- Wer: Forscherteam unter Leitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
- Wo: Atacama-Wüste, Chile (ehemaliger Superkontinent Gondwana).
- Was: Ungewöhnlich gut erhaltene Fossillagerstätte aus der Trias (ca. 200-250 Mio. Jahre alt).
- Beteiligte: Diego Volosky, Olga Schmitz, Peter Frenzel sowie internationale Partner.
Jena/Chile (05.02.2026) – Es ist ein wissenschaftlicher Paukenschlag, der weit über die Grenzen Thüringens hinaus für Aufsehen sorgt. Einem internationalen Forschungsteam unter der Federführung der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist in der chilenischen Atacama-Wüste ein bemerkenswerter Fund gelungen. Die Wissenschaftler entdeckten eine Fossillagerstätte von seltener Qualität, die einen detaillierten Blick in eine längst vergangene Epoche unserer Erdgeschichte gewährt.
Ein Fenster in die Trias-Zeit
Mitten in einer der trockensten Wüsten der Welt stießen die Forscher auf Spuren von blühendem Leben. Die Funde werden auf die Trias datiert, jene erdgeschichtliche Periode vor etwa 252 bis 201 Millionen Jahren. Zu dieser Zeit waren die heutigen Kontinente Südamerika, Afrika, Australien und die Antarktis noch im gigantischen Südkontinent "Gondwana" vereint.
Unter der Leitung von Diego Volosky von der Universität Jena legte das Team eine Vielzahl unterschiedlicher Fossilien frei. Die Liste der Entdeckungen liest sich wie das Inventar eines prähistorischen Zoos: Neben Pflanzen und Insekten fanden die Experten Süßwasserkrebse, Weichtiere, Fische und sogar Überreste von Haien. Diego Volosky ordnet den Fund ein: "Solche vollständigen und vielfältigen Fossilgemeinschaften sind selten, insbesondere angesichts des Alters der Fossilien."
Perfekte Konservierung durch Sauerstoffmangel
Was diesen Fund für die Wissenschaft so wertvoll macht, ist der außergewöhnlich gute Erhaltungszustand. Normalerweise zersetzen sich organische Überreste über Jahrmillionen fast vollständig. Doch hier spielten die geologischen Bedingungen den Forschern in die Karten. Die Fossilien stammen aus einem ehemaligen Süßwassersee.
In den tieferen Schichten dieses Gewässers herrschten sauerstoffarme Bedingungen. Feinkörnige Sedimente bedeckten die toten Organismen rasch und schützten sie vor Aasfressern und Verfall. Das Ergebnis sind Momentaufnahmen von beeindruckender Schärfe: "So blieben Insekten vollständig erhalten, außerdem Fischskelette mit Hautabdrücken und die Fortpflanzungsorgane von Landpflanzen", erklärt Volosky. Diese Details ermöglichen es nun, das komplette Nahrungsnetz des damaligen Sees zu rekonstruieren – vom kleinsten Insekt bis zum Raubfisch.
Jenaer Expertise im internationalen Fokus
Die Entdeckung unterstreicht einmal mehr die Bedeutung Jenas als internationaler Wissenschaftsstandort. Das Projekt vereint Institutionen aus Deutschland, Chile und Argentinien. Eine Schlüsselrolle spielt dabei auch Olga Schmitz, Mikropaläontologin an der Universität Jena und am Max-Planck-Institut für Geoanthropologie. Ihre Expertise war entscheidend, um sogenannte Ostrakoden (winzige Muschelkrebse, oft kleiner als ein Millimeter) aus den Gesteinsproben zu extrahieren. Diese Winzlinge sind wichtige Indikatoren für vergangene Umweltbedingungen.
Peter Frenzel, Leiter der Arbeitsgruppe Paläontologie am Institut für Geowissenschaften der Universität Jena, bezeichnet die Zusammenarbeit als "Glücksfall". Er betont, dass die aktuelle Veröffentlichung im Fachmagazin Paleogeography, Paleoclimatology, Paleoecology erst der Anfang sei.
Lehren für die Zukunft
Die Arbeit der Jenaer Forscher ist nicht nur ein Blick zurück, sondern liefert auch Daten für das Verständnis heutiger und zukünftiger ökologischer Prozesse. Die Trias-Periode folgte auf das größte bekannte Massenaussterben der Erdgeschichte am Ende des Paläozoikums. Zu untersuchen, wie sich Ökosysteme damals erholten und wie das Leben auf globale Umweltveränderungen reagierte, kann wertvolle Rückschlüsse auf die heutige Klimakrise und den Verlust der Artenvielfalt zulassen.
Die Universität Jena wird sich nun darauf konzentrieren, die paläoökologischen Rekonstruktionen zu verfeinern. Man darf gespannt sein, welche Geheimnisse der Wüstensand Chiles dank Thüringer Expertise noch preisgeben wird.
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