Heizungsausfall in Jenaer Frauengasse beendet: Kritik an Kommunikation

Kurz & Knapp: Das Wichtigste im Überblick

  • Ort: Jena, Frauengasse (Zentrum)
  • Ereignis: Wiederherstellung der Wärmeversorgung nach mehrtägigem Ausfall
  • Betroffene: Ca. 80 Bewohner eines Sechsgeschossers
  • Ursache: Luft im System (Entlüftung erfolgte am Dienstag)
  • Vermieter: JenaWohnen

Jena (05.02.2026) – Aufatmen in der Jenaer Innenstadt: Nach gut einer Woche in ausgekühlten Wohnungen kehrt die Wärme in den Plattenbau in der Frauengasse zurück. Während die physische Kälte weicht, bleibt jedoch Unmut über die Kommunikation des Vermieters zurück.

Das Ende der Kältezeit

Für die rund 80 Bewohner eines sechsgeschossigen Wohnblocks in der Frauengasse waren die letzten Tage eine echte Belastungsprobe. Mitten im Februar, wenn die Außentemperaturen in Thüringen oft noch empfindlich niedrig sind, fielen die Heizkörper aus. Wie der MDR berichtet, sanken die Raumtemperaturen in den Wohnungen auf durchschnittlich 16 Grad Celsius ab.

Betroffen waren laut Mieterangaben auch ältere Menschen, für die solche Temperaturen nicht nur ungemütlich, sondern gesundheitlich riskant sind. Einige Bewohner berichteten bereits von erkältungsbedingten Erkrankungen in Folge der kalten Wohnungen. Seit Dienstagabend nun entspannt sich die Lage: Die Heizkörper werden langsam wieder warm, die Normalität kehrt zurück.

Technische Ursache und späte Lösung

Nach Angaben des Großvermieters JenaWohnen waren am Dienstagnachmittag mehrere Fachleute vor Ort, um das Problem zu beheben. Offenbar war Luft im Wasserkreislauf der Anlage ein Hauptfaktor; das System musste umfassend entlüftet werden. Ob dies die alleinige Ursache für den tagelangen Ausfall war, wollte das Wohnungsunternehmen laut Medienberichten bisher nicht abschließend bestätigen. Man bleibe an der Sache dran, um eine stabile Versorgung sicherzustellen.

Kritik an Informationspolitik und Kostenfrage

Während die technische Seite nun gelöst scheint, gibt es im zwischenmenschlichen Bereich noch Aufarbeitungsbedarf. Mieter kritisierten massiv, dass sie während der fast einwöchigen Störung kaum Informationen erhalten hätten. Man sei im Unklaren gelassen worden, wann und wie es weitergehe.

Ein Sprecher von JenaWohnen zeigte sich diesbezüglich selbstkritisch. Es könne nicht sein, dass Betroffene so lange ohne Informationen blieben, hieß es. Das Unternehmen gelobte, die Kommunikation mit den Mietern in Zukunft zu verbessern.

Ein weiterer Streitpunkt könnten die Nebenkosten werden: Um die Wohnungen wenigstens halbwegs bewohnbar zu halten, griffen viele Mieter zu Stromfressern wie Heizlüftern und Ölradiatoren. Diese Geräte treiben die Stromrechnung in die Höhe. Der Vermieter signalisierte jedoch Gesprächsbereitschaft und kündigte an, eine Lösung im Sinne der Mieter finden zu wollen, damit diese nicht auf den Zusatzkosten sitzen bleiben.

Ratgeber: Rechte und Pflichten bei Heizungsausfall

Der Vorfall in der Frauengasse ist ein drastisches Beispiel, aber kein Einzelfall im winterlichen Stadtleben. Für Mieter in Jena ist es wichtig, ihre Rechte zu kennen:

Grundsätzlich muss ein Vermieter während der Heizperiode (meist 1. Oktober bis 30. April) gewährleisten, dass die Wohnräume tagsüber auf 20 bis 22 Grad Celsius beheizt werden können. Nachts sind oft 18 Grad ausreichend. Wird dieser Wert nicht erreicht, liegt ein Mietmangel vor.

Wichtige Schritte für Mieter:

  • Mängelanzeige: Der Vermieter muss unverzüglich informiert werden (am besten schriftlich oder unter Zeugen).
  • Protokoll: Es empfiehlt sich, ein Temperaturprotokoll zu führen, um den Mangel beweisen zu können.
  • Mietminderung: Bei totalem Heizungsausfall im Winter sind Mietminderungen möglich. Die Höhe hängt vom Einzelfall ab und sollte idealerweise mit dem Mieterverein oder einem Anwalt abgestimmt werden.
  • Schadenersatz: Entstehen durch den Ausfall zusätzliche Kosten (z.B. Stromkosten für Notheizungen), kann unter Umständen Schadenersatz verlangt werden. Hierfür müssen Belege (Stromzählerstände, Kaufquittungen) aufbewahrt werden.

Ausblick

Für die Bewohner der Frauengasse ist das Wichtigste, dass die eigenen vier Wände wieder ein Rückzugsort sind und kein Kühlschrank. Es bleibt zu hoffen, dass die angekündigte Verbesserung der Kommunikation bei zukünftigen Störungen – die in großen Wohnanlagen nie gänzlich auszuschließen sind – auch tatsächlich greift.

Wir bleiben für Sie an dem Thema dran und berichten, sollte es neue Entwicklungen bezüglich der Kostenerstattung geben.


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