Jena (03.07.) – Ein sommerlicher Tag an der Saale lädt eigentlich zur Entspannung ein, doch am Donnerstag sorgte ein herrenloses Wassersportgerät für Unruhe und besorgte Blicke entlang des Flussufers. Ein Kajak, das ohne Insassen die Saale hinabtrieb, rief Passanten und Einsatzkräfte auf den Plan. Ein solcher Fund löst bei den Rettungsleitstellen in Jena routinemäßig Alarmbereitschaft aus, da zunächst nicht ausgeschlossen werden kann, dass einer Person ein Unglück zugestoßen ist.
Treibendes Boot als Warnsignal
Spaziergänger hatten das leere Boot bemerkt, das verwaist auf dem Wasser trieb. In einer Stadt wie Jena, in der die Saale – insbesondere im Bereich des Paradiesparks, in Burgau oder flussabwärts Richtung Kunitz – intensiv für Freizeitaktivitäten genutzt wird, gehört der Anblick von Paddlern zum Alltag. Doch ein Boot ohne Kapitän ist im Wasserrettungsdienst stets ein Alarmzeichen der Kategorie eins. Die Ungewissheit wiegt schwer: Hat sich das Boot lediglich vom Ufer gelöst, weil es unzureichend befestigt war, oder ist ein Wassersportler gekentert und befindet sich in einer hilflosen Lage?
Herausforderung für die Einsatzkräfte
In solchen Fällen greifen für die Jenaer Feuerwehr, die Polizei und oft auch die DLRG fest definierte Abläufe. Das Primärziel ist die schnelle Klärung der Lage. Oftmals müssen Uferbereiche abgesucht werden, um sicherzustellen, dass keine Person im Wasser treibt oder verletzt am Ufer liegt. Gerade die Wehre im Stadtgebiet, wie etwa das Paradies-Wehr, stellen dabei bekannte Gefahrenstellen dar, an denen sich Strömungsverhältnisse schnell ändern können. Auch wenn sich glücklicherweise viele solcher Einsätze im Nachhinein als harmlos herausstellen – etwa weil ein Boot durch Hochwasser oder Wind abgetrieben wurde –, darf das Risiko einer tatsächlichen Notlage in den ersten Minuten nicht unterschätzt werden.
Sicherheitstipps für Wassersportler
Der Vorfall nimmt die lokalen Behörden und Wasserrettungsorganisationen erneut zum Anlass, auf wichtige Sicherheitsvorkehrungen hinzuweisen. Um teure Suchaktionen zu vermeiden und Fehlalarme zu reduzieren, sollten Bootsbesitzer folgende Punkte beachten:
- Beschriftung: Jedes Boot sollte idealerweise mit dem Namen und einer Telefonnummer des Besitzers versehen sein. So kann bei einem Fund binnen Minuten geklärt werden, ob jemand vermisst wird oder das Boot nur „ausgebüxt“ ist.
- Sicherung: Auch bei Pausen am Ufer oder beim Lagern auf Privatgrundstücken nahe der Saale müssen Kajaks und Kanus gegen Wegschwimmen gesichert werden.
- Notfallausrüstung: Wer aktiv auf der Saale unterwegs ist, sollte stets eine Schwimmweste tragen, unabhängig von der eigenen Schwimmfähigkeit.
Zum aktuellen Zeitpunkt bleibt zu hoffen, dass sich der Vorfall vom Donnerstag als glimpflicher Materialverlust ohne Personenschaden entpuppt. Die Saale bleibt eines der schönsten Naherholungsgebiete Jenas, doch sie verlangt – wie der aktuelle Fall zeigt – stets Respekt und Aufmerksamkeit.