- 📺 Nostalgie-Blick: Ein aktueller MSN-Bericht thematisiert die Herausforderungen des TV-Kaufs in der DDR-Zeit.
- 🛒 Mangelwirtschaft: Warum Warteschlangen und Beziehungen in Jena wichtiger waren als der Geldbeutel.
- 📡 Technik im Tal: Die besonderen Tücken des Fernsehempfangs im Saaletal der 80er Jahre.
Jena (11.01.2026) – An diesem Sonntag blicken wir zurück in eine Zeit, die für jüngere Jenaer kaum noch vorstellbar ist. Während man heute im Geschäft oder Online-Handel innerhalb von Sekunden zwischen 4K, OLED und Smart-TV wählt, war der Erwerb eines Farbfernsehgerätes in Jena vor einigen Jahrzehnten noch eine logistische Meisterleistung. Ein aktueller Beitrag auf MSN hat an diesem Wochenende Erinnerungen an die Zeit geweckt, als der Fernsehkauf noch echte „Planungssache“ war.
Das Phänomen der Warteschlange
Wer in den 1970er oder 80er Jahren in Jena einen modernen Farbfernseher ergattern wollte, brauchte vor allem zwei Dinge: Geduld und das richtige Netzwerk. Die Geräte der Marke RFT (Rundfunk- und Fernmeldetechnik), oft produziert im VEB Fernsehgerätewerk „Friedrich Engels“ in Staßfurt, waren begehrte Mangelware. Wenn sich in der Jenaer Innenstadt, etwa vor den RFT-Fachfilialen oder größeren Konsum-Häusern, am frühen Morgen eine Schlange bildete, wussten die Passanten sofort: „Es gibt etwas.“
Oftmals stellten sich die Menschen an, ohne genau zu wissen, welche Ware eigentlich eingetroffen war. War es der begehrte „Color 20“ oder der „Chromalux“? Die Preise waren für damalige Verhältnisse astronomisch – ein Farbfernseher konnte gut und gerne 4.000 bis 6.000 Mark kosten, was mehreren Monatsgehältern entsprach. Dennoch war die Nachfrage stets höher als das Angebot. Wer nicht stundenlang anstehen wollte, war auf „Bückware“ angewiesen – jene Güter, die der Verkäufer nur für gute Bekannte unter dem Ladentisch hervorholte.
Fernsehen im Saaletal: Eine technische Herausforderung
Doch mit dem Kauf des Gerätes hörten die Herausforderungen in Jena nicht auf. Aufgrund der topografischen Lage im tiefen Saaletal war der Empfang oft ein Abenteuer für sich. Während das „Erste Programm“ der DDR und später das Zweite meist stabil liefen, war der Empfang des Westfernsehens (ARD, ZDF) ein ständiges Katz-und-Maus-Spiel mit der Physik. Jena gehörte zwar nicht zum berühmten „Tal der Ahnungslosen“ (wie der Raum Dresden oft spöttisch genannt wurde), doch ohne aufwendige Dachantennen-Konstruktionen, die oft in Eigenregie auf den Dächern von Lobeda oder dem Damenviertel installiert wurden, blieb der Bildschirm oft „schneebedeckt“.
Die Geräte selbst waren massive Möbelstücke, schwer und reparaturanfällig. Doch auch hier zeigte sich der Jenaer Erfindergeist: Da Ersatzteile rar waren, florierte eine Kultur der privaten Reparaturdienste und Bastler, die Röhren tauschten und Platinen löteten, um das Flimmern am Leben zu erhalten.
Ein Kontrast zur heutigen Konsumwelt
Der Rückblick auf diese Zeit verdeutlicht den massiven Wandel im Konsumverhalten. Heute ist Jena ein moderner Technologie-Standort, und Elektronik ist jederzeit verfügbar. Das Warten auf einen Fernseher wirkt heute fast exotisch. Dennoch erinnern sich viele Alteingesessene mit einer gewissen Ambivalenz: Der Mangel war frustrierend, doch die Freude über den erfolgreichen Kauf war ungleich größer als beim heutigen schnellen Klick im Warenkorb. Es war ein Ereignis, über das man noch Wochen später in der Nachbarschaft sprach.
Haben Sie auch noch Erinnerungen an Ihren ersten Fernsehkauf in Jena? Schreiben Sie uns gerne Ihre Anekdoten aus der Zeit der Röhrengeräte.
Wir wünschen Ihnen einen entspannten Sonntag – egal ob vor dem modernen Flachbildschirm oder beim Spaziergang im Paradiespark.
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Dieser Artikel wurde unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.