Jahrhundertprojekt startet: Vollsperrung der Naumburger Straße ab März

  • Baustart: 2. März 2026
  • Dauer: Voraussichtlich bis 2029
  • Erste Phase: Vollsperrung zwischen Carl-Orff-Straße und Ortsausgang bis Ende November 2026
  • Kosten: Rund 200 Millionen Euro
  • Ziel: Straßenausbau, Straßenbahnverlängerung, Erschließung neuer Wohngebiete

Jena / 09.02.2026 – Es ist eines der ambitioniertesten Infrastrukturvorhaben der jüngeren Stadtgeschichte: Jena steht unmittelbar vor dem Start eines „Jahrhundertprojekts“. Ab dem 2. März rollen die Bagger an der Naumburger Straße im Norden der Stadt. Das Vorhaben, das ein Investitionsvolumen von rund 200 Millionen Euro umfasst, soll nicht nur die marode Verkehrsinfrastruktur grundlegend erneuern, sondern auch den Weg für dringend benötigten Wohnraum ebnen. Doch bevor die Vorteile sichtbar werden, steht der Saalestadt eine mehrjährige Geduldsprobe bevor.

Startschuss mit Vollsperrung: Der Verkehr steht still

Für Pendler aus dem nördlichen Saaletal und Anwohner in Jena-Nord beginnt ab dem 2. März 2026 eine herausfordernde Zeit. Die Naumburger Straße, eine der wichtigsten Ein- und Ausfallstraßen der Stadt, wird zwischen der Carl-Orff-Straße und dem Ortsausgang Jena voll gesperrt. Diese drastische Maßnahme ist notwendig, um den massiven Eingriff in den Untergrund und den Straßenraum zu ermöglichen.

Die Stadtverwaltung hat bereits angekündigt, dass der Verkehr weiträumig umgeleitet wird. Autofahrer müssen sich auf die Route über Camburg einstellen. Dies dürfte insbesondere im Berufsverkehr zu spürbaren Zeitverlusten führen. Die erste Vollsperrung soll voraussichtlich bis zum 30. November 2026 andauern. Branchenbeobachter raten Pendlern, wo immer möglich auf den Schienenverkehr der Saalbahn auszuweichen oder Fahrgemeinschaften zu bilden, um das Nadelöhr zu entlasten.

Mehr als nur Asphalt: Ein komplexes Puzzle

Was auf den ersten Blick wie eine gewöhnliche Straßensanierung wirkt, ist in Wahrheit eine logistische Herkulesaufgabe. Es geht nicht nur um neuen Asphalt. Das Herzstück der Maßnahmen ist die Verlängerung der Straßenbahntrasse. Damit wird der Norden Jenas endlich leistungsfähig an das dichte Netz des Jenaer Nahverkehrs angebunden – ein Schritt, der seit Jahren von Stadtplanern gefordert wurde.

Parallel dazu wird die komplette unterirdische Infrastruktur ausgetauscht. Von Wasserleitungen über Kanäle bis hin zu modernen Datenkabeln wird alles erneuert. Oberirdisch entstehen neben den neuen Gleisen und Fahrbahnen auch moderne Geh- und Radwege, die die Sicherheit für nicht-motorisierte Verkehrsteilnehmer deutlich erhöhen sollen.

Wohnraum für Jena: Infrastruktur als Schlüssel

Hinter den massiven Baumaßnahmen steckt eine strategische Entscheidung der Stadtentwicklung. Jena, geografisch durch die Hänge des Saaletals begrenzt, leidet seit Jahren unter akutem Flächenmangel und steigenden Mieten. Mit einer Leerstandsquote von unter einem Prozent ist der Druck auf dem Wohnungsmarkt enorm.

Stadtentwicklungsdezernent Dirk Lange bezeichnet das Projekt daher als gezielte Investition in die Zukunft. Die neue Infrastruktur dient als „Gamechanger“ für die Erschließung neuer Wohnquartiere. Konkret geht es um das geplante Neubaugebiet „Am Oelste“, das ohne diesen Straßenausbau verkehrstechnisch nicht realisierbar wäre. Auch das bestehende Wohngebiet „Himmelreich“ profitiert massiv: Bislang waren die Bewohner dort auf Busse oder das eigene Auto angewiesen. Die direkte Straßenbahnanbindung gilt unter Immobilienexperten als erheblicher Standortvorteil und Wertsteigerungsfaktor.

Der Zeitplan: So geht es bis 2029 weiter

Die Geduld der Jenaer wird über einen langen Zeitraum beansprucht. Das Projekt ist in mehrere Bauphasen unterteilt, die sich bis ins Jahr 2029 erstrecken:

  • März 2026 – Juni 2027: Arbeiten im Abschnitt vom Ortsausgang bis zur Carl-Orff-Straße Süd.
  • Juni 2027 – Dezember 2027: Baufortschritt bis zur Juri-Gagarin-Straße.
  • Ab 2028: Weiterführung der Trasse bis zur Wendeschleife in Zwätzen.

Das Projekt symbolisiert den „Jenaer Weg“: Da die Stadt nicht wie andere Thüringer Kommunen in die Breite wachsen kann, muss die vorhandene Fläche im Tal optimal genutzt und verdichtet werden. Die integrierte Planung von Straße und Schiene soll Investoren signalisieren, dass die Stadt gewillt ist, Wachstum zu ermöglichen, ohne im Verkehrschaos zu ersticken.

Bis die erste Straßenbahn über die neuen Gleise rollt und die Autos wieder freie Fahrt haben, wird es noch einige Jahre dauern. Doch langfristig verspricht die „neue“ Naumburger Straße, zur vitalen Lebensader für einen wachsenden Norden zu werden.


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