- Klares Signal: Universitätsleitungen verteidigen die Begrenzung der kostenfreien Studienzeit.
- Thüringer Weg: Gebühren für Langzeitstudierende sollen als Steuerungsinstrument erhalten bleiben.
- Hintergrund: Diskussion um Studienkapazitäten und Ressourcenmanagement an der FSU Jena und TU Ilmenau.
Jena/Ilmenau (14.01.2026) – Das Thema Studienzeitbegrenzung und die damit verbundenen Gebühren für Langzeitstudierende bleiben ein heißes Eisen in der Thüringer Hochschulpolitik. In einer aktuellen Stellungnahme haben sich nun die Friedrich-Schiller-Universität Jena (FSU) und die Technische Universität Ilmenau deutlich positioniert: Beide Hochschulen verteidigen die bestehenden Grenzen für die Studiendauer.
Ein Plädoyer für die „Lenkungswirkung“
Wie das Fachportal „Forschung & Lehre“ berichtet, sehen die beiden größten Thüringer Universitäten in der zeitlichen Begrenzung des gebührenfreien Studiums ein notwendiges Instrument. Während Studierendenvertretungen oft die Abschaffung sogenannter Langzeitstudiengebühren fordern, argumentieren die Hochschulleitungen mit der Notwendigkeit einer effizienten Ressourcenplanung.
Die Kernaussage aus Jena und Ilmenau ist deutlich: Die Universitäten müssen planen können. Studierende, die weit über die Regelstudienzeit hinaus immatrikuliert bleiben, binden Verwaltungskapazitäten und Plätze, die für neue Jahrgänge benötigt werden. Es gehe dabei nicht primär um Einnahmen, sondern um eine sogenannte „Lenkungswirkung“. Das Ziel sei es, Anreize zu schaffen, das Studium in einem angemessenen Zeitrahmen abzuschließen, um so auch den Einstieg in den Arbeitsmarkt nicht unnötig zu verzögern.
Was bedeutet das für Studierende in Jena?
Für die rund 16.000 Studierenden in Jena ist diese Positionierung von großer Bedeutung. Thüringen gehört zu den wenigen Bundesländern, die noch konsequent Gebühren für Langzeitstudierende erheben. Aktuell werden in der Regel 500 Euro pro Semester fällig, wenn die Regelstudienzeit um mehr als vier Semester überschritten wird.
Gerade in einer Stadt wie Jena, wo die Lebenshaltungskosten und Mieten im Vergleich zum thüringischen Umland hoch sind, stellt diese Gebühr eine erhebliche finanzielle Belastung dar. Viele Studierende müssen nebenbei arbeiten, um ihr Studium zu finanzieren, was paradoxerweise oft dazu führt, dass sich die Studiendauer verlängert und sie in die Gebührenpflicht rutschen.
Es gibt jedoch Ausnahmen: Wer beispielsweise Kinder erzieht, Angehörige pflegt, in studentischen Gremien aktiv ist oder durch Krankheit am Studium gehindert wurde, kann in der Regel eine Befreiung oder Verlängerung beantragen. Dennoch bleibt die bürokratische Hürde bestehen.
Kontroverse bleibt bestehen
Die Verteidigung der Obergrenzen durch die Universitätsleitungen dürfte in der Studierendenschaft für Diskussionsstoff sorgen. Während die Hochschulen die akademische Effizienz und die Fairness gegenüber nachrückenden Generationen betonen, sehen Kritiker darin eine soziale Hürde, die individuelle Lebenswege und finanzielle Nöte zu wenig berücksichtigt.
Ob und wie die Landespolitik auf diese Positionierung reagiert, bleibt abzuwarten. Fürs Erste müssen sich Studierende in Jena und Ilmenau darauf einstellen, dass der Druck, das Studium zeitnah zu beenden, von institutioneller Seite nicht nachlassen wird.
Wir halten Sie über die weiteren Entwicklungen in der Thüringer Hochschulpolitik und Reaktionen des Studierendenrates auf dem Laufenden.
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