Schlag für den Tech-Standort: Insolvenzverfahren bei Jenaer Leiterplatten gestartet

  • ✔ Betroffenes Unternehmen: Jenaer Leiterplatten GmbH befindet sich im Insolvenzverfahren.
  • ✔ Wirtschaftliche Bedeutung: Der Betrieb ist ein wichtiger Zulieferer für die Elektronikbranche.
  • ✔ Nächste Schritte: Ein Insolvenzverwalter prüft nun Sanierungsoptionen.

Jena (23.01.2026) – Eine Hiobsbotschaft erreicht am heutigen Freitag den Wirtschaftsstandort Jena: Über das Vermögen der traditionsreichen Jenaer Leiterplatten GmbH wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet. Dies geht aus aktuellen Bekanntmachungen und Berichten der Fachpresse hervor. Für die lokale Industrie, die stark auf kurze Lieferwege und hochspezialisierte Elektronikkomponenten angewiesen ist, stellt diese Entwicklung eine Zäsur dar.

Das Verfahren läuft: Ungewissheit in der Branche

Wie das Portal all-electronics.de berichtet, ist der offizielle Startschuss für das Insolvenzverfahren gefallen. Für Außenstehende mag der Begriff „Leiterplatte“ abstrakt klingen, doch in der Saalestadt ist die Bedeutung dieses Bauteils immens. Leiterplatten (Printed Circuit Boards, PCBs) sind das Nervensystem nahezu jedes elektronischen Geräts – von der Medizintechnik, die in Jena weltweiten Ruf genießt, bis hin zu optoelektronischen Systemen.

Die Jenaer Leiterplatten GmbH hat sich über Jahre hinweg als Spezialist für Prototypen und Kleinserien etabliert. Genau diese Nische ist für die Forschungs- und Entwicklungsabteilungen der großen Jenaer Tech-Konzerne sowie für zahlreiche Start-ups in Thüringen von entscheidender Bedeutung. Der Start des Insolvenzverfahrens wirft nun Fragen zur Versorgungssicherheit und zur Zukunft der Arbeitsplätze am Standort auf.

Hintergründe: Ein schwieriges Marktumfeld

Auch wenn die spezifischen internen Gründe für die finanzielle Schieflage der Jenaer Leiterplatten GmbH noch nicht detailliert öffentlich kommuniziert wurden, so operiert die gesamte deutsche Leiterplattenindustrie derzeit in einem extrem schwierigen Fahrwasser. Als Lokalredaktion beobachten wir seit geraumer Zeit, wie produzierende Betriebe in Jena unter Druck geraten.

Die Branche kämpft an mehreren Fronten:

  • Energiekosten: Die Herstellung von Leiterplatten ist energieintensiv. Die im internationalen Vergleich hohen Strompreise in Deutschland belasten die Margen der hiesigen Fertiger massiv.
  • Konkurrenz aus Asien: Der Massenmarkt wird längst von asiatischen Anbietern dominiert. Deutsche Hersteller punkten durch Schnelligkeit und Qualität („High-Mix, Low-Volume“), doch der Preisdruck nimmt auch hier zu.
  • Lieferketten: Rohstoffpreise für Kupfer und Basismaterialien unterliegen starken Schwankungen, die für mittelständische Unternehmen schwer abzufedern sind.

In einem Insolvenzverfahren geht es jedoch nicht zwangsläufig um die sofortige Schließung (Liquidation). Ziel eines solchen Verfahrens ist primär die Sanierung. Oftmals wird versucht, das Unternehmen durch einen Insolvenzplan zu entschulden oder einen Investor zu finden, der den Geschäftsbetrieb übernimmt. Für Jena wäre der Erhalt des Know-hows essenziell.

Was bedeutet das für die Mitarbeiter?

In der ersten Phase eines solchen Verfahrens sind die Löhne und Gehälter der Angestellten üblicherweise über das sogenannte Insolvenzgeld der Bundesagentur für Arbeit für bis zu drei Monate gesichert. Dies verschafft dem vorläufigen Insolvenzverwalter und der Geschäftsführung die nötige Luft, um die Bücher zu prüfen und eine Fortführungsprognose zu erstellen.

Für die Belegschaft beginnt nun eine Zeit der Unsicherheit, aber auch der Hoffnung auf eine erfolgreiche Restrukturierung. Die Jenaer Wirtschaftsförderung und lokale Netzwerke wie der OptoNet e.V. dürften die Entwicklung genau beobachten, da ein Wegbrechen lokaler Zulieferer die gesamte Wertschöpfungskette in der Region schwächen könnte.

Wir werden den Fortgang des Verfahrens weiter genau verfolgen und berichten, sobald es neue Informationen zu möglichen Investoren oder Sanierungsplänen gibt.


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