Sensationeller Fund in Chile: Jenaer Forscher entdecken 200 Millionen Jahre altes Ökosystem

Das Wichtigste in Kürze

  • Wer: Forscherteam unter Leitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena.
  • Wo: Atacama-Wüste, Chile.
  • Was: Entdeckung einer außergewöhnlich gut erhaltenen Fossillagerstätte aus der Trias (vor ca. 250 Mio. Jahren).
  • Bedeutung: Seltene Einblicke in die Erholung von Ökosystemen nach dem größten Massenaussterben der Erdgeschichte.

Jena (06.02.2026) – Wissenschaftlern der Friedrich-Schiller-Universität Jena ist in Zusammenarbeit mit internationalen Kollegen ein bemerkenswerter Schlag gelungen. Mitten in der chilenischen Atacama-Wüste, einem der trockensten Orte der Welt, stieß das Team auf eine Fossillagerstätte, die in Fachkreisen bereits als „kleine Sensation“ gehandelt wird. Der Fund gewährt einen detaillierten Blick zurück in eine Zeit vor über 200 Millionen Jahren.

Ein Fenster in die Trias-Zeit

Unter der Leitung von Diego Volosky vom Institut für Geowissenschaften der Universität Jena untersuchte die multidisziplinäre Gruppe Gesteinsschichten aus der Trias. Dieser erdgeschichtliche Abschnitt, datiert auf etwa 252 bis 201 Millionen Jahre vor heute, ist für die Wissenschaft von enormer Bedeutung. Damals waren die heutigen Kontinente Südamerika, Afrika, Australien und die Antarktis noch im riesigen Superkontinent Gondwana vereint.

Was die Forscher fanden, übertraf die Erwartungen: Es handelt sich nicht um einzelne Knochenfunde, sondern um ein komplexes, fast vollständig überliefertes Nahrungsnetz eines ehemaligen Süßwassersees. Die Liste der Funde ist lang und vielfältig: Pflanzen, Insekten, Süßwasserkrebse, Weichtiere sowie Fische und sogar Haie konnten identifiziert werden.

Außergewöhnliche Erhaltung dank Sauerstoffarmut

Besonders macht diesen Fund der exzellente Erhaltungszustand der Fossilien. „Solche vollständigen und vielfältigen Fossilgemeinschaften sind selten, insbesondere angesichts des Alters der Fossilien“, ordnet Projektleiter Diego Volosky die Entdeckung ein.

Die Geowissenschaftler gehen davon aus, dass feinkörnige Sedimente und sauerstoffarme Bedingungen am Grund des damaligen Gewässers dafür sorgten, dass die toten Organismen nicht verwesten oder von Aasfressern vertilgt wurden. Das Ergebnis ist verblüffend detailreich: So fanden die Forscher vollständig erhaltene Insekten, Fischskelette, bei denen noch Hautabdrücke erkennbar sind, und sogar die filigranen Fortpflanzungsorgane von Landpflanzen.

Diese Details erlauben es den Jenaer Experten, nicht nur die Tiere selbst zu beschreiben, sondern das gesamte Ökosystem des Sees und des umliegenden Landes zu rekonstruieren. Einige der entdeckten Insekten- und Fischarten stellen zudem Erstfunde für diese Region dar.

Jenaer Expertise im internationalen Team

Die Forschung ist ein Paradebeispiel für die internationale Vernetzung des Wissenschaftsstandortes Jena. Neben der Friedrich-Schiller-Universität ist auch das Max-Planck-Institut für Geoanthropologie involviert. Die Mikropaläontologin Olga Schmitz, die an beiden Instituten forscht, bezeichnete ihre Mitarbeit als „unglaubliche Gelegenheit“. Ihr Spezialgebiet ist die Extraktion von Mikrofossilien, wie etwa winzigen Muschelkrebsen (Ostrakoden), die kaum größer als ein Millimeter sind.

Peter Frenzel, Leiter der Arbeitsgruppe Paläontologie an der Universität Jena, sieht in der Zusammenarbeit mit Diego Volosky einen Glücksfall. Die nun im Fachmagazin „Paleogeography, Paleoclimatology, Paleoecology“ veröffentlichten Ergebnisse seien erst der Anfang.

Bedeutung für die heutige Klimaforschung

Der Blick in die tiefe Vergangenheit hat auch Relevanz für die Gegenwart. Die Trias folgte auf das größte bekannte Massenaussterben der Erdgeschichte am Ende des Paläozoikums. Zu verstehen, wie sich das Leben damals unter extremen Bedingungen erholte und auf globale Umweltveränderungen reagierte, liefert wichtige Daten für heutige Modelle zum Klimawandel und Biodiversitätsverlust.

Das Team plant nun, die paläoökologischen Rekonstruktionen weiter zu verfeinern und die neu entdeckten Arten genau zu bestimmen. Jena beweist mit diesem Projekt erneut seine Rolle als wichtiger Knotenpunkt in der internationalen geowissenschaftlichen Forschung.


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