- Warnstufe Orange: Das Umweltbundesamt (UBA) meldet aktuell eine verschlechterte Luftqualität in Jena.
- Gesundheitshinweise: Empfindliche Personengruppen sollten körperliche Anstrengungen im Freien reduzieren.
- Hintergrund: Inversionswetterlagen und Heizperioden begünstigen im Saaletal oft die Ansammlung von Schadstoffen.
Jena (25.01.2026) – Ein Blick auf die aktuellen Messdaten des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt für Jena Handlungsbedarf: Die Luftqualität wird derzeit im „orangen Bereich“ verortet. Dies deutet auf eine erhöhte Konzentration von Luftschadstoffen hin, die zwar für die gesunde Allgemeinbevölkerung meist noch unbedenklich ist, bei empfindlichen Menschen jedoch bereits zu Reaktionen führen kann.
Was bedeutet der „orange Bereich“?
Der Luftqualitätsindex des UBA fasst die Belastung durch verschiedene Schadstoffe wie Feinstaub (PM10 und PM2.5), Stickstoffdioxid und Ozon zusammen. Eine Einfärbung in Orange signalisiert, dass die Luftqualität als „mäßig“ bis „auffällig“ eingestuft wird. Zwar werden die gesetzlichen Grenzwerte in diesem Bereich oft noch nicht dauerhaft überschritten, doch ist die Konzentration hoch genug, um Aufmerksamkeit zu erfordern.
Gerade in den Wintermonaten Januar und Februar ist Feinstaub oft der Haupttreiber für diese Werte. Feinstaubpartikel können tief in die Atemwege eindringen und dort Entzündungen hervorrufen. Der orange Warnhinweis ist daher primär ein Signal an Risikogruppen, das eigene Verhalten anzupassen, um gesundheitliche Beeinträchtigungen zu vermeiden.
Die Jenaer Kessellage als Verstärker
Dass sich Luftschadstoffe in Jena sammeln, ist kein neues Phänomen. Die topografische Lage der Stadt im Saaletal wirkt bei bestimmten Wetterlagen wie ein Deckel auf einem Topf. Besonders im Winter kommt es häufig zu sogenannten Inversionswetterlagen: Kalte, schwere Luft sammelt sich am Boden im Tal, während darüber wärmere Luftschichten liegen. Ein Luftaustausch findet kaum statt.
In dieser stehenden Luft reichern sich Emissionen an. Hauptquellen sind hierbei:
- Verkehr: Die Abgase der viel befahrenen B88 und des innerstädtischen Verkehrs verbleiben im Tal.
- Hausbrand: Kamine und Holzöfen, die gerade an kalten Januarwochenenden intensiv genutzt werden, stoßen erhebliche Mengen an Feinstaub aus.
Diese Kombination sorgt dafür, dass die Messstationen in Jena schneller ausschlagen als in windoffenen Ebenen.
Empfehlungen für den Sonntag
Angesichts der aktuellen Datenlage raten Experten zu Vorsicht. Menschen mit Asthma, chronischen Lungenerkrankungen oder Herz-Kreislauf-Problemen sollten heute auf anstrengende sportliche Aktivitäten im Freien – wie etwa das Joggen entlang stark befahrener Straßen – verzichten. Spaziergänge sind weiterhin möglich, sollten aber idealerweise in höhergelegene Gebiete (z.B. Kernberge oder Landgrafen) verlegt werden, wo die Luft oft klarer ist als direkt an der Saale.
Auch beim Lüften der Wohnungen gilt: Nutzen Sie das sogenannte Stoßlüften. Öffnen Sie die Fenster für wenige Minuten weit, statt sie dauerhaft auf Kipp zu stellen. Dies sorgt für einen schnellen Luftaustausch, ohne dass die Wände auskühlen oder unnötig viele Schadstoffe über einen langen Zeitraum in den Wohnraum kriechen.
Die Situation kann sich mit aufkommendem Wind oder Niederschlag rasch wieder entspannen. Bis dahin lohnt sich ein regelmäßiger Blick auf die aktuellen Werte.
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