Gedenken in der Wagnergasse: IGS-Schüler erinnern musikalisch an den Reichstagsbrand

Veranstaltungsinfos kompakt

  • Was: Gedenkkonzert für Stimme und Orgel
  • Wann: Donnerstag, 26. Februar 2026, 19:30 Uhr
  • Wo: Katholische Kirche St. Johannes Baptist, Wagnergasse, Jena
  • Wer: Schüler der IGS „Grete Unrein“ & KMD Martin Meier
  • Eintritt: Frei

Jena. Es ist ein Datum, das sich tief in das historische Gedächtnis eingebrannt hat und den Anfang vom Ende der ersten deutschen Demokratie markierte: Der Reichstagsbrand in der Nacht zum 28. Februar 1933. Über neun Jahrzehnte später ist die Mahnung zur Wachsamkeit aktueller denn je. In Jena nehmen sich Schülerinnen und Schüler der Integrierten Gesamtschule (IGS) „Grete Unrein“ dieses historischen Ereignisses an und gestalten eine Gedenkveranstaltung der besonderen Art.

Ein musikalisches Projekt gegen das Vergessen

Fünf Schüler der Abiturstufe haben sich im Rahmen ihres Geschichtsunterrichts intensiv mit der Thematik auseinandergesetzt. Unter der Leitung ihres Lehrers Toralf Schenk entstand jedoch kein trockenes Referat, sondern ein berührendes Konzertprogramm für Stimme und Orgel. Die Jugendlichen laden dazu am kommenden Donnerstag, den 26. Februar 2026, um 19:30 Uhr in die Katholische Kirche St. Johannes Baptist in der Wagnergasse ein.

Künstlerische Grundlage des Abends bilden Texte des Lyrikers Armin Juhre sowie Kompositionen von Lothar Graap. Die Verbindung aus gesprochenem Wort und der machtvollen Akustik der Kirchenorgel soll Raum für Reflexion schaffen. Musikalisch unterstützt wird das Schülerprojekt von einem Profi: Kirchenmusikdirektor Martin Meier wird die Orgelbegleitung übernehmen und den Abend gemeinsam mit den Jugendlichen gestalten.

Historische Einordnung: Der Weg in die Diktatur

Der Anlass des Konzerts könnte kaum gewichtiger sein. Der Brand des Reichstagsgebäudes in Berlin wurde von den Nationalsozialisten unmittelbar als Vorwand genutzt, um die Grundrechte der Weimarer Verfassung außer Kraft zu setzen. Die darauf folgende „Reichstagsbrandverordnung“ bildete die juristische Basis für die Verfolgung politischer Gegner und den Weg in die totalitäre NS-Diktatur.

Dass sich heute junge Menschen in Jena so intensiv mit diesem Wendepunkt beschäftigen, ist ein starkes Signal. Die Veranstaltung versteht sich nicht nur als rückblickende Geschichtsstunde, sondern explizit als „Plädoyer für Wachsamkeit und Demokratie“. In einer Zeit, in der politische Diskurse wieder rauer werden, setzen die Schüler der „Grete Unrein“ ein Zeichen für bürgerschaftliches Engagement und die Verteidigung demokratischer Werte.

Kulturort Wagnergasse

Die Wahl des Ortes unterstreicht den besinnlichen Charakter der Veranstaltung. Die Katholische Kirche in der Wagnergasse, oft ein Ruhepol inmitten der belebten Kneipenmeile Jenas, bietet den passenden Rahmen für dieses Gedenken. Das Projekt zeigt zudem, wie lebendig die Zusammenarbeit zwischen schulischen Einrichtungen und kirchlichen Kulturträgern in der Saalestadt funktioniert.

Der Eintritt zu diesem Abend ist frei. Die Organisatoren hoffen auf zahlreiche Besucher, die gemeinsam mit den Schülern innehalten und erinnern möchten.


Quelle:

Konzert erinnert an Reichstagsbrand


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