Bitterer Rückschlag: Erste Ernte bei Jenaer Cannabis-Club verschimmelt

Jena (09.06.) – Es sollte ein Meilenstein für die lokale Cannabis-Community in Jena werden, doch das Projekt endete vorerst in einer Enttäuschung. Wie der MDR berichtet, ist die erste geplante Ernte eines Jenaer Cannabis-Clubs vollständig dem Schimmel zum Opfer gefallen. Für die Mitglieder der Anbauvereinigung, die viel Zeit und Mühe in die Aufzucht der Pflanzen investiert haben, ist dies ein herber Dämpfer.

Hohe Anforderungen an den Anbau

Die legale Aufzucht von Cannabis in sogenannten Social Clubs ist seit der Teillegalisierung in Deutschland möglich, stellt die Betreiber jedoch vor enorme gärtnerische und logistische Herausforderungen. Cannabis ist eine empfindliche Pflanze, die besonders in der Blütephase anfällig für Pilzbefall wie Grauschimmel (Botrytis) ist. Stimmen Luftfeuchtigkeit und Belüftung nicht exakt, kann sich der Schimmel rasend schnell ausbreiten und die gesamte Ernte vernichten.

Für die Jenaer Vereinigung bedeutet der Vorfall nicht nur einen emotionalen, sondern auch einen wirtschaftlichen Verlust. Die strengen gesetzlichen Auflagen zum Gesundheitsschutz verbieten die Weitergabe von kontaminiertem Cannabis strikt. Verschimmelte Blüten können bei Konsum gravierende gesundheitliche Folgen haben, weshalb die Vernichtung der betroffenen Pflanzen die einzig richtige, wenn auch schmerzhafte Konsequenz war.

Lernprozess für die Clubs in Thüringen

Der Vorfall in Jena zeigt exemplarisch, dass der Weg vom genehmigten Verein bis zur erfolgreichen Abgabe an die Mitglieder kein Selbstläufer ist. In der Saalestadt, die für ihre aktive Zivilgesellschaft bekannt ist, hatten sich nach der Gesetzesänderung schnell Interessengemeinschaften gebildet. Doch professioneller Indoor-Anbau erfordert Fachwissen und teures Equipment zur Klimakontrolle.

  • Risikofaktor Feuchtigkeit: Gerade in den letzten Wochen der Reifung ist die Schimmelgefahr am höchsten.
  • Gesundheitsschutz: Qualitätskontrollen sind essenziell, um Mitglieder nicht zu gefährden.
  • Neuland: Viele Clubs sammeln derzeit ihre ersten Erfahrungen im größeren Maßstab.

Es bleibt abzuwarten, wie schnell sich der Verein von diesem Rückschlag erholen kann. Klar ist jedoch: Aller Anfang ist schwer, und die Professionalisierung der Anbauvereinigungen in Thüringen wird noch einige Zeit und sicher auch weitere Lernkurven in Anspruch nehmen.