Jena (07.01.2026) – Ein Blick in die Statistikbücher der Stadt offenbart, wie sich das Leben in Jena im vergangenen Jahr entwickelt hat. Das Standesamt der Lichtstadt hat am Mittwoch erste Zahlen für das Jahr 2025 vorgelegt. Die Bilanz fällt gemischt aus: Während die Hochzeitsglocken an der Saale weiterhin fleißig läuten, setzt sich ein bundesweiter Trend auch in Thüringen fort – die Zahl der Neugeborenen ist rückläufig.
290 Paare sagten „Ja“
Trotz globaler Unsicherheiten und wirtschaftlicher Herausforderungen bleibt die Romantik in Jena lebendig. Insgesamt 290 Paare gaben sich im zurückliegenden Jahr das Ja-Wort. Damit bestätigt sich Jena weiterhin als beliebter Ort für Eheschließungen. Die Standesbeamten hatten alle Hände voll zu tun, um den Paaren ihren schönsten Tag zu bereiten.
Besonders die Vielfalt der Trauorte trägt zur Attraktivität Jenas bei Heiratswilligen bei. Neben dem klassischen Trauzimmer im historischen Rathaus am Markt nutzen viele Paare die besonderen Ambientes, die die Stadt zu bieten hat:
- Das Planetarium für eine Trauung unter den Sternen.
- Die Schillerkirche in Wenigenjena für ein historisch-romantisches Flair.
- Der Botanische Garten für Sommerhochzeiten im Grünen.
Dass fast 300 Paare den Bund der Ehe schlossen, wird von Stadtbeobachtern als positives Signal für den gesellschaftlichen Zusammenhalt in der Universitätsstadt gewertet.
Geburtenknick auch an der Saale
Weniger erfreulich ist der Blick auf die Geburtenstatistik. Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Daten hervorgeht, wurden weniger Babys geboren als in den Vorjahren. Damit kann sich Jena dem deutschlandweiten Negativtrend bei den Geburtenziffern nicht entziehen. Die genauen Ursachen sind vielschichtig und spiegeln oft die allgemeine gesellschaftliche Stimmung wider; Experten verweisen häufig auf wirtschaftliche Unsicherheiten oder die Familienplanung, die in späteren Lebensphasen stattfindet.
Für die Infrastruktur der Stadt, insbesondere für die Planung von Kindergartenplätzen und Schulen in Stadtteilen wie Lobeda oder Winzerla, sind diese Zahlen von entscheidender Bedeutung. Die Stadtverwaltung wird die Entwicklung genau beobachten müssen, um die Kapazitäten in den kommenden Jahren entsprechend anzupassen.
Beliebte Vornamen und Ausblick
Auch wenn die absolute Zahl der Neugeborenen gesunken ist, war die Freude in den Kreißsälen des Universitätsklinikums Jena über jedes neue Leben groß. Traditionell wird erwartet, dass das Standesamt in Kürze auch die Liste der beliebtesten Vornamen veröffentlicht – in den vergangenen Jahren dominierten oft kurze, klassische Namen die Hitlisten in Thüringen.
Für das Jahr 2026 hofft man in der Stadtverwaltung nun auf eine Stabilisierung der Zahlen. Zumindest bei den Hochzeiten scheint der Optimismus ungebrochen: Die Terminkalender des Standesamtes für die kommende Frühlings- und Sommersaison dürften sich bereits jetzt wieder füllen.