerungsreichen Stadtteil wie Winzerla unbestritten. Der Ortsteilrat schlägt jedoch einen anderen Weg vor.

Statt Fläche zu versiegeln und Ressourcen für einen kompletten Neubau aufzuwenden, soll der Fokus auf vorhandene Alternativen gelenkt werden. Konkret wurde die Goetheschule ins Spiel gebracht. Die Nutzung von Bestandsimmobilien rückt in der modernen Stadtentwicklung immer stärker in den Vordergrund – sei es aus Gründen der Nachhaltigkeit („Graue Energie“), des Denkmalschutzes oder der Kostenersparnis.

Die Idee, ein historisch gewachsenes Gebäude wie eine ehemalige Schule zum Herzstück des gesellschaftlichen Lebens umzuwidmen, hat Charme. Oft bieten solche Gebäude durch ihre Raumstruktur bereits gute Voraussetzungen für vielfältige Nutzungen, stellen Planer jedoch auch vor Herausforderungen in puncto Barrierefreiheit und energetische Sanierung.

Hintergrund: Die Bedeutung von Begegnungszentren

Bürgerbegegnungszentren spielen in der Quartiersentwicklung Jenas eine zentrale Rolle. Sie dienen als „Dritte Orte“ – Räume, die weder Zuhause noch Arbeitsplatz sind, sondern dem zwanglosen Aufenthalt und der Vernetzung dienen. Gerade in Großwohnsiedlungen und Stadtteilen im Wandel, wie Winzerla, sind sie essenziell für den sozialen Zusammenhalt.

Hier finden Seniorenkreise, Jugendgruppen, Beratungsangebote und kulturelle Veranstaltungen ein Dach. Die Diskussion in Winzerla zeigt, dass die Bürger sehr wohl differenzieren: Sie wollen diese Angebote, aber sie wollen auch mitbestimmen, wo und wie diese realisiert werden. Die Debatte Neubau versus Sanierung ist dabei ein Klassiker der Kommunalpolitik.

Wie geht es weiter?

Mit dem Votum aus Winzerla liegt der Ball nun wieder im Feld des Jenaer Stadtrates und der Stadtverwaltung. Es ist üblich, dass die Verwaltung nun prüft, inwieweit die Alternative „Goetheschule“ machbar ist – sowohl technisch als auch finanziell. Sollten sich die Vorteile der Bestandnutzung bestätigen, müssten die Planungen angepasst werden.

Es bleibt abzuwarten, ob der Stadtrat dem Votum aus Winzerla folgt oder ob es zu weiteren Diskussionen über Finanzierung und Zeitpläne kommt. Klar ist seit gestern Abend nur: Ein einfacher „Durchmarsch“ für den Neubau ist vom Tisch.

Wir bleiben an der Entwicklung dran und berichten, sobald es eine Reaktion aus dem Rathaus gibt.


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