„Howl“ im Theaterhaus Jena: Ein Schrei gegen die Konformität

  • Was: Premiere des Schauspiels „Howl“ (nach Allen Ginsberg)
  • Wo: Theaterhaus Jena
  • Wann: Premiere am 19. Februar 2026, 20 Uhr
  • Besetzung: Solo-Stück mit Thato Kämmerer
  • Besonderheit: Aufführung in englischer Sprache (teils dt. Übertitel)

Jena (10.02.2026) – Es ist ein Aufschrei, der auch 70 Jahre nach seiner Entstehung nichts von seiner Wucht verloren hat. Wenn am kommenden Donnerstag, dem 19. Februar, der Vorhang im Theaterhaus Jena fällt, erwartet das Publikum keine klassische Theaterinszenierung, sondern eine intensive Auseinandersetzung mit einem der bedeutendsten Werke der Beat-Generation. Allen Ginsbergs „Howl“ (Das Geheul) kommt auf die Bühne – nicht als Lesung, sondern als körperbetonte One-Woman-Show.

Ein Gedicht wird zum Bühnenereignis

Als Allen Ginsberg 1956 sein Langgedicht veröffentlichte, war es ein Skandal und eine Offenbarung zugleich. Er beschrieb eine Generation, die an der Enge, der Zensur und dem Materialismus der US-amerikanischen Gesellschaft der 1950er-Jahre zerbrach. Das Theaterhaus Jena holt diesen historischen Stoff nun in die Gegenwart. Die Inszenierung versteht den Text als Position eines „gestürzten, vereinsamten und verbitterten Engels“.

Ginsbergs Werk beginnt mit der berühmten Zeile über die „besten Köpfe meiner Generation“, die durch Wahnsinn zerstört wurden, und endet in einer spirituellen Suche nach Erlösung. Für Jena, eine Stadt, die sich oft durch ihre wissenschaftliche und kulturelle Offenheit definiert, bietet der Stoff viel Reibungsfläche: Es geht um den Preis der Anpassung und die Sehnsucht nach echter menschlicher Begegnung in einer technokratischen Welt.

Solo-Performance auf Englisch

Eine Besonderheit der Jenaer Inszenierung ist die Sprachwahl. Das Stück wird im englischen Original aufgeführt. Dies ist laut Theaterhaus ein bewusstes Angebot an die wachsende internationale Community der Saalestadt – von Studierenden bis zu Forschenden, die in Jena eine Heimat gefunden haben. Doch auch für das deutschsprachige Publikum soll der Abend zugänglich sein: Ausgewählte Termine werden mit deutschen Übertiteln angeboten.

Auf der Bühne steht Thato Kämmerer. Sie absolviert den Abend allein – eine immense Herausforderung. Der Text von Ginsberg gilt als „Wortwand“, voll von sprunghaften Assoziationen und einem treibenden Rhythmus. Die Inszenierung setzt dabei nicht nur auf das gesprochene Wort, sondern auf hohen körperlichen Einsatz, um die Sprachgewalt Ginsbergs physisch erfahrbar zu machen.

Atmosphäre zwischen Schrott und Schnee

Visuell wird die Zerrissenheit des lyrischen Ichs durch das Bühnenbild von Yue Ying unterstrichen. Es spielt mit starken Kontrasten: Nähe und Distanz, Metall und Flüssigkeit, Schnee und Schrott. Diese Materialschlacht soll die innere Landschaft des Gedichts nach außen kehren. Unterstützt wird die Atmosphäre durch eine musikalische Erweiterung, die den Rhythmus der Beat-Poetry aufgreift.

Fazit und Termine

Mit „Howl“ wagt das Theaterhaus Jena ein Experiment, das Literatur und Performance-Kunst verbindet und dabei gezielt internationale Brücken in der Stadt schlägt. Es ist eine Erinnerung daran, dass Kunst auch heute noch die Aufgabe hat, Ungerechtigkeiten laut hinauszuschreien.

Nach der Premiere am 19. Februar folgen weitere Aufführungen am 21., 26., 27. und 28. Februar. Tickets sind über die üblichen Vorverkaufsstellen des Theaterhauses erhältlich.


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