Kostenloser Hochwasserschutz: NABU fordert mehr Raum für Biber

Jena, 07. April 2026 – Anlässlich des heutigen „Tages des Bibers“ rückt der NABU Thüringen die ökologische und ökonomische Bedeutung des größten europäischen Nagetiers in den Fokus. Die Naturschützer fordern, dem Biber mehr Raum an heimischen Gewässern zu gewähren, da er als natürlicher Landschaftsarchitekt teure Revitalisierungsmaßnahmen überflüssig macht.

  • Thema: Bedeutung des Bibers für den Natur- und Gewässerschutz
  • Anlass: Internationaler Tag des Bibers am 7. April
  • Forderung des NABU: Ausweitung von Flächen und Einrichtung von Schutzstreifen an Gewässern
  • Vorteile: Kostenlose Renaturierung, natürlicher Hochwasserschutz und verbesserte Wasserqualität

Ökologischer Nutzen und enorme Kosteneinsparungen

Der Biber übernimmt zentrale Aufgaben der Renaturierung deutlich schneller, kostengünstiger und vor allem ohne bürokratischen Aufwand, teilt der Naturschutzbund mit. Durch den Bau von charakteristischen Dämmen stauen die Tiere Gewässer an und schaffen so strukturreiche Lebensräume. Von diesen Feuchtgebieten profitieren zahlreiche andere Tier- und Pflanzenarten. Gleichzeitig stabilisiert die Arbeit der Nagetiere den regionalen Wasserhaushalt, verbessert die Wasserqualität und leistet einen wichtigen Beitrag zum Hochwasserschutz und zur Klimaanpassung.

Wie enorm das finanzielle Einsparpotenzial für Kommunen und das Land ist, verdeutlicht eine aktuelle Kosten-Nutzenanalyse des NABU. Während technische Maßnahmen und bauliche Eingriffe zur Gewässerrevitalisierung oftmals mehr als 100.000 Euro verschlingen und sich über Jahre hinziehen, erledigt der Biber exakt diese landschaftsgestaltende Arbeit völlig kostenlos und in vergleichsweise kürzester Zeit.

Forderung nach Schutzstreifen

Um Naturschutz und Klimaanpassung effizienter voranzubringen, plädiert der NABU Thüringen nachdrücklich dafür, den Lebensraum der Tiere auszuweiten. Konkret sollen ausreichende Schutzstreifen an den Gewässern eingerichtet werden, um Konflikte mit der Landwirtschaft oder Infrastruktur zu minimieren und dem Biber seine Bautätigkeit zu ermöglichen.

Hintergrund: Der Biber in der Saale-Region

Nachdem der Europäische Biber (Castor fiber) in Thüringen lange Zeit als beinahe ausgerottet galt, breitet er sich seit einigen Jahren entlang der Saale und ihrer Nebenflüsse wieder erfolgreich aus. Auch im Stadtgebiet von Jena und im angrenzenden Saale-Holzland-Kreis sind bei Spaziergängen am Flussufer immer wieder typische Fraßspuren an Bäumen und Sträuchern zu beobachten. Die Rückkehr der streng geschützten Tiere stellt Städte und landwirtschaftliche Betriebe jedoch auch vor Herausforderungen – etwa, wenn Dämme Ackerflächen überfluten oder Wege unterspülen. Um ein friedliches Koexistieren zu ermöglichen, setzen das Thüringer Umweltministerium und lokale Naturschutzverbände auf ein aktives Bibermanagement. Dieses umfasst Präventionsmaßnahmen wie das Einzäunen wertvoller Bäume und die Beratung von Grundstückseigentümern.

(Beitragsbild/Foto-Hinweis: P. Wächtershäuser / naturlichter.de)


Quelle:

NABU: Biber als natürlicher Wasserbauer spart Kosten


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