- Wer: Forschungsteam unter Leitung der Friedrich-Schiller-Universität Jena (Diego Volosky).
- Wo: Atacama-Wüste, Chile.
- Was: Entdeckung einer extrem artenreichen Fossillagerstätte aus der Trias.
- Alter: Ca. 201 bis 252 Millionen Jahre.
- Besonderheit: Exzellente Erhaltung von Insekten, Fischen und Pflanzen.
Jena/Chile (10.02.2026) – Es klingt fast wie ein Abenteuerroman, ist aber harte wissenschaftliche Arbeit mit sensationellem Ergebnis: Ein Forschungsteam unter der Federführung der Friedrich-Schiller-Universität Jena hat im Norden Chiles, genauer gesagt in der trockenen Atacama-Wüste, einen bemerkenswerten Fund gemacht. Die Wissenschaftler stießen auf eine Fossillagerstätte, die in ihrer Vielfalt und Erhaltungsqualität weltweit ihresgleichen sucht.
Ein Fenster in die Zeit des Superkontinents
Unter der Leitung von Diego Volosky vom Institut für Geowissenschaften der Universität Jena arbeiteten Experten aus Chile, Argentinien und Deutschland zusammen. Was sie fanden, raubte selbst den erfahrenen Paläontologen den Atem: In den Gesteinsschichten verbargen sich Überreste eines kompletten Ökosystems aus der Trias-Periode. Diese erdgeschichtliche Epoche liegt etwa 201 bis 252 Millionen Jahre zurück.
Zu jener Zeit sah die Weltkarte noch ganz anders aus. Der riesige Südkontinent Gondwana vereinte das heutige Südamerika, Afrika, Australien und die Antarktis. Dort, wo heute eine der trockensten Wüsten der Erde liegt, befand sich damals ein blühender Süßwassersee. „Solche vollständigen und vielfältigen Fossilgemeinschaften sind selten, insbesondere angesichts des Alters der Fossilien“, ordnet Diego Volosky die Bedeutung des Fundes ein. Die Ergebnisse wurden nun in der Fachzeitschrift Paleogeography, Paleoclimatology, Paleoecology veröffentlicht.
Vom Hai bis zum Insekt: Perfekt konserviert
Das Besondere an der Entdeckung ist nicht nur die Menge, sondern vor allem die Qualität der Fossilien. Das Spektrum der Funde reicht von Pflanzen und Insekten über Süßwasserkrebse und Weichtiere bis hin zu Fischen und sogar Haien. Dass diese Lebewesen so detailreich erhalten geblieben sind, grenzt an ein Wunder.
Die Forscher gehen davon aus, dass spezielle Bedingungen am Grund des damaligen Sees herrschten. Feinkörnige Sedimente und ein extrem sauerstoffarmes Milieu sorgten dafür, dass die toten Organismen nicht von Aasfressern vertilgt wurden oder verwesten. „So blieben Insekten vollständig erhalten, außerdem Fischskelette mit Hautabdrücken und die Fortpflanzungsorgane von Landpflanzen“, erklärt Volosky. Diese „Momentaufnahme“ erlaubt es den Jenaer Forschern nun, ein detailliertes Nahrungsnetz eines 200 Millionen Jahre alten Ökosystems zu rekonstruieren.
High-Tech-Forschung aus Jena
Der Fund unterstreicht erneut die Bedeutung Jenas als internationaler Wissenschaftsstandort. Neben der Universität ist auch das Max-Planck-Institut für Geoanthropologie involviert. Die Mikropaläontologin Olga Schmitz bezeichnet ihre Mitarbeit als „unglaubliche Gelegenheit“. Ihr Spezialgebiet sind Ostrakoden – winzige Muschelkrebse, die oft kleiner als ein Millimeter sind. Durch ihre Expertise konnten diese mikroskopisch kleinen Zeitzeugen aus den Gesteinsproben extrahiert werden.
Für Peter Frenzel, Leiter der Arbeitsgruppe Paläontologie an der Uni Jena, ist die Zusammenarbeit mit Volosky ein „Glücksfall“. Er betont, dass die aktuelle Veröffentlichung erst der Anfang eines größeren Projekts sei. Die Wissenschaftler wollen nun verstehen, wie sich das Leben nach dem massiven Artensterben am Ende des Paläozoikums erholte.
Warum das für uns heute wichtig ist
Man könnte fragen: Was haben 200 Millionen Jahre alte Fische mit unserer Gegenwart zu tun? Die Antwort ist hochaktuell. Die Trias folgte auf das größte Massenaussterben der Erdgeschichte. Indem die Jenaer Forscher analysieren, wie sich Ökosysteme damals unter extremen globalen Umweltveränderungen neu formierten und erholten, lassen sich Rückschlüsse auf heutige Klimawandel-Szenarien ziehen. Die Wüste Chiles liefert somit Daten, die helfen könnten, langfristige Muster der ökologischen Erholung besser zu verstehen.
Die Auswertung der Funde wird die Teams in Jena und Südamerika noch Jahre beschäftigen – und sicher noch das eine oder andere Geheimnis der Urzeit lüften.
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