Nach Chemnitz-Spiel: Jena-Fans hinterlassen Spur der Verwüstung in Zügen

Jena (11. Februar) – Was als sportliche Unterstützung für den FC Carl Zeiss Jena gedacht war, endete für die Mitreisenden und das Bahnpersonal in einem Bild der Verwüstung. Nach dem Auswärtsspiel in Chemnitz haben Anhänger des Jenaer Traditionsvereins in den Zügen für erhebliches Chaos gesorgt. Wie der MDR berichtet, kam es auf der Rückreise zu Vorfällen, die weit über das übliche Maß an Fan-Gesängen hinausgingen und nun Polizei sowie Verkehrsbetriebe beschäftigen.

Vandalismus überschattet Auswärtsfahrt

Die Partie in Chemnitz, ein Klassiker im Spielplan der Region, zieht traditionell viele Schlachtenbummler aus Thüringen an. Doch während der Großteil der Fans die Mannschaft friedlich unterstützte, nutzte eine Gruppe die Rückfahrt in den Regionalzügen offenbar, um ihren Frust oder Übermut an der Einrichtung der Bahn auszulassen. Berichten zufolge wurden Waggons stark verschmutzt und teilweise beschädigt. Solche Vorfälle sind für die Verkehrsunternehmen ein massives Ärgernis: Zerkratzte Scheiben, beklebte Wände und beschädigte Sitze führen nicht nur zu hohen Reinigungskosten, sondern sorgen oft auch dafür, dass betroffene Wagen vorübergehend aus dem Verkehr gezogen werden müssen – zum Leidwesen der normalen Pendler im Berufsverkehr zwischen Ostthüringen und Sachsen.

Ein Bärendienst für den Verein

Für den FC Carl Zeiss Jena sind solche Nachrichten bitter. Der Verein, der im Ernst-Abbe-Sportfeld eine friedliche und leidenschaftliche Fankultur pflegt und fördert, gerät durch die Aktionen einzelner Chaoten immer wieder in Erklärungsnot. Gerade in Zeiten, in denen Sicherheitskonzepte bei Fußballspielen und die Kosten für Polizeieinsätze politisch heiß diskutiert werden, liefern derartige Exzesse Wasser auf die Mühlen der Kritiker.

  • Verunreinigungen: Massive Müllberge und verschüttete Getränke in den Abteilen.
  • Sachschaden: Beschädigungen an der Inneneinrichtung der Züge.
  • Image-Schaden: Negative Schlagzeilen für die Jenaer Fanszene.

Herausforderung für die Bundespolizei

Die Sicherung der An- und Abreisewege bei sogenannten Risikospielen oder Derbys gehört zu den komplexesten Aufgaben der Bundespolizei. Trotz begleitender Beamter ist es in den oft überfüllten Regionalbahnen kaum möglich, jede Sachbeschädigung in Echtzeit zu verhindern. Die Ermittlungen zu den konkreten Tätern gestalten sich im Nachgang oft schwierig, da in der Anonymität der Gruppe agiert wird. Dennoch werden Videoaufnahmen aus den Zügen und Bahnhöfen in der Regel penibel ausgewertet, um Straftaten auch nachträglich zu ahnden.

Es bleibt zu hoffen, dass der Dialog zwischen Verein, Fanprojekten und den Anhängern weiter intensiviert wird, damit der Fokus künftig wieder auf dem liegt, was zählt: der Leistung auf dem Rasen und der lautstarken, aber friedlichen Unterstützung der Jenaer Mannschaft.