Jena (10.01.2026) – Es gilt als eines der komplexesten, rätselhaftesten und zugleich faszinierendsten Werke der deutschen Literaturgeschichte: Johann Wolfgang von Goethes „Faust. Der Tragödie zweiter Teil“. Wie am Freitag bekannt wurde, wagt sich die Jenaer Theaterszene nun an diesen monumentalen Stoff. Eine Ankündigung, die in der Kulturstadt für Aufhorchen sorgt, denn während der erste Teil des Faust zum Standardrepertoire vieler Häuser gehört, gilt der zweite Teil oft als inszenatorische Herkulesaufgabe.
Ein gewaltiges Unterfangen
Die Nachricht, dass „Faust II“ auf die Bühne gebracht wird, verspricht eine spannende Spielzeit. Anders als der handlungsorientierte erste Teil, der sich auf die Gelehrtentragödie und die Geschichte um Gretchen konzentriert, öffnet Goethe im zweiten Teil ein weites Panorama aus Mythologie, Politik, Wirtschaft und philosophischen Diskursen. Die Szenerie wechselt vom kaiserlichen Hof über die klassische Walpurgisnacht bis hin zu Arkadien und schließlich in den Himmel.
Für Regie und Ensemble bedeutet dies in der Regel Schwerstarbeit. Es gilt, die oft als „unspielbar“ bezeichneten Szenenbilder und die symbolgeladene Sprache in ein modernes Bühnenerlebnis zu übersetzen. In Jena, einer Stadt, die für ihr intellektuelles und kritisches Publikum bekannt ist, dürfte die Erwartungshaltung entsprechend hoch liegen. Theatergänger dürfen gespannt sein, welcher dramaturgische Ansatz gewählt wird: Setzt man auf klassische Ausstattung oder eine moderne Dekonstruktion des Stoffes?
Goethe und Jena
Dass dieses Werk gerade hier zur Aufführung kommt, entbehrt nicht einer gewissen historischen Logik. Johann Wolfgang von Goethe verbrachte viel Zeit in Jena, schätzte die geistige Atmosphäre der Universitätsstadt und arbeitete hier an zahlreichen seiner Werke. Die enge Verbindung zwischen dem Dichterfürsten und der Saale-Stadt verleiht jeder Inszenierung seiner Stücke eine besondere lokale Resonanz. Man wandelt quasi auf den Spuren des Schöpfers, während man sein Spätwerk interpretiert.
Spannung im Kulturkalender
Mit der Ankündigung vom Freitag rückt Jena erneut als ernstzunehmender Standort für anspruchsvolles Sprechtheater in den Fokus. Projekte dieser Größenordnung erfordern nicht nur künstlerischen Mut, sondern auch logistisches Geschick. Es bleibt abzuwarten, wie die visuellen Herausforderungen – man denke an den Homunkulus in der Phiole oder den Flug auf dem Mantel – technisch gelöst werden.
Für Literaturinteressierte und Theaterfans aus Jena und dem Umland dürfte dies eines der Highlights der kommenden Kultursaison werden. Es ist eine Einladung, sich erneut mit der Frage zu beschäftigen, „was die Welt im Innersten zusammenhält“ – und wie dies im zweiten Teil der Tragödie seine kosmische Auflösung findet.
Quelle: Zum Original-Artikel
Dieser Artikel wurde unter Einsatz künstlicher Intelligenz erstellt und redaktionell geprüft.