Klassik im Club: Jenaer Philharmonie mit „Black Box“ im Kassablanca

  • Was: Konzertreihe „Black Box“ der Jenaer Philharmonie
  • Thema: Programm „Durst“ – inspiriert von Max Frisch
  • Wann: Dienstag, 10. Februar 2026
  • Wo: Kassablanca Jena
  • Besetzung: Trompetengruppe und Viola

Jena (09.02.2026) – Es ist ein Experiment, das mittlerweile zur liebgewonnenen Tradition im Jenaer Kulturkalender geworden ist: Wenn die Musikerinnen und Musiker der Jenaer Philharmonie ihre angestammte Bühne im Volkshaus verlassen und die Gleise beim Westbahnhof überqueren, steht ein besonderer Abend bevor. In der inzwischen sechsten Spielzeit gastiert das Ensemble mit seiner Reihe „Black Box“ im legendären Club Kassablanca.

Ein Abend ohne starre Grenzen

Am morgigen Dienstag, den 10. Februar 2026, verwandelt sich der Club erneut in einen Raum für klassische Klänge, die jedoch ganz anders präsentiert werden als im herkömmlichen Konzertbetrieb. Unter dem Titel „Durst“ haben die Orchestermusiker ein Programm kuratiert, das bewusst mit den Konventionen bricht. Statt frontaler Beschallung und strenger Etikette steht im „Kassa“ die unmittelbare Begegnung im Vordergrund.

Das Konzept der „Black Box“ ist dabei wörtlich zu nehmen: Es ist eine Wundertüte. Wer eine Karte kauft, weiß oft nicht genau, was ihn erwartet. Es geht nicht darum, musikalische Leistung bloß abzurufen, sondern Verbindungen zu schaffen. In der intimen Atmosphäre des Clubs, fernab von samtenen Sesseln, entsteht eine Nähe zwischen Künstlern und Publikum, die Interaktionen zulässt, die im großen Saal kaum denkbar wären.

„Durst“ nach neuen Perspektiven

Im Mittelpunkt des aktuellen Abends steht die Trompetengruppe der Philharmonie, bestehend aus Steffen Naumann, Aleksey Shust, Alexander Suchlich und Steffen Hillinger, ergänzt durch Anne Schuster an der Viola. Der Titel des Programms, „Durst“, ist dabei mehr als nur ein Schlagwort. Inspiriert von einer Frage aus Max Frischs berühmtem „Fragebogen“ – „Sind Sie sicher, dass Sie die Erhaltung des Menschengeschlechts, wenn Sie und alle Ihre Bekannten nicht mehr sind, wirklich interessiert?“ – erforschen die Musiker das Thema Mangel, Sehnsucht und Begehren.

Dabei soll das Thema nicht plakativ vertont, sondern emotional gespiegelt werden. Die Musik dient als Medium, um unterschiedliche Spielarten des Durstes zu erkunden – sei es der physische Durst oder der Durst nach Leben und Sinn. Die Auswahl der Stücke reicht von Solo-Darbietungen bis hin zu Quartetten und wird durch Texte und Gedanken ergänzt, die dem Abend eine narrative Struktur geben.

Der Club als Resonanzraum

Die Wahl des Veranstaltungsortes ist für dieses Format entscheidend. Das Kassablanca, sonst eher bekannt für elektronische Beats, Indie-Konzerte und Subkultur, bietet einen „Safe Space“ für Experimente. Die fehlende Bestuhlung und die lockere Atmosphäre nehmen vielen Menschen die Hemmungen vor der sogenannten E-Musik. Es ist ein Angebot an alle, die sich innerlich und äußerlich freier fühlen wollen, während sie Musik hören.

Für die Jenaer Kulturlandschaft ist diese Kooperation zwischen Hochkultur und Clubszene ein wichtiges Signal. Sie zeigt, dass Musik universell ist und nicht an bestimmte Räume gebunden sein muss. Wenn am Dienstagabend die Trompeten im Club erklingen, darf das Publikum gespannt sein, ob ihr „Durst“ nach Kultur gestillt wird – oder ob der Abend erst recht Lust auf mehr macht.

Das Konzert beginnt am 10. Februar im Kassablanca. Interessierte sollten sich auf Überraschungen einstellen.


Quellen:
Original
Transparenz-Hinweis: Dieser Artikel wurde automatisiert erstellt, redaktionell geprüft und mit KI-Unterstützung erweitert.