Jenaer Forscher schlagen Alarm: Vogelgrippe breitet sich in der Antarktis aus

Das Wichtigste in Kürze

  • Forschungsteam: Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
  • Fundort: King George Island, Antarktis.
  • Befund: Nachweis des H5N1-Virus bei Raubmöwen (Skuas).
  • Gefahr: Hohes Risiko für Pinguinkolonien durch schnelle Übertragung.

Jena / Antarktis (09.02.2026) – Während in Jena der Alltag seinen Lauf nimmt, richten Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität (FSU) den Blick besorgt auf das südliche Ende der Welt. Ein Team des Jenaer Instituts für Biodiversität, Ökologie und Evolution ist mit alarmierenden Ergebnissen von einer Expedition zurückgekehrt: Das gefährliche Vogelgrippevirus H5N1 breitet sich nun auch in der Antarktis aus.

Tote Raubmöwen auf King George Island entdeckt

Im Zentrum der Besorgnis stehen Funde auf King George Island, einer Insel nahe der Nordküste des antarktischen Festlands. Christina Braun, Forscherin an der FSU Jena, bestätigte den erstmaligen Nachweis des Virus in dieser spezifischen Region durch das Jenaer Team. Bereits im Oktober 2023 gab es erste Hinweise auf das Virus in der weiteren antarktischen Region, doch die aktuellen Beobachtungen deuten auf eine Verschärfung der Lage hin.

Während der Forschungsreise Anfang des Jahres entdeckten die Wissenschaftler insgesamt 52 verendete Tiere. „Irgendwas passiert dort“, fasst Braun die Situation zusammen. Betroffen sind vor allem Skuas, auch bekannt als Raubmöwen. Aber auch bei südlichen Riesensturmvögeln und Antarktisseeschwalben wurden Todesfälle verzeichnet. Zwar stehen einige Laborergebnisse noch aus, doch die Sterblichkeit sei bereits jetzt „deutlich“ sichtbar.

Dunkelziffer könnte deutlich höher liegen

Die Jenaer Experten gehen davon aus, dass das Ausmaß der Katastrophe weitaus größer ist, als die bloße Anzahl der gefundenen Kadaver vermuten lässt. Markus Bernhardt-Römermann, Kollege von Braun an der Universität Jena, erklärt die Problematik: In der Region gibt es viele Aasfresser. Diese beseitigen oder fressen Tierkadaver oft so schnell, dass sie von den Forschern gar nicht erst registriert werden können.

„Man kann davon ausgehen, dass sehr viel mehr Individuen betroffen sind, als gefunden worden sind“, so Bernhardt-Römermann. Hinzu kommt die Ungewissheit über die langfristigen ökologischen Folgen. Zwar gibt es Hinweise darauf, dass einige Raubmöwen bereits eine Immunität entwickelt haben könnten, doch das Risiko, dass lokale Populationen komplett aussterben, bleibt bestehen.

Pinguine in Gefahr: Kuscheln als Todesurteil?

Besonders dramatisch könnte sich die Ausbreitung des Virus auf die ikonischsten Bewohner der Antarktis auswirken: die Pinguine. Ihr Sozialverhalten, das ihnen normalerweise das Überleben in der eisigen Kälte sichert, könnte ihnen nun zum Verhängnis werden. Pinguine stehen in ihren Kolonien extrem eng beieinander, um sich gegenseitig zu wärmen.

Da die Ansteckung mit H5N1 ähnlich wie bei der menschlichen Grippe über Tröpfcheninfektion und Speichel erfolgt, würde sich das Virus in einer solchen Kolonie rasend schnell verbreiten. Da Vögel in der Antarktis generell auf den wenigen eisfreien Flächen – nur etwa zwei Prozent des Kontinents – brüten, ist die Dichte der Tiere oft hoch. Die Jenaer Forscher vermuten zudem, dass sich viele Vögel bereits in ihren Überwinterungsgebieten an der südamerikanischen Küste infizieren und das Virus dann in den Süden tragen.

Wichtiger Beitrag aus Jena zur Klimaforschung

Diese Erkenntnisse unterstreichen erneut die Relevanz der Jenaer Forschungseinrichtungen im internationalen Kontext. Die Beobachtungen der FSU-Wissenschaftler liefern wichtige Daten, um die globalen Wanderungsbewegungen von Krankheitserregern im Zuge ökologischer Veränderungen besser zu verstehen. Wie sich die Situation in den kommenden Monaten entwickelt, bleibt abzuwarten, doch die Warnung aus Thüringen ist unmissverständlich.


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