Feuerwehreinsatz in Jena: Senior fackelt beim Wespennest-Entfernen Schuppen ab

Jena (17.11.) – Ein gut gemeinter Versuch der Schädlingsbekämpfung endete am Montag für einen Senior in Jena mit einem Einsatz der Feuerwehr und einem vernichteten Gartenhaus. Was als Routinearbeit im heimischen Grün geplant war, entwickelte sich binnen Minuten zu einem gefährlichen Szenario, das eindrücklich zeigt, warum offenes Feuer im Garten stets mit größter Vorsicht zu genießen ist.

Vermeintliche Gefahr, echte Katastrophe

Nach ersten Informationen wollte der ältere Herr ein Wespennest an seinem Schuppen entfernen. Gerade in den Herbstmonaten, wenn die Gärten winterfest gemacht werden, stören sich viele Grundstücksbesitzer an den verbliebenen Nestern des Sommers. Doch die gewählte Methode erwies sich als fatal: Beim Versuch, dem Nest beizukommen, geriet die hölzerne Substanz des Schuppens in Brand.

Holzschuppen, die oft über Jahre getrocknet sind und in denen nicht selten brennbare Materialien wie Lacke, Benzin für den Rasenmäher oder trockenes Kaminholz lagern, können sich bei direkter Hitzeeinwirkung rasend schnell entzünden. In diesem Fall breitete sich das Feuer so zügig aus, dass eigene Löschversuche offenbar scheiterten und der Schuppen vollständig den Flammen zum Opfer fiel.

Feuerwehr Jena warnt vor thermischen Verfahren

Der Vorfall in Jena ist leider kein Einzelfall. Immer wieder muss die Feuerwehr ausrücken, weil Unkrautbrenner oder andere thermische Verfahren zur Insektenbekämpfung außer Kontrolle geraten. Experten raten dringend davon ab, Wespennester selbstständig mit Feuer oder Rauch auszuräuchern. Dies ist nicht nur brandgefährlich, sondern oft auch verboten:

  • Hohe Brandgefahr: Funkenflug kann in Sekundenbruchteilen trockenes Laub oder Dachstühle entzünden.
  • Naturschutz: Wespen stehen unter allgemeinem Naturschutz; das mutwillige Zerstören von Nestern ohne vernünftigen Grund ist untersagt.
  • Eigenschutz: In Panik geratene Insektenschwärme können auch für den Anwender gefährlich werden.

Saisonales Missverständnis

Besonders tragisch an dem Vorfall im November: Zu dieser Jahreszeit sind Wespennester in der Regel ohnehin verlassen. Die alte Königin und die Arbeiterinnen sterben im Herbst, lediglich die Jungköniginnen überwintern an anderen, geschützten Orten in der Natur. Das leere Nest im Schuppen hätte also keine Gefahr mehr dargestellt und wäre im kommenden Jahr auch nicht neu besiedelt worden. Der Senior hat somit für ein Problem, das sich biologisch bereits erledigt hatte, einen hohen Sachschaden in Kauf nehmen müssen.

Verletzt wurde nach aktuellem Kenntnisstand niemand, der materielle Verlust und der Schreck dürften jedoch tief sitzen. Die Polizei hat, wie bei Bränden üblich, die Ermittlungen zur genauen Brandursache aufgenommen.